Bauplanung

Edle Wohnsiedlung entsteht in der Fischbeker Heide

Mitten im Wald soll ein hochwertiges Wohngebiet entstehen. Thomas Saunus, Fachbereichsleiter Ortsentwicklung, und Pressesprecherin Sandra Lyck mit der Skizze

Mitten im Wald soll ein hochwertiges Wohngebiet entstehen. Thomas Saunus, Fachbereichsleiter Ortsentwicklung, und Pressesprecherin Sandra Lyck mit der Skizze

Foto: Bianca Wilkens / HA

Nach zehn Jahren holt Neu Wulmstorf die Pläne für die Waldsiedlung wieder aus der Schublade. Weiteres Nachbessern nötig.

Neu Wulmstorf.  In der Gemeinde Neu Wulmstorf soll künftig etwas entstehen, was man sonst nur von Hittfeld und Lüneburg kennt: Exklusive Wohnformen, darunter auch Villen, mitten im Wald. Die Planung dazu gibt es bereits seit Jahren. Schon 2005 haben Politik und Verwaltung der Gemeinde Neu Wulmstorf den Bebauungsplan dafür aufgestellt. Doch das Thema lag lange brach.

Jetzt, nachdem der Abschluss über einen städtebaulichen Vertrag zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) und den Investoren naht und die Erschließung des Wohngebiets Fischbeker Heidbrook auf dem ehemaligen Gelände der Röttiger Kaserne läuft, schiebt Neu Wulmstorf das Thema wieder an.

In der edlen Waldsiedlung sind 57 Grundstücke für Einfamilienhäuser vorgesehen. Sie soll in der Fischbeker Heide parallel zur Fischbeker Straße entstehen. Wer dort einzieht, hat viel Platz. Die Grundstücke sollen zwischen 1.500 und 3.200 Quadratmeter umfassen. Nicht nur in der Größe unterscheidet sich das neue Wohngebiet von anderen, die in der Vergangenheit in der Gemeinde Neu Wulmstorf entstanden sind.

„Die Menschen wohnen mitten im Wald in einem Naturerlebnisraum und trotzdem sind es nur wenige Meter zum urbanen Raum. Das ist ein echtes Pfund“, sagt Thomas Saunus, Fachbereichsleiter Ortsentwicklung in der Gemeinde Neu Wulmstorf. Weiterer Vorteil: Die Bewohner können sich sicher sein, dass die Region nicht weiter verbaut wird. „Da wird nichts mehr kommen“, sagt Thomas Saunus.

Denn das Bauvorhaben fußt auf ein städtebauliche Entwicklung im großen Stil, dem Masterplan Röttiger Kaserne/Standortübungsplatz Fischbeker Heide. Nachdem klar war, dass sich die Bundeswehr 2004 aus der Röttiger Kaserne in Hamburg-Fischbek und vom Standortübungsgelände, das auf niedersächsischer Seite in der Gemeinde Neu Wulmstorf liegt, zurückzieht, erklärte die Metropolregion Hamburg die Entwicklung des Gebiets zum Leitprojekt.

Stadt- und Landschaftsplaner klügelten aus, was mit dem 270 Hektar großen Geländes, das viele Jahre Sperrgebiet war, nach dem Rückzug der Bundeswehr geschehen soll. In den Arbeitsgruppen waren sowohl Hamburg als auch Niedersachsen sowie der Landkreis als auch die Gemeinde Neu Wulmstorf vertreten. Auch Thomas Saunus war an der Planung beteiligt. Das zentrale Ergebnis war, den ehemaligen Übungsplatz überwiegend für die Natur zu sichern. Neu Wulmstorf hat damals 180 Hektar der Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg übertragen.

Hamburg und Neu Wulmstorf handelten darüber hinaus aus, dass auf dem Hamburger Gebiet, eine Siedlung mit jetzt maximal 690 Wohneinheiten entsteht – das Wohngebiet Fischbeker Heidbrook. Und dass auf Neu Wulmstorfer Boden eine exklusive Waldsiedlung errichtet wird. Thomas Saunus ist bewusst, dass es den Neu Wulmstorfer Einwohnern an kleinen Wohnungen für Alleinerziehende und Senioren fehlt. „Das werden wir auch aufgreifen und dafür Innenentwicklung betreiben. Aber es gibt auch die Nachfrage nach exklusiver Wohnlage. Man kann nicht nur einseitig planen“, sagt er.

Wie das Wohngebiet aussehen soll, stellte Architekt Stefan Röhr-Kramer vom Büro „Wir sind Architekten“ in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses der Gemeinde Neu Wulmstorf vor. Zehn Hektar Kiefernwald sollen in Bauland umgewandelt werden. Maximal 250 Quadratmeter sollen die Grundstückseigentümer bebauen können. Die Waldsiedlung soll über den Fischbeker Heidbrook erreichbar sein

Doch die Pläne reichten den Politikern nicht aus, um sie in der Öffentlichkeit auszulegen. Zu skizzenhaft, zu oberflächlich für einen so wichtigen Bebauungsplan, lautete die Kritik aus den Fraktionen im Ausschuss. Scharfe Worte fand CDU-Fraktionschef Malte Kanebley. „Es ist nichts vorgelegt worden, was im Entferntesten mit einem Bebauungsplan zu tun hat.“

Auch Thomas Grambow (SPD), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses, äußerte die Befürchtung, dass nach der jetzigen Planung eine gleichförmige Siedlung entsteht. „Uns ist wichtig, dass die Siedlung aufgelockert wird und nicht wie an einer Perlenkette gezogen aussieht.“ Vor allem aber liegt der SPD eine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zu Neu Wulmstorf am Herzen. „Es darf nicht passieren, dass dort eine Enklave von Gutverdienern entsteht, die sich nicht zu Neu Wulmstorf zugehörig fühlt“, sagt Grambow.

Am Ende beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, einen detaillierten Entwurf auszuarbeiten.