Harburg
Buchholz

Zwei Egomanen im Duell

Volker Lechtenbrink(links) gibt den selbstverliebten Literaturgott, dumm nur, dass der junge Nachwuchsautor (Andreas Christ) das komplett ignoriert

Volker Lechtenbrink(links) gibt den selbstverliebten Literaturgott, dumm nur, dass der junge Nachwuchsautor (Andreas Christ) das komplett ignoriert

Foto: Oliver Fantitsch

Die Komödie am Kurfürstendamm kommt mit dem Gastspiel „Der Mentor“ in die Empore Buchholz.

Wer den Schauspieler Volker Lechtenbrink schon einmal live auf der Bühne gesehen hat, ist infiziert von seinem Spiel und natürlich von seiner Stimme, die sich anhört, die vermuten lässt, dass er schon in jungen Jahren eindeutig viel zu viel Zigaretten und Whiskey zu sich genommen haben könnte. Wer ihn also noch nicht auf der Bühne gesehen hat, könnte das am kommenden Montag nachholen.

Denn dann ist der 71-Jährige in einer Produktion der Komödie am Kurfürstendamm in „Der Mentor“ in der Empore Buchholz zu sehen. In der gleichnamigen Geschichte des herausragenden Autors Daniel Kehlmann spielt Lechtenbrink den bornierten Benjamin Rubin, einen Star am Literaturhimmel.

Vor 40 Jahren hat er ein frühes Theaterstück „Der lange Weg“ geschrieben, seitdem lässt er keinen neben sich gelten. Dumm nur, dass er seitdem nichts Vergleichbares mehr zustande gebracht hat. Martin Wegner (Andreas Christ) dagegen ist aufstrebender Jungdramatiker, die hoffnungsvolle „Stimme einer Generation“, wie ihm ein Online-Magazin bescheinigt.

Durch das Mentor-Projekt einer Kulturstiftung treffen die beiden ungleichen Autoren nun aufeinander: Rubin soll Wegners neues Stück „Namenlos“ betreuen. Eingelassen haben sich die beiden auf das einwöchige Experiment nur des Geldes wegen und so sitzen sie zusammen in einer abgeschiedenen Villa auf dem Land, umgeben von einem Tümpel voller Frösche.

Wie gut, dass auch Wegners attraktive Frau Gina und der fürsorgliche Herrn Wangenroth von der Kulturstiftung, der eigentlich selbst lieber Künstler wäre, mit von der Partie sind. Allerdings können auch sie die Entwicklung nicht aufhalten: Schon bald eskaliert der literarische Gedankenaustausch der Herren Schriftsteller zum gnadenlosen Hahnenkampf zweier Egomanen.

Montag, 22. Februar, 20 Uhr, Empore Buchholz, Karten ab 21 Euro, 04181/28 78 78