Harburg
Dibbersen

Kompromiss für alte B 75 gefunden

Die Ortsumdurchfahrt Dibbersen soll um einen Fahrstreifen eingeengt werden

Die Ortsumdurchfahrt Dibbersen soll um einen Fahrstreifen eingeengt werden

Foto: Christiane Tauer

Die Ortsdurchfahrt Dibbersen soll um einen Fahrstreifen eingeengt werden – Der Zeitpunkt ist aber noch umstritten.

Die große Lösung bei der Umgestaltung von Dibbersens Ortsdurchfahrt ist vom Tisch. Der Ortsrat und der Buchholzer Stadtplanungsausschuss haben sich bei ihrer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag darauf geeinigt, einen weniger umfangreichen, günstigeren Rückbau der alten B 75 vorzunehmen. Noch nicht endgültig ist dagegen über den Zeitpunkt entschieden.

Der ursprüngliche, von der SPD favorisierte Rückbau der B 75 sollte 1,9 Millionen Euro kosten, hätte aber etwa eine Million Euro Fördergeld aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen eingebracht. Den Rest hätten sich Anwohner und Stadt teilen müssen, was vor allem die Anwohner mit fünf- bis sechsstelligen Summen belastet hätte. Weil aber auch die Stadt derzeit nicht die Mittel und der Bürgermeister nicht den Willen hat, eine intakte Straße aus optischen Gründen umzubauen, hatte sich der Dibberser Ortsrat mehrheitlich darauf verständigt, Alternativen prüfen zu lassen.

Drei Varianten wurden nun im Ausschuss vorgestellt. Außer der von den Grünen angeregten Version, nur die Kreuzungsbereiche zurückzubauen, hatte das Planungsbüro Arbos noch zwei Versionen mit Fahrbahneinengungen ausgearbeitet.

Bei der Variante mit der laufenden Nummer 2 sollte der mittlere Fahrstreifen, eigentlich mehrere aufeinanderfolgende Abbiegespuren, begrünt werden, bei der Variante 3 würde jeweils der rechte Fahrstreifen zurückgebaut, der „Spurwechsel“ würde an der Einmündung Kirchweg erfolgen. Diese drei Varianten würden mit Kosten zwischen 300.000 und 400.000 Euro deutlich günstiger als der ursprüngliche Entwurf ausfallen.

Vor der Debatte appellierte Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) an die Ausschuss- und Ortsratsmitglieder, sich nicht nur für eine der kleinen Lösungen zu entscheiden, sondern auch für den Rückbau nach 2019, weil erst dann wieder Geld dafür zur Verfügung stünde.

„Mich treibt das Thema um, weil Anwohner vor Kosten stehen, die nicht zu schultern sind. Die große Lösung ist ein klassischer Fall von Fehlanreizen durch Fördermittel, sie dürfte aus Kostengründen ausscheiden. Wählen Sie eine Variante aus und beschließen Sie die Umsetzung zu einem späteren Zeitpunkt“, appellierte Röhse und verließ die Sitzung. Von den Zuhörern aus Dibbersen gab es Applaus.

Schnell stellte sich heraus, dass die Variante 3 von allen Fraktionen favorisiert wird, Heike Meyer (CDU) betonte aber, dass man die Entscheidung dem Ortsrat überlassen sollte. „Wir würden dem Vorschlag des Bürgermeisters folgen und den Rückbau nicht sofort, aber bis spätestens 2020 anzugehen.“ Dem schlossen sich auch Hans-Heinrich Hohls (UWG) und Arno Reglitzky (FDP) an, der einmal mehr auf die seit der Fertigstellung der Umgehungsstraße verschlechterte Situation der Gewerbebetriebe hinwies.

Norbert Stein (SPD) verteidigte die Ursprungsvariante, zeigte sich aber einsichtig. „Die große Lösung erschien uns am nachhaltigsten. Wir wollten kein Flickwerk. Außerdem würden die Grundstücke aufgewertet“, sagte er. „Es hat aber keinen Sinn, die Menschen zu ihrem Glück zu zwingen. Dann müssen wir von unserem hohen Ross herunterkommen. Wir würden uns nicht gegen die Mehrheit stemmen.“ Er sprach sich gegen den Aufschub des Rückbaus bis 2020 aus, da nicht sicher sei, dass die finanzielle Situation dann besser sein würde.

Für Variante 3 stimmten alle Ortsratsmitglieder und alle Ausschussmitglieder bis auf Arno Reglitzky, der sich enthielt. Anders die Abstimmung über den Zeitpunkt: Der Ortsrat stimmte dafür, das Geld für den Rückbau im Haushalt 2016 freizugeben, im Ausschuss stimmten CDU, FDP und UWG dagegen und SPD und Grüne dafür, so dass es am Ende 5:4 gegen die Aufhebung des Sperrvermerks im Haushalt stand. Endgültig entscheidet Verwaltungsausschuss.