Harburg
Hittfeld

Burg Seevetal droht lange Schließung

Die Burg Seevetal in Hittfeld muss umfassend saniert werden. Die Kosten dafür würden 6,5 Millionen Euro betragen

Die Burg Seevetal in Hittfeld muss umfassend saniert werden. Die Kosten dafür würden 6,5 Millionen Euro betragen

Foto: Christiane Tauer / HA

Veranstaltungszentrum in Hittfeld muss für 6,5 Millionen Euro saniert werden. Die Arbeiten werden eineinhalb Jahre dauern

Seevetal.  Die Kosten sind gewaltig und wären für den Haushalt der Gemeinde eine weitere Belastung. Die Burg Seevetal, das Veranstaltungszentrum in Hittfeld, muss für 6,5 Millionen Euro saniert werden. Trotz dieser hohen Summe ist die Position der Verwaltung eindeutig: Für bestimmte Veranstaltungen braucht die Gemeinde die Burg, eine Sanierung ist somit unumgänglich.

Für die Mitglieder des Bau- und Sportausschusses, die am Donnerstag, 3. März, erstmals öffentlich über die Angelegenheit beraten, wird es trotzdem keine einfache Entscheidung werden. Angesichts der angespannten Haushaltslage und der hohen Ausgaben für andere Posten wie etwa die Kita in Hittfeld, das Sportzentrum in Fleestedt oder den Dauerbrenner Straßenunterhaltung dürften sie jeden Cent dreimal umdrehen. Dementsprechend umfangreich stellt Ingo Knedel, Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft, den Nutzen und die Vorteile der Burg für die Gemeinde dar.

So ist das in den Jahren 1982 bis 1983 für acht Millionen D-Mark errichtete Veranstaltungszentrum zwar wie fast alle vergleichbaren kommunalen Einrichtungen mit einem Zuschussbedarf von jährlich knapp 280.000 Euro defizitär. Der Zuschuss liegt aber weit unter dem Durchschnitt von rund 670.000 Euro. Auch die Belegungstage entwickeln sich positiv. 2014 wurde erstmals die Marke von 304 geknackt.

Die Veranstaltungen reichen von Empfängen und Festen der Seevetaler Vereine über Messen, Seminare, Ausstellungen, Tanzshows bis hin zu Abi-bällen, Podiumsdiskussionen und Weihnachtsfeiern. Außerdem finden dort regelmäßig Rats- und Kreistagssitzungen statt. Sie alle würden zur Attraktivität des Standorts Seevetal beitragen und sich positiv auf andere Dienstleistungsbereiche wie Hotellerie, Gaststättengewerbe und Einzelhandel auswirken, so Knedel in der Verwaltungsvorlage.

Aber warum muss das Gebäude überhaupt saniert werden? Der Grund liegt in seinem Alter. In den vergangenen 30 Jahren sind keine größeren Modernisierungsarbeiten verrichtet worden. Die sanitären Anlagen, die Konferenzräume – überall ist noch der Geist der 1980er-Jahre zu spüren. Vor allem der Brandschutz ist aber ein Problem. So seien im Zuge der regelmäßigen Überprüfung aller Versammlungsstätten durch den Landkreis Harburg diverse Mängel aufgezeigt worden, erläutert Knedel. Es mussten zusätzliche Notausgänge und ein zweiter Rettungsweg aus dem Obergeschoss geschaffen werden.

Der dickste Brocken steht aber noch aus: Die Burg muss eine vollautomatische Brandmeldeanlage erhalten, zudem müssen alle brandschutztechnischen Anlagen wie etwa Sicherheitsbeleuchtung, Notstromversorgung oder die Rauchabzugsanlagen erneuert oder repariert werden. Erst dann könne eine mängelfreie Abnahme erfolgen, verdeutlicht Knedel. Allein die Kosten für die Ertüchtigung des Brandschutzes liegen bei fast vier Millionen Euro.

Dass die Kosten so immens hoch sind, liegt vor allem an der Baustruktur der Burg. Die Saaldecke ist nicht begehbar, das heißt, für den Einbau der Brandemeldeanlage muss die komplette Decke demontiert und eine neue Deckenkonstruktion eingebaut werden. Allein der Um- und Neubau der Saaldecke wird laut Knedel mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Womit auch ein weiteres Problem angesprochen wäre: Wenn man im Frühjahr 2017 mit der Sanierung beginnen würde, könnten die Arbeiten voraussichtlich erst im Herbst 2018 abgeschlossen sein. Das bedeutet, die Burg müsste für circa 15 bis 18 Monate geschlossen werden. Während dieser Schließungszeit könnten zumindest die Ratssitzungen oder Veranstaltungen kleinerer Größe auf das Meckelfelder Helbach-Haus, das ric in Hittfeld oder die Dorfgemeinschaftshäuser der anderen Ortschaften ausweichen. Für alles andere gibt es aber keinen Alternativstandort auf Gemeindegebiet. In den Augen der Verwaltung ist das nur ein weiteres Argument für den grundsätzlichen Erhalt der Burg in der jetzigen From. Ansonsten würde Seevetal ein bedeutendes Aushängeschild verlieren und alle größere Veranstaltungen nach Winsen oder Buchholz abwandern.

Zur Information der Politiker liefert die Verwaltung aber noch eine weitere Zahl mit, und zwar die für einen Neubau. Würde man sich für die bisherige Nutzfläche und einen mittleren Ausstattungsstandard entscheiden, käme man auf 11,5 Millionen Euro. Die Entscheidung liegt nun bei Seevetals Politikern.