Harburg
Bilderstürmer

Weihnachtsmannfans attackieren Santa-Graffito

Umstrittenes Weihnachtsgraffito in der Haake: Kritiker haben den Spruch „Den Weihnachtsmann gibt es doch gar nicht“ in „gibt es wohl“ verändert. Die Künstler Broz & Foks haben daraufhin noch einen Nachsatz hinzugefügt

Umstrittenes Weihnachtsgraffito in der Haake: Kritiker haben den Spruch „Den Weihnachtsmann gibt es doch gar nicht“ in „gibt es wohl“ verändert. Die Künstler Broz & Foks haben daraufhin noch einen Nachsatz hinzugefügt

Foto: Broz & Foks Production / HA

Die Wandmalerei der Harburger Künstler Brozilla & Foks an der Kuhtrift in der Haake wurde von militanten Kritikern „korrigiert“.

Heimfeld..  An der Kuhtrift in der Haake spielte sich in diesem Jahr eine ganz eigene Weihnachtsgeschichte ab. Wie bereits berichtet, hatten die beiden Künstler Gerrit Fischer , alias Brozilla , und Florian Müller, alias Foks, die Graffitiwand in der Kehre zur Autobahnunterführung vor dem Fest mit einem überdimensionalen Santa Claus und dem Satz „Den Weihnachtsmann gibt es gar nicht versehen.“ Und damit zugleich eine veritable Debatte über den Mythos dieser Figur losgetreten.

Besorgte Mütter monierten im sozialen Netzwerk Facebook, es sei völlig daneben, den Kindern diese Illusion zu rauben. Andere merkten ironisch an, das sei doch wieder nur eine „Verschwörungstheorie“. Und dann gab es noch militante Weihnachtsmannfans, die gleich selbst Hand anlegten, um den „Frevel“ zu korrigieren. Die Wörter „gar nicht“ wurden überpinselt und in Rot durch das Wort „wohl“ ersetzt.

„Als Streetart-Künstler sehe ich meine Aufgabe darin, Stolpersteine im öffentlichen Raum zu hinterlassen, die die Menschen aus ihrer Alltäglichkeit bringen, Emotionen erzeugen und zu Diskussionen anregen“, sagt Gerrit Fischer. Urbane Kunst wähle ja bewusst eine Plattform außerhalb von Galerien und Museen, um möglichst viele Menschen zu erreichen und das Elitäre aus der Kunst zu nehmen.

Das Werke wie das Santa-Graffito Menschen dazu animiert, selbst kreativ zu werden, freut Brozilla. Wenn sie dabei verändert oder zerstört würden, sei das allerdings grenzwertig. „Das Weihnachtsmannbild schrie wohl förmlich nach einem Kommentar vom Santa Claus. Insofern können wir das dann auch so annehmen“, sagt sein Kompagnon Foks. „Die ganze Auseinandersetzung wurde von uns schon mit einem Augenzwinkern gesehen“, so Brozilla.

Nicht aber der Hackerangriff, der just am 24. Dezember seine Homepage zerlegte. So etwas falle bei ihm unter die Rubrik „unsportliches Verhalten“. Fischer: „Ich denke, für technisch so versierte Menschen sollte es sicherlich sinnvollere Spielplätze geben.“

Jenen, die die Kontroverse mit unangemessenen Mitteln suchen, haben Brozilla und Foks durch einen Nachsatz auf der Graffitiwand in der Haake Santas Rute angedroht: „Liebe Kinder gebt fein acht, sonst hat er euch was mitgebracht“, heißt es dort jetzt.

Übrigens: Im Januar soll der ganze Spuk beendet und durch ein neues Großgraffito ersetzt werden.