Ehestorf

Gute Idee: Hubertusmarkt an zwei Tagen

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Rolf Zamponi
David Steineke gab am Sonnabend die Erbsensuppe aus. Es blieb nichts davon übrig

David Steineke gab am Sonnabend die Erbsensuppe aus. Es blieb nichts davon übrig

Foto: Rolf Zamponi / HA

Gastwirt Johannes Schuster denkt über eine Verlängerung am Sonntag nach. Rekordbeteiligung am Sonnabend: 30.000 Besucher kamen nach Ehestorf.

Ehestorf.  Es war ein Rekordtag. Johannes Schuster ist überzeugt, dass am Sonnabend rund 30.000 Besucher zu seinem Hubertusmarkt kamen. Die Erbsensuppe und das Grillfleisch bei dem traditionell immer auf den letzten Sonnabend im Oktober terminierten Markt waren ausverkauft. Jetzt denkt der Wirt des Gasthauses zum Kiekeberg darüber nach, die Veranstaltung noch auszuweiten. „Wir könnten auf zwei Tage gehen, so dass die Aussteller auch am Sonntag ihre Waren anbieten können.“

Zwar ist noch nichts entschieden. Aber das Interesse, sich gleich neben dem Freilichtmuseum am Kiekberg auf die Suche nach ausgefallenem Kunsthandwerk zu machen, hält seit Jahren an. Am Sonnabend ließ sich schon am Vormittag trotz der großen Flächen am Museum kaum mehr ein Parkplatz ergattern. Der Strom der Besucher, die zum Eingang strebten riss nicht ab.

„In den vergangenen Jahren ist der Markt langsam immer mehr gewachsen“, sagt Schuster. Die meisten der Hobbykünstler kommen wieder. Nur etwa 20 bis 30 Stände muss er jährlich neu besetzen. Das fällt offensichtlich nicht schwer. Am Sonnabend hatten mehr als 200 Anbieter zugesagt.

Unter ihnen wie seit Jahren: Hartwig Drescher. Der pensionierte Sozialarbeiter aus Moorburg widmet sich seit 30 Jahren Arbeiten mit Holz, die Bildhauerei, drechseln, schnitzen und Zimmermannsarbeit verbinden. In seiner „mittelgroßen“ Werkstatt hortet er Holz, das er als „Jäger und Sammler “ gefunden hat. Daraus werden Kugelschreiber, Kerzenständer für Teelichter sowie Möbel im eigenen Design: „Ich bin weg vom rechten Winkel.“

Ehestorf ist für Drescher der letzte Markt des Jahres im Freien: „Ein Heimspiel, bei dem ich viele Bekannte treffe.“ Die konnten sich auch über einen Tisch aus Mooreiche freuen, dessen Holz 6970 Jahre unter der Erde zugebracht hatte, bevor es Drescher fand. Das schwarze Möbel hatte am Sonnabendnachmittag aber noch keinen Käufer gefunden.

Allein auf Reste aus alter Kleidung oder von Tischdecken setzt Helma Boltze. Seit 1993 als ihre Schwiegertochter eine selbst gefertigte Puppe anziehen wollte, näht sie Puppenkleider. Die Puppenkinder dürfen zwischen zehn und 60 Zentimeter groß sein. Um ihre Ware entsprechend präsentieren zu können, greift sie auf Kleiderbügel zurück, die ihr Mann Peter maßstabgerecht aus ausrangierten Bügeln in Normalgröße herstellt und lackiert.

Die Boltzes waren am Sonnabend mit ihrem Geschäft zufrieden. „Beim Hubertusmarkt läuft es immer gut“, sagt Helma Boltze. Eine Einschätzung, die auch für die Mehrzahl der anderen Aussteller gilt. „Sie waren zufrieden bis sehr zufrieden“, so Peter Boltze, der die Verwaltung der beteiligten Aussteller übernommen hat. Das gilt auch für den Stand von Unicef. Dort verkaufen Ulrike und Imke Hasselbring Weihnachts- und andere Grußkarten. Es war der Auftakt für ihren Einsatz vor Weihnachten im Harburger Phoenix-Center.

Gastwirt Schuster setzt bei dem Markt vor allem auf den Hunger der Gäste. Das gesamte Angebot an Speisen liegt in der Hand der Familie. Es reicht von der Erbsensuppe über Kartoffelpuffer, Champignons, Kaffee und Kuchen bis hin zum Schlachterwagen. Aus einem transportablen Backofen zogen seine Tochter Irma und sein Sohn Christian immer wieder Bleche mit Rahmbroten. „Wir wollen in alle Munde sein. Davon profitieren wir über das ganze Jahr“, sagt Schuster.

Klar ist für ihn: Auch 2016 wird es am letzten Oktobersonnabend wieder einen Hubertusmarkt geben. Bis dahin ist ein Jahr Zeit, um über einen Verlängerung nachzudenken.

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