Harburg
Sparkassen-Bilanz

Der Plan: 1000 neue Wohnungen im Süden

Der Vorstand der Sparkasse Harburg-Buxtehude: Gerhard Oestreich (von links), Frank Jäschke, Andreas Sommer und Vorstandschef Heinz Lüers

Der Vorstand der Sparkasse Harburg-Buxtehude: Gerhard Oestreich (von links), Frank Jäschke, Andreas Sommer und Vorstandschef Heinz Lüers

Foto: Corinna Panek / HA

Was die Sparkasse Harburg-Buxtehude für 2016 plant – Unter anderem soll das Filialnetz modernisiert werden

Hittfeld.  Die Zinsen sind nach wie vor auf niedrigem Niveau, doch die allgemein gute Wirtschaftslage sorgt dafür, dass die Sparkasse Harburg-Buxtehude trotzdem mit dem Geschäftsjahr 2015 zufrieden ist, wie der Vorstand gestern bei seiner Bilanzpressekonferenz in Hittfeld darlegte.

Als eine der wichtigsten Aufgaben der nahen Zukunft sieht die Sparkasse die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Angestrebt ist der Bau von 1000 Wohnungen binnen fünf Jahren, in Kooperation mit dem Landkreis und den Kommunen. Eine Wohnbaugesellschaft soll bis Mitte des Jahres gegründet werden, „im dritten Quartal könnten dann die ersten Bauarbeiten beginnen“, sagte Vorstandschef Heinz Lüers. Auch Baugebiete wird die Sparkasse weiterhin vermarkten, zum Beispiel in Sprötze, Wulfsen, Salzhausen und Ohlendorf in diesem und in Buchholz, Hedendorf (Buxehude) und Hanstedt im kommenden Jahr.

Trotz der zunehmenden Bedeutung des Onlinebankings will die Sparkasse Harburg-Buxtehude weiterhin den Schwerpunkt auf persönlichen Kundenkontakt legen. Um beides miteinander zu verbinden, plant die Sparkasse im Laufe des Jahres auch Beratungen mittels Text- und Videochat. Der Service wird zurzeit getestet.

Dennoch wird das Filialnetz nicht ausgedünnt: In Sprötze, Meckelfeld und Ramelsloh sollen die Filialen verlegt und personell aufgestockt werden. Bei der Filialmodernisierung spielt auch Sicherheit eine Rolle. Kürzlich ist in der Filiale Ramelsloh ein Geldautomat von unbekannten Räubern gesprengt worden. Um solche Taten zu verhindern, wird darauf geachtet, dass Geldautomaten möglichst in die Wand eingelassen werden. „Die heutigen Automaten sind auch sicherer als jene, die vor fünf oder zehn Jahren installiert wurden“, betont Lüers.

Unabhängig von Lage und Größe der Filiale sollen sämtliche Leistungen des Privatkundengeschäfts überall angeboten werden. „Der persönliche Berater ist Dreh- und Angelpunkt seines Kunden“, betont Vorstandsmitglied Andreas Sommer.

Zusätzlich profitiert die Sparkasse davon, dass andere Banken ihr Filialnetz ausdünnen. Allein 1000 Kunden kamen von der Hypovereinsbank hinzu. Eine Werbeprämie für Neukunden, wie sie die Commerzbank verspricht, kommt für die Sparkasse Harburg-Buxtehude dagegen nicht infrage, der Vorstand setzt darauf, dass die Alteingesessenen den Zugezogenen die Sparkasse empfehlen. „Wir wollen unsere Kunden begeistern“, betont Andreas Sommer.

Die Bilanzsumme von 3,53 Milliarden Euro und das Betriebsergebnis von 38,6 Millionen Euro (plus 7,2 Millionen gegenüber Vorjahr) bei einem Überschuss von 7,5 Millionen Euro sei vor allem auf gute Vertriebserfolge zurückzuführen, erläuterte Vorstand Heinz Lüers. Das Kreditgeschäft werde vor allem durch Firmenkunden getragen, ergänzte Vorstandsmitglied Frank Jäschke. Das wiederum sei eine Folge der „hervorragenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ im Süden der Metropolregion Hamburg. Schwerpunkte seien zum Beispiel der Breitbandausbau oder Existenzgründung und Unternehmensansiedlung. Für das Firmenkundengeschäft sind rund 60 Mitarbeiter zuständig, die in nächster Zeit auch mit der Neukundengewinnung beschäftigt sein werden. „Wir werden uns potenziellen Kunden persönlich vorstellen und können ihnen kontinuierliche Gesprächspartner anbieten“, so Jäschke.

Wenngleich es in diesem Jahr etliche Risiken für die Weltwirtschaft wie die erhöhte Terrorgefahr, der mögliche Austritt Großbritanniens aus der EU und die Eurokrise gibt, erwartet die Sparkasse auch für 2016 eine positive Geschäftsentwicklung. Dies sei vor allem dem anhaltenden Bevölkerungswachstum und dem überdurchschnittlichen Einkommen der Menschen in der Süderelberegion zu verdanken.

An ihrem Personalbestand will die Sparkasse ebenfalls festhalten – zurzeit sind rund 750 Mitarbeiter im Einsatz, davon 44 Auszubildende. Einen gesellschaftlichen Beitrag hat die Sparkasse außerdem mit 1,1 Millionen Euro Ausgaben für Sponsoring und Stiftung geleistet, und auch als Steuerzahler: An den Fiskus gingen 12,8 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es nur acht Millionen Euro.