Harburg
Am Aschenland

Großunterkunft für Flüchtlinge verzögert sich um halbes Jahr

Anwohner des geplanten Flüchtlingsdorfs Am Aschenland in Neugraben-Fischbek haben Klagen angekündigt

Anwohner des geplanten Flüchtlingsdorfs Am Aschenland in Neugraben-Fischbek haben Klagen angekündigt

Foto: Michael Rauhe

Der neue Einzugstermin für die ersten Flüchtlinge ist erst im Herbst. Bauarbeiten sollen in den nächsten drei Wochen starten.

Hamburg.  Eigentlich sollten schon im Februar die ersten Flüchtlinge Am Aschenland einziehen. Aber daraus wird nichts: Der Bau der Großunterkunft für 3000 Menschen im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek verzögert sich nach Angaben des Zentralen Koordinierungsstabs Flüchtlinge etwa um ein halbes Jahr. „Nach derzeitiger Planung soll der erste Bauabschnitt im Herbst 2016 fertiggestellt werden“, bestätigte Sprecherin Kerstin Graupner einen Bericht von NDR 90,3.

Bislang sind noch nicht einmal die Ausschreibungsunterlagen für den Betrieb der Einrichtung fertig. Der Koordinierungsstab, der zur Sozialbehörde gehört, erklärt die massive zeitliche Verzögerung mit „vergaberechtlichen Fragen“, die noch geklärt werden mussten. Welche das genau sind, wurde nicht mitgeteilt. Als Termin für Auswahl und Vertragsabschluss wird jetzt Mai angestrebt.

Bau war für vergangenen September angekündigt

Bereits im vergangenen September hatte der Senat den Bau für die erste von insgesamt sieben geplanten Großunterkünften angekündigt. Kurz darauf hatte sich eine Anwohnerinitiative gegründet. Es gibt auch Ankündigungen von Klagen, die eine Reduzierung der Bewohner auf die Hälfte zum Ziel haben. Der Grund für die Verzögerungen könnte sein, dass der Senat sich deshalb rechtlich absichern will.

Nach Angaben der Sprecherin des Koordinierungsstabs wird es für den ersten Bauabschnitt keine neue Ausschreibung geben. Der Baubeginn ist für Ende Januar/Anfang Februar vorgesehen. Bei den weiteren Bauabschnitten bestehe rechtlich die Möglichkeit, auf eine Rahmenvereinbarung zuzugreifen, die der städtische Betreiber „Fördern & Wohnen“ nach einer europaweiten Ausschreibung im Dezember abgeschlossen hat. Heißt im Klartext: Es können Bauträger zum Zuge kommen, die sich bereits für andere Projekte beworben haben.

Trotz der zeitlichen Verzögerung werde versucht, alle Flüchtlinge gut unterzubringen, betonte Sprecherin Graupner. Sie verweist etwa auf eine Folgeunterkunft an der Rodenberger Straße im Bezirk Wandsbek, wo in Kürze rund 350 Asylbewerber einziehen sollen. „Dennoch bleibt die Situation angespannt.“