Harburg
Entwurf Bahnhofstraße

Buchholz bekommt wieder eine Prachtstraße

Die Stadt stellt den Entwurf für die Umgestaltung der Bahnhofstraße vor

Die Stadt stellt den Entwurf für die Umgestaltung der Bahnhofstraße vor

Foto: ksw Architekten / HA

Alles fast wie früher: Kino, Restaurants, Läden und sogar eine Diskothek zeigt der Entwurf für die Wiederherstellung der einstigen Prachtstraße.

Buchholz.  Ein Steakhaus, ein Kino, ein Brauhaus und weitere Gastronomie, aber auch Wohnungen, eine Markthalle, ein Ärztehaus und ein Club – das alles soll künftig in der Bahnhofstraße in Buchholz seinen Platz finden. Die Verwaltung hat jetzt erste Pläne für das Gebiet, das bereits den Namen „Canteleu-Quartier“ bekommen hat, vorgelegt. Geplant ist, den Entwurf am Mittwoch, 25. November, im Fachausschuss ausführlich vorzustellen.

Vor knapp einem Jahr hatte der Buchholzer Unternehmer Andreas Tietz bekannt gegeben, dass er nahezu alle Grundstücke an der Bahnhofstraße, einschließlich des Bahnhofsgebäudes, gekauft hat. Tietz hatte damals geäußert, dass er sich für die Straße französisches Flair wünscht. Herausge-kommen ist nun ein Entwurf mit mehreren Gastronomieflächen und einer Markthalle, wie sie in südlichen Ländern verbreitet sind. Die Markthalle wird mit einem Hotel kombiniert. Auch ein Club ist geplant.

An der Nordseite der Straße sind Gewerbe und Wohnungen vorgesehen, darunter auch Betreutes Wohnen für Senioren und einige inhabergeführte Geschäfte. Dank dieser Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit soll das Quartier nicht in Konkurrenz zur Innenstadt stehen, sondern deren Angebot ergänzen.

Den Entwurf hat das Büro Kellner Schleich Wunderling Architekten & Stadtplaner GmbH aus Hannover vorgelegt. Das Team hatte sich bei einem Wettbewerb, den die Stadt ausgeschrieben hatte, gegen zwei andere Architekturbüros durchgesetzt.

Vorangegangen war ein Workshop mit Teilnehmern aus Verwaltung, Politik, Fachleuten und Bürgern. Ausschlaggebend bei der Auswahl war der Mix aus hoher und niedriger Bebauung, die „die Buchholzer Mischung gut trifft“, wie es in dem Bericht der Verwaltung heißt. Die Straßenführung selbst, inklusive Wendekreis, soll nicht verändert werden.

Durch die Anordnung der Gebäude können viele Bäume erhalten bleiben. Ziel ist, die Bahnhofstraße vom „Ort des Übergangs für Ankommende und Davoneilende“ wieder zum „schmucken Empfangsraum der Stadt“ und zum „attraktiven, zum Aufenthalt einladenden Treffpunkt für Jung und Alt“ zu entwickeln, heißt es in dem Bericht.

Die Planvorgabe lautete außerdem, den Verkehr – sei es der Kunden und Besucher, sei es der Lieferanten – nicht einzuschränken. Dafür sollen die Wohn- und Geschäftsgebäude an der Südseite Tiefgaragen und rückwärtige Zufahrten erhalten.

Optisch soll das neue Quartier durch einheitlichen Bodenbelag und Ziegelfassaden zusammengehalten werden. Durch die geschlossene Gebäudefront an der Südseite würde der Bahnlärm abgeschirmt. Auf dem südlichen Gleis fahren Güterzüge, nördlich der Bahnhofstraße Personenzüge.

Die Stadt erhofft sich von der Aufwertung der Bahnhofstraße die weitgehende Aufhebung ihrer trennenden Wirkung. Da die Straße von zwei Seiten von Gleisen umgeben ist und als Sackgasse am Bahnhofsvorplatz endet, wird sie zurzeit vor allem als Durchgangsstation wahrgenommen. Hinzu kommt, dass die Straße mit Leerstand und Spielhalle ein eher trübes Bild abgibt.

„Wir streben die Renaissance der Bahnhofstraße an“, betont Investor Andreas Tietz. Deswegen findet sich in dem Konzept vieles wieder, was es früher schon an der Bahnhofstraße gegeben hat – sei es das Kino oder ein Lebensmittelgeschäft. Sogar an einen Club wurde gedacht – an der Stelle befand sich früher die Diskothek „Number One“.

Zugleich wird damit die Lücke gefüllt, die durch die Schließung der „Kabenhof-Lounge“ vor wenigen Wochen entstanden war. Das Kino will Terra selbst bauen, „das soll der Frequenzbringer werden“, sagt Tietz.

Wenn der Verwaltungsausschuss das Konzept und den damit verbundenen Bebauungsplan „Bahnhofstraße neu“ beschließt – die Sitzung ist am Donnerstag, 3. Dezember – erfolgt die öffentliche Auslegung. Dabei will die Stadt die Möglichkeit bieten, auch online Vorschläge einzubringen. Näheres zum Projekt ist auch unter www.canteleu-quartier.de zu finden.