Harburg
Bildung

Literarium macht Lust auf Lesen

 Die Förderer durchtrennen das Band: Torben Kleinfeldt (Vorwerk Stiftung), Wilfried Uhlmann (MIT), Frank Krause (Wirtschaftsrunde) und der Vize-Landrat Uwe Harden mit Schulleiterin Johanna Eggeling

Die Förderer durchtrennen das Band: Torben Kleinfeldt (Vorwerk Stiftung), Wilfried Uhlmann (MIT), Frank Krause (Wirtschaftsrunde) und der Vize-Landrat Uwe Harden mit Schulleiterin Johanna Eggeling

Foto: Corinna Panek / HA

Die Berufsbildenden Schulen Buchholz haben eine neue Bibliothek bekommen: 10.000 Exemplare vom Sachbuch bis zum Roman sind vorrätig.

Buchholz.  Mehr Platz zum Lernen, aber auch zum Schmökern haben jetzt die Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Buchholz: Die neue Bibliothek ist jetzt nach einer mehr als einjährigen Umbauphase wiedereröffnet worden. Bei einem kleinen Festakt erhielt sie zudem den Namen „Literarium“. „Lesen ist eine universelle Kulturtechnik, die die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht“, erklärte Schulleiterin Johanna Eggeling, „Lesen ist aber auch ein großes Vergnügen.“

Daher sei es eine traurige Entwicklung, dass nur jeder dritte Deutsche regelmäßig Bücher lese. Lesen fördere die Kreativität: „Wer liest, kann sich besser ausdrücken“, so Eggeling. Fantasie zu entwickeln, sei Voraussetzung für Erfolg in Schule in Beruf. „Wer liest, profitiert von den Erfahrungen andere. Somit ist Lesen auch die Grundlage für eine funktionierende Demokratie.“

Der stellvertretende Landrat Uwe Harden teilte mit, dass der Landkreis Harburg 360.000 in die Umgestaltung der Bücherei investiert habe. 80 Quadratmeter Fläche seien hinzugekommen, so dass die Schüler nun auf 300 Quadratmetern Bücherregale, Schreibtische und auch eine gemütliche Lounge vorfinden.

Nicht eingerechnet ist der Lesehof, der für die schönere Jahreszeit noch Sitzmöbel zum Draußenlesen und -lernen bekommt. „Insgesamt investiert der Landkreis 1,75 Millionen Euro. Leider sind die BBS ein eher unterschätzter Teil unseres Bildungssystems“, sagte Harden.

Wie der Leiter des Bibliotheksausschusses, Jendrik Weihmann erklärte, waren die Bücher früher auf mehrere Räume verteilt gewesen und somit nicht ständig für alle zugänglich. „Weil wir regelmäßig Bücherspenden erhielten, wurde ein eigener Raum nötig.“ Den bekamen die BBS zwar, doch er war bald zu klein.

Dank des neuen Anbaus und durch das Entfernen einiger Wände können die Schüler nun an 36 neuen Sitzplätzen lesen und lernen, also auch klassenweise. Die Fensterfront, die helles Licht in die Räume bringt, macht den Aufenthalt angenehm. Bei zu starker Sonneneinstrahlung können die Fenster mit automatisch gesteuerten Jalousien verdunkelt werden.

Der Bestand umfasst etwa 10.000 Exemplare – Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und CDs. „Das ist schon so viel wie in einer kleinen Gemeindebücherei“, betont Jendrik Weihmann. Davon sind 7000 Medien direkt in der Bücherei, die übrigen nach wie vor in den Fachabteilungen untergebracht. „Auch die Systematik ist dieselbe wie in einer öffentlichen Bücherei. Das heißt, die Schüler finden sich in beiden gleich zurecht“, erklärte er. Das Ausleihsystem ist computergestützt, Reservierungen können die Schüler auch über die Internetseite der Schule vornehmen. Alle Bücher sind mit einem Barcode versehen, so dass die Erfassung der Ausleihe und Rückgabe schnell und einfach erledigt werden kann.

Das Ausleihen der Bücher ist für die Schüler kostenfrei. Wie in einer öffentlichen Bücherei können die Schüler ihre Leseexemplare mit nach Hause nehmen. Auch wenn die Leihdauer überschritten wird, bekommen die Schüler zwar eine Aufforderung zur Rückgabe, Mahngebühren fallen aber nicht an.

Obwohl es sich um eine Schulbücherei handelt, finden sich hier nicht nur Lehr- und Sachbücher. Auch Romane und nicht zuletzt der neueste Asterix-Band sind hier zu finden. Direkt neben dem Literarium, aber in einem separaten Raum, ist die Lernmittelausgabe untergebracht, also die Bücher, die im Klassensatz ausgegeben werden.

Zwei Mitarbeiterinnen sind in der Bücherei tätig, die eine ist Jendrik Weihmanns Ehefrau, die andere, Nadine Frischkorn, kommt über die

der Lebenshilfe Tostedt. Sie ist bereits die zweite Mitarbeiterin von dort, ihre Vorgängerin ist aus Buchholz weggezogen.

Das Literarium wird auch von der Buchholzer Wirtschaftsrunde, der Mittelstandsvereinigung und der Vorwerk-Stiftung unterstützt. Nicht zuletzt die Stelle von Nadine Frischkorn kann Dank der Unterstützung aus der Wirtschaft finanziert werden.