Harburg
Finkenwerder

Kreisverkehr ersetzt Kreuzung in Ortsmitte

Ralf Neubauer freut sich, dass es endlich losgeht

Ralf Neubauer freut sich, dass es endlich losgeht

Finkenwerders Ortsmitte wird in diesem Sommer umgebaut. Das Pflaster soll an maritime Tradition anknüpfen.

Finkenwerder.  „Schollenpetter“ wurden die Finkenwerder einst von respektlosen Marschnachbarn genannt. Demnächst werden sie tatsächlich auf Plattfische treten: Zur Neugestaltung von Finkenwerders zentraler Kreuzung am Steendiek gehört eine Pflasterung , deren Muster mit Wellen, Fischen und Netzen an Finkenwerders historische Fischereitradition erinnern soll.

Am Dienstag werden die neuesten Pläne zur Kreuzungsgestaltung im Regionalausschuss vorgestellt. Kernstück der Pläne sind ein lang gezogener Kreisverkehr im aktuellen Kreuzungsbereich und eine „Eventfläche“ daneben. Vorbereitende Arbeiten laufen.

„Ich bin froh, dass es endlich losgeht“, sagt Ralf Neubauer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Regionalausschuss Finkenwerder. „Wir machen uns schon seit Jahren eine Neugestaltung stark.“

Der Steendiek war einst Finkenwerders „gute Stube“. Der ständig wachsende Verkehr, zum einen durch Pendler aus dem Raum Stade, zum anderen durch den wirtschaftlichen Erfolg und damit das Wachstum von Airbus, schränkte die Ästhetik und die Lebensqualität an der Kreuzung jedoch immer mehr ein. Dahinter verkümmerte der Steendiek zusehends.

Schon als lediglich klar war, dass es eine Ortsumgehung für Finkenwerder überhaupt geben sollte, begannen die Finkenwerder Kommunalpolitiker, sich für eine Neugestaltung der Steendiekkreuzung einzusetzen. „Das muss so um 2001 herum gewesen sein“, sagt Neubauer. „Es war auf alle Fälle schon Thema, als ich 2007 in die Kommunalpolitik eingestiegen bin.“

Die Finkenwerder Umgehung ist seit 2012 fertig und sie entlastet den Stadtteil tatsächlich spürbar. Zwar fahren immer noch 10.000 Autos am Tag durch Finkenwerder, aber das ist nur noch die Hälfte des Verkehrs, der vorher da war und einiges davon wird auch von den rund 12.000 Finkenwerdern selbst verursacht werden. Die Planung für Finkenwerders neue Mitte konnte dennoch nicht sofort angegangen werden.

„Es war schlicht eine Finanzierungsfrage“, sagt Ralf Neubauer. „Der Bezirk allein konnte die Kosten nicht stemmen. Der Umbau ist nur möglich, weil die Verkehrsbehörde mit eingesprungen ist.“

In der Tat beteiligt sich die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation mit 800.000 Euro an den 1,5 Millionen Euro betragenden Umbaukosten. Die restlichen 700.000 Euro kommen vom Bezirk. Angesichts von etwas 3,5 Millionen Euro Straßenbauetat, die der Bezirk Mitte durchschnittlich in den letzten Jahren hatte, ist das eine beträchtliche Summe.

Bereits jetzt werden im Kreuzungsbereich Leitungen neu verlegt. Im April soll der eigentliche Umbau mit dem Abriss des kleinen Rundbunkers auf der Grünfläche neben der Kreuzung starten. Naturschutzexperten haben ihn extra begutachtet und den Abriss frei gegeben: Hier leben keine Fledermäuse.

Für den Bau des Kreisverkehrs werden die Finkenwerder einige Wochen Stau in Kauf nehmen müssen. „In den Sommerferien wird die gesamte Kreuzung gesperrt sein“, sagt Neubauer. „Wie genau das erfolgt, ist noch nicht klar. Es muss noch eine Lösung gefunden werden, wie man trotz Sperrung das maritime Einkaufszentrum anfahren kann.“

Die Umbaupläne für die Kreuzung sind übrigens nicht das einzige, was in der Sitzung des Regionalausschusses vorgestellt wird: Finkenwerder bekommt eine neue Regionalbeauftragte. Claudius von Rüden, der sein Amt erst im letzten Sommer zur Karkmess angetreten hatte, ist vom Bezirk zur Wirtschaftsbehörde gegangen.

Seine Nachfolgerin als Wahrerin der Finkenwerder Belange in der Verwaltung heißt Annette Johannesson. Sie wird sich am Dienstag mit dem Ausschuss bekannt machen. Die Sitzung im Kundenzentrum am Steendiek beginnt um 18 Uhr.