Harburg
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Der Radweg am Ehestorfer Weg wird erneuert

Der Radweg am Ehestorfer Heuweg soll ganz neu gebaut werden

Der Radweg am Ehestorfer Heuweg soll ganz neu gebaut werden

Foto: Lars Hansen / HA

Der große Wurf wird notwendig: Aus 100.000 Euro Radwegesanierungskosten wurden alleine 200.000 Euro Planungskosten.

Harburg/Hausbruch.  Heinke Wiemer, Radwegeplanerin beim Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG ), hatte eine Überraschung für den Ausschuss für Bürgerservice, Inneres und Verkehr der Harburger Bezirksversammlung parat: Der LSBG plant, den Ehestorfer Heuweg auf ganzer Hamburger Länge neu zu gestalten.

„Ursprünglich war nur geplant, den vorhandenen Radweg am Ehestorfer Heuweg zu sanieren und an die Anforderungen anzupassen, die wir heute an Radwege stellen“, sagte Wiemer. „Aber als wir den Weg in Augenschein nahmen, stellten wir fest, dass eine simple Sanierung auf die heutigen Standards hier nicht möglich ist.“

Da der Ehestorfer Heuweg allerdings sowohl als Schulweg, aber auch als Freizeitroute stark mit Fahrrädern frequentiert wird, will der LSBG an der Absicht festhalten, die Radwege hier zu ertüchtigen.

Aus zuvor geschätzten Instandsetzungskosten von 100.000 Euro und einer schnellen Umsetzung werden so allerdings allein schon Planungskosten von 200.000 Euro, weil der LSBG zwar voller Fachleute steckt, die Planung so umfangreicher Maßnahmen aber nicht selbst vornehmen darf, sondern nach Europarecht ausschreiben muss und den beauftragten Planern dann die eigenen Pläne quasi nur noch als Wunschzettel übergibt.

Mit einer schnellen Fertigstellung ist auch nicht mehr zu rechnen, denn nach der Ausschreibung der Planung kommt die Auftragsvergabe, die Planung selbst, ihre Prüfung durch Verwaltung und Politik, das Ausschreiben der Gewerke, ihre Vergabe und dann erst der erste Presslufthammerschlag in den Ehestorfer Heuweg, wie man ihn bislang kennt. Die dem LSBG übergeordnete Wirtschaftsbehörde rechnet nicht damit, dass der Baubeginn vor 2017 erfolgt.

Eine einfache Sanierung ist unter anderem deshalb nicht möglich, weil der bestehende Radweg dafür nicht breit genug ist, aber auch weil der Zustand des Straßenrandes vor allem im Bereich der Grundstückszufahrten beklagenswert ist.

Bislang führt auf der Westseite des Ehestorfer Heuwegs ein kombinierter Fuß-und Radweg entlang. An einigen Stellen ist dieser sogar noch als Zwei-Richtungs-Radweg markiert. Nach heutigen Anforderungen müsste dafür allein der Radweg 2,50 Meter breit sein, zusammen mit einem Fußweg 3,50 Meter.

Dieser Platz ist hier nicht vorhanden und Anwohne beschwerten sich über die Konkurrenz zwischen Fußgängern und Radfahrern. Deshalb befindet sich auf der Ostseite des Ehestorger Heuwegs seit einiger Zeit ein Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Der wird aber kaum genutzt, weil Radfahrer sich auf der kurvigen Straße vor allem abends nicht sicher fühlen.

Bei der Neuplanung verwarf Heinke Wiemer daher auch die Varianten mit Radfahrstreifen zurückgreifen, obwohl diese in Hamburg eigentlich bei de Planung neuer Radwege bevorzugt werden sollen.

„nach Prüfung aller denkbarer Varianten wünschen wir uns einen Zweirichtungsradweg auf der Westseite“, sagt Wiemer. Alle Ziele, die Radfahrer interessierten, lägen dort. Deshalb würde ein Radweg auf der waldigen Ostseite nur irgendwann zu Straßenquerungen führen.

Für diesen Plan müsste der Fuß-und Radweg um einen Meter verbreitert werden, Der Radfahrstreifen an der Ostseite würde wegfallen. Trotzdem müsste auch die Fahrbahn des Ehestorfer Heuwegs neu gemacht werden. Das muss sie nach Ansicht des LSBG aber ohnehin, weil auch die Straße sanierungsbedürftig ist.

Wie diese umfangreichen Baumaßnahmen über fast zwei Kilometer so erfolgen können, dass der Ehestorfer Heuweg seine Funktion als Ausweichstrecke zur A7 auch während des Baus beibehalten kann, ist unklar. Noch ist die Planung ja nicht einmal vergeben. Unklar ist auch, wie die Bushaltestellen – dann vor allem an der Ostseite – gestaltet werden sollen.

Der Ausschuss hatte Kritik an den Plänen: „Mit einem Zwei-Richtungsradweg an der Westseite werden wir doch genau das Problem neu erschaffen, wegen dessen sich die Anwohner bei uns beschwert haben“, sagte SPD-Verkehrsexperte Frank Wiesner .