Harburg
Winsen

Der Landkreis Harburg braucht jetzt Notunterkünfte

Flüchtlinge vor einer Unterkunft

Flüchtlinge vor einer Unterkunft

Foto: JOTO

Winsen.  Der Landkreis Harburg ist auf die angekündigte Amtshilfe für das Land Niedersachsen bei der Erstaufnahme von Flüchtlingen vorbereitet. Aufgrund von täglich rund 1000 ankommenden Flüchtlingen in Niedersachsen und der Überlastung aller Erstaufnahme-Einrichtungen hatte Innenminister Boris Pistorius vergangenen Donnerstag entschieden, dass die Kommunen die neu ankommenden Flüchtlinge im Rahmen der Amtshilfe vorübergehend direkt aufnehmen müssen. Auch der Landkreis Harburg ist davon betroffen und wird in dieser Woche insgesamt 300 Flüchtlinge zusätzlich zu den wöchentlichen Zuweisungen von 70 bis 80 Asylbewerbern aufnehmen.

Die ersten Busse oder Züge wurden mit insgesamt 150 Personen gestern in den späten Abendstunden in Winsen erwartet. Am Freitag werden voraussichtlich 150 weitere Flüchtlinge im Kreishaus eintreffen.

Die ankommenden Flüchtlinge werden im ehemaligen Hotel Europa in Winsen, in den Containerwohnanlagen in Eyendorf und Gödenstorf (Samtgemeinde Salzhausen) sowie Handeloh vorübergehend untergebracht. Die Kreisverwaltung wird die Neuankömmlinge in Winsen namentlich erfassen, medizinisch untersuchen und dann in mit Kleinbussen in ihre Unterkünfte bringen. Eine Betreuung und Verpflegung vor Ort wird gewährleistet. Dabei wird der Landkreis durch die ehrenamtlichen Hilfsdienste der Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter Unfallhilfe, der Feuerwehr und den Evangelischen Kirchenkreis Winsen unterstützt.

An beiden Tagen werden zur Unterstützung der Abteilung Migration und des Gesundheitsamts weitere Mitarbeiter die Aufnahme der Flüchtlinge begleiten. Mitarbeiter des Jugendamtes und der Erziehungsberatung werden sich um möglicherweise ankommende unbegleitete Jugendliche kümmern.

Die im Rahmen der Zuweisungsquote weiterhin wöchentlich in den Landkreis kommenden Flüchtlinge werden in den nächsten Wochen wie geplant und angekündigt in den neu geschaffenen Unterkünften in Niedermarschacht, Heidenau und Neu Wulmstorf untergebracht. Durch die vorübergehende Unterstützung des Landes bei der Erstaufnahme werden im Landkreis Harburg früher als geplant Notunterkünfte eingerichtet werden müssen.

Die Kreisverwaltung hat angesichts der im September angekündigten Zuweisungsquote von 80 Menschen pro Woche vorgesorgt und bereits weitere Plätze geschaffen, die jetzt durch die zusätzliche Zuweisung des Landes vorzeitig belegt werden müssen. Ob in den kommenden Wochen weitere zusätzliche Zuweisungen zu erwarten sind, ist noch offen.