Verkehr in Harburg

Die Hannoversche Brücke wird ab sofort zum Engpass

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Lutz Kastendieck
Am 1. November 2015 wurden an der Hannoverschen Brücke in Harburg Betonbanden aufgestellt, damit Lkw die Brücke nicht mehr passieren können

Am 1. November 2015 wurden an der Hannoverschen Brücke in Harburg Betonbanden aufgestellt, damit Lkw die Brücke nicht mehr passieren können

Foto: Lutz Kastendieck / HA

Das abrissreife Bauwerk ist seit Sonntag, 1. November, nur noch für Fahrzeuge mit einer Breite bis 2,10 Meter passierbar.

Harburg.  Die Hannoversche Brücke unweit des Bahnhofs Harburg ist schon viele Jahre ein Sorgenkind des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer. Inzwischen ist sie so marode, dass Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen sie nicht mehr passieren dürfen. Das gilt eigentlich schon seit 1. September dieses Jahres. Doch weil sich kaum jemand daran hielt, hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation die Fahrbahnen nun verengen lassen.

„Mehrtägige verkehrstechnische Beobachtungen haben ergeben, dass die durch Verbotsschilder angezeigte Sperrung vielfach missachtet und die ausgeschilderten Umleitungsstrecken nicht genutzt wurden. Deshalb war die Maßnahme notwendig“, erklärte Behördensprecherin Susanne Meinecke.

Am Sonntag haben Mitarbeiter einer Spezialfirma nun kniehohe Betongleitwände in Stellung gebracht, um die Zufahrten zur Brücke für alle Fahrzeuge mit einer Breite von mehr als 2,10 Metern „mechanisch zu sperren“. Außerdem wurde die Sperrung durch entsprechende Warnschilder vor der Brücke und die Ausweisung von Umleitungsstrecken ergänzt.

Spannbetonbrücken weisen häufig Schwachstellen auf

Die 73 Meter lange Hannoversche Brücke, die die Gleise der Bahntrasse Richtung Stade überquert, wurde 1956 als Spannbetonbrücke gebaut. In dieser Bauweise erstellte Viadukte weisen heute häufig Schwachstellen auf, die durch Verstärkungsmaßnahmen behoben werden müssen oder zu einem vorzeitigen Abbruch führen.

Bei regelmäßigen Bauwerksuntersuchungen wurde eine deutliche Zunahme der Schäden an der Hannoverschen Brücke festgestellt. Berechnungen von Statikern haben ergeben, dass die Stand­sicherheit der Brücke „nicht mehr ausreichend gegeben ist“ und Nutzungseinschränkungen deshalb unumgänglich sind. Das gilt neben dem Schwerlastverkehr auch für den gesamten Busverkehr.

Der Abbruch und Neubau der Brücke ist für die zweite Jahreshälfte des kommenden Jahres vorgesehen. „Bis dahin wird das Bauwerk intensiv überwacht, um eine weitere Schadenszunahme rechtzeitig erkennen zu können“, so Susanne Meinecke..

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