Harburg
Neue Wohnanlage

Marmstorf bekommt 120 neue Pflegeplätze

Torsten Rieckmann und Christian Kerling (v.l.) vor dem Abrissgebäude. Hier steht ab Sommer 2017 ein Pflegezentrum

Torsten Rieckmann und Christian Kerling (v.l.) vor dem Abrissgebäude. Hier steht ab Sommer 2017 ein Pflegezentrum

Foto: Aline Braun / HA

Auf dem ehemaligen VW-Gelände wird nach zähen Verhandlungen nun das neue Seniorenzentrum gebaut. Los geht es im Sommer.

Marmstorf.  „Seit den ersten Gesprächen mit dem Grundstückseigentümer sind nun ganze drei Jahre vergangen“, sagt Torsten Rieckmann, Geschäftsführer der Kervita Gruppe. „Ich kann sagen, dass wir durchaus schwierige Verhandlungen hinter uns haben.“

Im Frühjahr 2015 hatte einer der direkten Nachbarn Klage gegen das Vorhaben der Kervita Gruppe eingereicht. „Wir haben uns dann jedoch Ende des Jahren außergerichtlich einigen können“, so Rieckmann. „Daher sind wir jetzt besonders glücklich, dass der Kaufvertrag geschlossen ist und Sicherheit für unser Vorhaben besteht.“

Das Gelände in Marmstorf, auf dem das Seniorenzentrum mit 120 Pflegeplätzen nun entsteht, wurde die vergangenen 60 Jahre durch Volkswagen Automobile Hamburg genutzt. Davon zeugen allerdings nur noch die alten Werbetafeln, die an dem verlassenen Bauwerk hängen. „Zwischenzeitlich hatte ein Lagerist das Gelände angemietet, seit November ist es jedoch ungenutzt“, sagt Rieckmann. Im ersten Quartal 2016 wird das bestehende Gebäude abgerissen, so Rieckmann. „Der Bau startet voraussichtlich im Sommer.“ Die Bauzeit betrage laut Planung zwölf Monate, so dass im Sommer 2017 die ersten Bewohner einziehen können.

Integration durch öffentliches Bistro

Auf dem 4000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht dann das neue Pflegezentrum, in dem Senioren ab Pflegestufe I leben werden. „Auch etwa 70 neue Arbeitsplätze werden zu besetzen sein“, sagt Rieckmann. „In unserer stationären Pflegeeinrichtung sind Einzelzimmerappartements geplant. Jedes der 120 Zimmer wird zwischen 16 und 18 Quadratmeter groß sein und verfügt über ein eigenes kleines Bad.“ Den Senioren steht eine Gartenanlage von 1000 Quadratmetern zur Erholung und Bewegung zur Verfügung. „Dehalb haben wir auch so ein großes Grundstück gesucht. Ein weitläufiger Außenbereich ist uns sehr wichtig“, sagt Rieckmann. Damit auch demenzkranke Senioren möglichst viel Freude am Außenbereich haben und ihn uneingeschränkt nutzen können, ist er umzäunt. „Demenzkranke haben manchmal Orientierungsschwierigkeiten. Daher ist uns und auch den jeweiligen Angehörigen wichtig, dass ihre Sicherheit gewährleistet ist.“

Im Erdgeschoss entsteht auf 200 Quadratmetern eine Cafeteria, in der Mahlzeiten serviert werden. Auch die Marmstorfer können das Bistro nutzen und dort Zeit verbringen, Kaffee trinken oder Verwandte besuchen. „Dieses offene Konzept setzen wir auch in unseren anderen Einrichtungen um.“

Endlich Klarheit für die Nachbarn

Für einen Kauf des Grundstücks hatten sich 2001 und 2011 auch die Supermarktketten Lidl und Aldi interessiert. „Damals kam es allerdings zu Einwänden aus der Nachbarschaft, die nicht beigelegt werden konnten. Beide Filialen haben sich dann ganz in der Nähe niedergelassen“, sagt Rieckmann. Mit den jetzigen Bebauungsplänen seien alle Parteien zufrieden: „Anwohner, die ehemaligen Eigentümer und auch wir sind froh, dass nun Klarheit über die Nutzung der Fläche besteht.“ Das bestätigt auch Nachbar Oliver Graetzer: „Ich bin froh, dass nach jahrelangem Hin und Her klar ist, was nun passiert. Das Seniorenzentrum ist, denke ich, eine tolle Möglichkeit.“ Viele der Marmstorfer lebten schon seit den 60er Jahren in den anliegenden Häusern. „So können sie auch im Alter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben.“

Eine Infrastruktur die passt

Die Infrastruktur der näheren Umgebung ist ideal, so Rieckmann. „Supermärkte wie Lidl und Aldi sind innerhalb von wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen.“ Die kurzen Wege ermöglichen den Bewohnern ein Stück Unabhängigkeit. „Zudem besteht in Marmstorf derzeit eine echte Versorgungslücke für stationäre Pflege von Senioren“, sagt Rieckmann. In der näheren Umgebung des Standorts im Ernst-Bergeest-Weg leben circa 10.000 Einwohner. Davon sind rund ein Viertel über 65 Jahre alt.“ Im Schnitt benötigen fünf Prozent dieser Altersgruppe einen Pflegeplatz. „Die Rechnung geht also gut auf. Unser Seniorenzentrum bedient diese dringende Nachfrage zukünftig.“

Kontakt für Interessenten

Die 2005 gegründete Kervita Gruppe ist nicht nur Bauherr, sondern auch Betreiber des Zentrums. Das Unternehmen hat sich auf die Planung, den Bau und den Betrieb von stationären Pflegeeinrichtungen spezialisiert. „Die Einrichtung in Marmstorf wird dann unsere 17. in Norddeutschland sein“, sagt Rieckmann. „Interessenten, zukünftige Bewohner und Kapitalanlegen können sich schon jetzt nähere Informationen einholen, um Pflegeappartements zu erwerben. Interessenten können sich unter der Telefonnummer 040/ 6964860 informieren.“