Harburg
HTB und TSH

Harburger Traditionsvereine steuern in Richtung Fusion

Ralph Fromhagen, Torsten Schlage und Vizepräsident Klaus Buchholz

Ralph Fromhagen, Torsten Schlage und Vizepräsident Klaus Buchholz

Foto: Rolf Zamponi / HA

Gemeinsame Silvesterfeier von Harburger Turnerbund und der Harburger Turnerschaft. 2017 soll Vereinigung beschlossen werden.

Harburg.  Gute Stimmung im Clubhaus des Harburger Turnerbundes (HTB ): Nicht nur weil sich dort 130 Gäste zur Silvesterfeier am Buffet und auf der Tanzfläche zur Musik der sechsköpfigen Betty Fort Houseband trafen, sondern auch weil die Fete ein weiterer Schritt zur geplanten Fusion mit der Turnerschaft Harburg (TSH) war. „Wir haben einen Tag der offenen Tür und ein Herbstfest gemeinsam gestaltet , jetzt feiern wir zum ersten Mal gemeinsam zum Jahresende“, sagte HTB-Vizepräsident Ralph Fromhagen dem Abendblatt.

Mit der Fusion soll aus den beiden benachbarten Vereinen, ein großer mit dann mehr als 4000 Mitgliedern entstehen. Das gilt als die richtige Antwort auf die neuen Aufgaben für die Sportvereine. Allein der HTB hat derzeit 20 Kooperationen mit Ganztagsschulen, bei denen Übungsleiter Tanzen, Fußball oder Judo anbieten. Zusammen mit dem TSH würde die Zahl der Gruppenleiter auf rund 60 steigen. Während beim HTB die größten Sparten Fußball, Tennis und American Football sind, stützt sich der TSH auf sein großes Fitness-Studio, Tennis, Leichtathletik, Basketball und Schwimmen.

Die nächsten Schritte für die angepeilte Fusion werden die Neuwahlen der Präsidien im März beim TSH und im April beim HTB sein. „Wir wollen die Arbeit 2017 vollenden“, gibt Fromhagen den Kurs vor. Beide Vereine können auf eine 150-jährige Geschichte zurückblicken.

Ohne Frage sind die sozialen Aufgaben von Sportvereinen vor allem durch den angeschwollenen Flüchtlingsstrom zuletzt größer geworden. „Wir haben beim HTB zwei Projekte für Asylbewerber“, sagte HTB-Geschäftsführer Torsten Schlage. Zum einen holt der Verein Flüchtlinge aus der Erstaufnahme am Schwarzenberg ab und bietet ihnen an, auf HTB-Plätzen Fußball zu spielen. Zum anderen kommt ein Trainer zur Unterkunft an der Asklepios-Klinik und spielt dort mit Jugendlichen Tischtennis. Drei Platten hat der Verein zudem für die Unterkunft Am Aschenland bereit gestellt.

Seit August trainieren beim HTB zwei aus Syrien geflohene Judoka mit. Abdulaziz Alikaj und Ali Ibrahim gehörten in ihrer Heimat als Kämpfer, Nationaltrainer und Kampfrichter zu den bekannten Gesichtern bei diesem Kampfsport. Der Verein profitiert von ihren Kenntnissen und will dabei helfen, dass sie und ihre Familienangehörigen sich einleben können. „Integration ist in Sportvereinen gut möglich und bei uns gelebte Praxis“, sagt Geschäftsführer Schlage. Die Mitglieder pflegen ohnehin einen guten Zusammenhalt. Im Clubheim endete die Feier erst am frühen Neujahrsmorgen.