Harburg

Polizei sieht keinen Bedarf für Tempo 30

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Auch Forderung nach Ampelnim Heimfelder Villenviertel werden zurückgewiesen

Harburg. Die Polizei und die Wirtschaftsbehörde lehnen es ab, entlang der Durchgangsstraßen im Heimfelder Villenviertel Fußgängerampeln oder gar Tempobeschränkungen einzuführen. Das geht aus den Stellungnahmen beider Behörden zu einem Antrag der Fraktionen der großen Koalition in der Bezirksversammlung hervor. In diesem Antrag hatten SPD und CDU Forderungen der Bürgerinitiative „Verkehrssicherheit Heimfeld“ als Fragen an die zuständigen Fachbehörden weitergeleitet. Sprich: Die Initiative hatte der Bezirksversammlung ihre Forderungen nach Ampeln über den Milchgrund und den Eißendorfer Pferdeweg; jeweils in Höhe Haselhain; und Tempo 30 auf beiden Straßen übergeben und die Bezirkspolitiker hatten daraufhin bei den Behörden angefragt, ob es möglich sei, den Forderungen zu entsprechen.

Bereits einige Jahre zuvor hatten Stadtentwicklungsbehörde und Polizei sich gegen solche Maßnahmen ausgesprochen. Grundlage der Ablehnung war eine Verkehrszählung. Deren Ergebnisse zog die Initiative allerdings in Zweifel, da sie zu einer verkehrsarmen Tageszeit stattgefunden habe.

Die erneute Ablehnung erfolgt auf Grundlage zweier neuer Zählungen jeweils zu den Stunden um den Schulbeginn herum. Laut Dietmar Thoden, Chef der Verkehrsbehörde bei der Polizei im Hamburger Süden ist dies die Zeit mit dem höchsten Fußgängeraufkommen. Zwischen 7.18 und 8.18 Uhr zählten seine Beamten drei Querungen des Eißendorfer Pferdewegs durch Fußgänger und acht durch Fahrradfahrer, bei 642 passierenden Autos. Zu ungefähr derselben Uhrzeit, allerdings an einem anderen Wochentag wurden am Milchgrund zehn Fußgänger und 16 Radfahrer gezählt; bei allerdings nur 379 Autos.

Laut Thodens schriftlicher Stellungnahme würden diese Zahlen nicht den „besonderen Bedarf“ begründen, den es für eine Ampelerrichtung braucht. Der Eißendorfer Pferdeweg könnte laut Thoden schon deshalb nicht verkehrsberuhigt werden, weil dazu Verkehrshindernisse eingebaut werden müssten. Dies würde die zügige Anfahrt von Rettungsfahrzeugen zum AKH ausbremsen. Der Milchgrund ist als Hauptverkehrsstraße in der Zuständigkeit der Wirtschaftsbehörde. Die möchte die Hauptstraßenfunktion gewahrt wissen und lehnt eine Temporeduzierung ebenfalls ab.

( xl )

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