Harburg
Klecken

Maststall – Klecken sucht einen Kompromiss

Kleckens Ortsbürgermeister Jürgen Grützmacher vor der Feld, auf dem der neue Stall entstehen soll

Kleckens Ortsbürgermeister Jürgen Grützmacher vor der Feld, auf dem der neue Stall entstehen soll

Foto: Christiane Tauer / HA

Naturfreunde schlagen vor, für die umstrittene Anlage eine geschützte Fläche freizugeben. So wird ein Bau außerhalb des Orts möglich.

Klecken.  In die Diskussion um den geplanten Schweinemaststall mit 360 Plätzen am Kleckener Ortstrand (das Abendblatt berichtete) schalten sich jetzt die Naturfreunde Nordheide ein. Sie schlagen vor, dass der Landkreis Harburg eine genügend große Fläche mit einem ausreichenden Abstand zum Wald aus dem Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung entlässt, das sich laut Regionalem Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises südlich von Klecken und östlich der Bendestorfer Straße befindet. Dann wäre eine Bebauung in diesem Bereich nicht mehr ausgeschlossen und der Maststall müsste nicht mehr am Ortsausgang gebaut werden, wie es Landwirt Gustav-Adolf Stöver beantragt.

Auch der Kleckener Ortsrat hatte den Bau im Außenbereich als Kompromiss vorgeschlagen, damit die Anwohner weniger unter Geruchsbelästigungen leiden müssen. Als Alternative bringen die Naturfreunde zusätzliche Abgasreinigungsmaschinen ins Spiel, die in den neuen Stall eingebaut werden könnten, sollte er doch am Ortsausgang entstehen müssen.

Kreis verhandelt mit dem Landwirt

„Wir befürchten, dass sich die Bürger von Klecken in einer sehr schwierigen Situation hinsichtlich des von ihnen nicht gewollten Schweinemaststalls befinden“, sagt Bernd Wenzel, Vorsitzender der Naturfreunde Nordheide. Die Entscheidung läge beim Landkreis, und der müsse sich an die gesetzlichen Vorgaben halten. Wie sich der Landkreis Harburg entscheidet, ist noch immer offen. „Wir sind dabei, den Fall zu prüfen“, sagt Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. Man stünde in Gesprächen mit dem Landwirt.

Das Votum des Verwaltungsausschusses der Gemeinde Rosengarten und des Kleckener Ortsrats hat der Landkreis bereits zur Kenntnis genommen. Beide haben sich gegen den Maststall ausgesprochen und das Einvernehmen für den Bau nicht erteilt. Dieses Votum ist für den Landkreis allerdings nicht bindend.

Für die Bürger im Ort und für Landwirt Stöver heißt es jetzt weiterhin abwarten. Ob der Vorstoß der Naturfreunde etwas Bewegung in die Sache bringt, wird sich zeigen. Zumindest steht dem nichts Grundsätzliches entgegen. „Es stimmt, dass die genannte Fläche sowohl im alten als auch im neuen Raumordnungsprogramm als Vorranggebiet festgesetzt ist“, sagt Bernhard Frosdorfer. Eine Bebauung sei in diesem Fall nicht erlaubt. Es sei aber theoretisch möglich, das Raumordnungsprogramm zu ändern und auch den Flächennutzungsplan der Gemeinde anzupassen, damit dort doch gebaut werden könne. Wichtig sei dabei, einen bestimmten Abstand zum Wald einzuhalten.

Stöver würde sich den Alternativvorschlägen grundsätzlich nicht verschließen. Im Gespräch mit dem Abendblatt hatte er mehrfach betont, er sei für alles offen. Die Pläne müssten nur zeitnah umgesetzt werden können, allzu lange warten wolle er nicht mehr. Bereits im Jahr 2008 hatte er mit dem Gedanken gespielt, seinen Betrieb, zu dem derzeit rund 1000 Mastschweine gehören, zu erweitern.

Er fasste eine Fläche im Außenbereich an der Bendestorfer Straße, nahe seines bereits bestehenden Stalles, ins Auge. Nur leider war der Bau auch dort nicht realisierbar.