Harburg
Hanstedt

Waldbad soll zum Spaßbad werden

Auf dem Grundriss gut zu erkennen ist das geplante Sonnendeck, das den „Spaßbereich“ von den Schwimmbahnen trennt

Auf dem Grundriss gut zu erkennen ist das geplante Sonnendeck, das den „Spaßbereich“ von den Schwimmbahnen trennt

Foto: Planungsbüro Hildesheim / HA

Der Bauausschuss der Samtgemeinde spricht sich für eine familiengerechte Sanierung des Hanstedter Freibades aus.

Hanstedt.  Dass das Waldbad am Rande von Hanstedt gelegen, sanierungsbedürftig ist, steht außer Frage. 1961 eingeweiht, in der 80er-Jahren teilweise modernisiert, kommt es heute eher altbacken daher. Heute wünschen sich viele Besucher andere Angebote als nur die Möglichkeit lange Bahnen zu ziehen. Es gibt also Handlungsbedarf in Hanstedt. In der Vergangenheit war die Gemeinde deshalb schon einmal in die Planung eingestiegen.

Wie weit die nun gediehen ist, zeigte sich am vergangenen Donnerstag bei der Sitzung im Bauausschuss der Samtgemeinde. Dort stellte das Planungsbüro Hildesheim vor, was es in Zusammenarbeit mit einem eigens eingerichteten Arbeitskreis entwickelt hatte. Da auf den sechs 50-Meter-Bahnen des Schwimmbads auch Wettkämpfe stattfinden, saßen in diesem Arbeitskreis nicht nur Vertreter der örtlichen Sportvereine, sondern auch Mitglieder des Schwimmclubs Seevetal.

Sie sprachen sich für folgende Neuerungen aus: Das Bad umfasst in Zukunft vier 50 und zwei 25 Meter lange Bahnen. Hinter dem neuen Sonnendeck, das 45 Quadratmeter groß sein soll, entsteht eine mitteltiefe Zone (1,35 Meter) in der Wassergymnastik gemacht werden kann und der ansonsten Kindern und Jugendlichen Freiraum bietet. Neu eingebaut werden sollen Massagedüsen, eine Nackendusche, ein Wasserfall, Bodenbrodler und eine breite Einstiegstreppe. Weiterhin sollen die sanitären Anlagen erneuert werden.

Wichtig war bei der Planung, möglichst viele Interessengruppen unter einen Hut zu bekommen. Zum einen sind da die Vielschwimmer, die fast das ganze Jahr auf den sechs Schwimmbahnen ihre Runden ziehen. Zum anderen sind da die Familien, die mit Kind zu Kegel vor allem in den Sommermonaten Spaß und Freizeitvergnügen suchen.

Wenn es nach den Dauerkartenbesitzern geht, müsste sich gar nicht so viel ändern. Sie haben vor allem mit dem Plan, zwei Bahnen auf 25 Meter zu verkürzen und an dieser Stelle ein großes Sonnen-Holzdeck zu bauen, ein Problem.

So formulierte der Hanstedter Vielschwimmer Karl Hermann Ott in einem offenen Brief an die Gemeinde: „Durch meine fast täglichen Beobachtungen weiß ich, dass das Bad nur bei ganz warmem und sonnigem Wetter richtig voll ist. Sowie es etwas kälter und wolkiger ist, sind nur wir, die Vielschwimmer, da. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn das Bad in ein sogenanntes „Spaßbad“ umgewandelt wird.“ Aus seiner Sicht sei der Gedanke, „den Schwimmerbereich zu verkleinern, um den Nichtschwimmern mehr Platz zu schaffen“, absolut falsch.

Dem widerspricht Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus, er will das Waldbad, gerade im Hinblick darauf, dass man für die nächsten 20 bis 30 Jahre plant, familienfreundlicher sehen: „Mit Blick auf die Zukunft sehen wir uns nicht nur den Dauerschwimmern verpflichtet, sondern gegenüber allen Bürgern.“ Vor allem für Kinder und Jugendliche müsse das Bad wieder attraktiver werden. Für sie ist deshalb eine neue 13 Meter lange Breitwellenrutsche im Bad geplant.

Der Bauausschuss muss das Projekt vor der Zeit auf den Weg bringen. Eigentlich wollte die Gemeinde die 2,57 Millionen teure Sanierung des Bades erst 2018 in Angriff nehmen, denn Vorrang hat die Sanierung der Grundschule in Egestorf.

Das wäre aber zu spät für die Förderung durch den Bund. Anfang Dezember muss die Samtgemeinde den Förderantrag eingereicht haben, sollte sich der Bund an der Sanierung des Bades beteiligen, würde er 1,16 Millionen der Kosten tragen: „Das wären 45 Prozent, die können wir uns nicht durch die Lappen gehen lassen“, sagte Muus.

Der Ausschuss verabschiedete das Konzept des Hildesheimer Planungsbüros mit acht Ja- und einer Gegenstimme. Letzte Instanz auf dem Weg zur Realisierung des Projekts ist nun noch die Abstimmung im Samtgemeinderat, er tagt am 3. Dezember.