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Wohin steuert der Wohnungsbau?

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Jochen Gipp

Foto: dpa

Zielsetzung für die Harburger Innenstadt: Kleine Altbauten abreißen und durch größere Neubauten ersetzen.

Harburg.  „Wir müssen umdenken“, sagt Harburgs Bezirksamtsleiter Thomas Völsch nach dem Ende der dritten Wohnungsbaukonferenz im Harburger Elbcampus, an der rund 120 Fachleute aus Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft teilgenommen hatten. Im Vergleich zu anderen Städten in Europa zählt Hamburg bei der Einwohnerzahl pro bebauter Fläche zu den Schlußlichtern.

Völsch: „Wien ist eine Paradebeispiel für gute Nutzung des begrenzten städtischen Raums. Auf bebauter Fläche leben im Vergleich zu Hamburg doppelt so viele Menschen. Ähnlich eng und hoch ist auch die Bebauung in Berlin.“

Welche Schlussfolgerung ergibt sich aus dieser Erkenntnis für die künftige Stadtentwicklung in Hamburg und Harburg? Völsch: „Längerfristig muss in Abstimmung mit den Eigentümern daran gedacht werden, dass in der Innenstadt kleinformatige Altbauten abgerissen und durch größere Neubauten ersetzt werden.

Die Zielsetzung muss immer lauten, mehr Wohnraum zu schaffen als vorher da war. Als Vorbild wäre hier der Unternehmer Klaus-Jürgen Hübner zu nennen, der auf seinem Grundstück an der Lüneburger Straße 7 ein neues Modehaus gebaut und zusätzlich mehr als 40 Studentenwohnungen geschaffen hat.“

Erweiterungen für das Innenstadtgebiet gehen gedanklich in die beiden Quartiere „Am Wall“ und „Schippsee“. Laut Völsch müsste für die planerische Entwicklung dieses Raums allerdings eine größere Hürde genommen werden. Völsch: „Dazu müssten erst einmal die vielen Grundeigentümer zu ihrer Interessenslage angesprochen werden.“

Die städtebauliche Entwicklung Harburgs sieht im Bereich Wall/Schippsee auch den Bau einer Landschaftsbrücke über die Buxtehuder Straße und die Bahngleise vor, um das neue Stadtviertel an die Harburger Innenstadt anzubinden. Die Landschaftsbrücke würde mindestens zehn Millionen Euro kosten.

Harburgs Innenstadtgebiet ist bei der Wohnungsbaukonferenz gedanklich noch in andere Richtung ausgedehnt worden: Künftig soll das Gebiet von Groß Moor und Neuland näher unter die Lupe genommen werden. Alle Ergebniss sollen in das kommende Wohnungsbauprogramm für den Bezirk Harburg einfließen.

Völsch: „Es vollzieht sich abgesehen vom Flüchtlingszustrom schon seit längerer Zeit ein gesellschaftlicher Wandel. Die Menschen werden insgesamt älter. Der Bedarf an kleinen und altersgerechten Wohnungen steigt. Hinzu kommt der Bedarf an Wohnraum für allein lebenden Menschen. Insgesamt werden mehr kleine Wohneinheiten benötigt.“

Und Familien sieht Völsch gut im Neugrabener Neubaugebiet „Vogelkamp“ aufgehoben, denn im Gegensatz zum Umland erhebe Hamburg keine Kita-Gebühren.

( gip )

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