Harburg
HR-Regional

Zusammenrücken und teilen lernen

Dass die Anwohner der Fischbeker Heide nicht begeistert über eine neue Wohnsiedlung in der Nachbarschaft sind, ist nachvollziehbar. Viele haben sich bewusst für ein Zuhause mitten in der Natur entschieden. Dann entsteht ausgerechnet ein völlig neues Wohnquartier vor ihrer Haustür.

Doch beim genaueren Hinsehen, wird klar, dass das Quartier längst nicht das Ende des Erholungsgebiets Fischbeker Heide bedeutet. Der größte Teil des ehemaligen Panzerübungsgeländes wurde der Natur überlassen. Rund 180 Hektar wurden an die Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg übergeben. Die Waldsiedlung umfasst lediglich 15 Hektar. Spazieren gehen, reiten und joggen wird also weiterhin, auch mit der neuen Siedlung, möglich sein.

Oft ist es die Angst vor dem Unbekannten, die eine ablehnende Haltung hervorruft. Es liegt nun an Politik und Verwaltung, die Bürger mitzunehmen, ihre Ängste und Sorge ernst zu nehmen. Das sollte sich in der Gestaltung der neuen Waldsiedlung, beispielsweise in der Zuwegung, deutlich niederschlagen.

Eines dürfen die Neu Wulmstorfer auch nicht vergessen: Hamburg hat eine Sogwirkung. Immer mehr Menschen drängen in die Stadt und damit auch in die angrenzenden Gemeinden wie Neu Wulmstorf, zumal sie eine gute S-Bahnanbindung vorweist. Zu wachsen ist von Vorteil. Mehr Einwohner bedeutet mehr Einnahmen, mehr Gestaltungsspielraum. Nicht nur die Hamburger, auch die Neu Wulmstorfer werden enger zusammenrücken und teilen lernen müssen.