Harburg
Zukunftsinvestition

Jesteburg baut endlich ein neues Feuerwehrhaus

Das neue Gebäude umfasst sieben Hallen für Fahrzeuge, eine Werkstatt, sowie Lager- und Aufenthaltsräume

Das neue Gebäude umfasst sieben Hallen für Fahrzeuge, eine Werkstatt, sowie Lager- und Aufenthaltsräume

Foto: MRO Architektenbüro / HA

Der Samtgemeinderat beschließt 3,8 Millionen teuren Neubau trotz leerer Kassen und plant damit langfristig für die nächsten 30 Jahre.

Jesteburg.  So viel Publikum hatten die Mitglieder des Jesteburger Samtgemeinderats selten bei ihren Sitzungen. Die Zuschauerplätze waren am Mittwochabend voll besetzt, nicht nur mit Erwachsenen, sondern auch mit vielen Kindern und Jugendlichen. Es gab einen guten Grund, warum das Interesse bei vielen Bewohnern der Samtgemeinde an diesem Abend so groß war: Es ging um die Entscheidung zu dem neuen Feuerwehrgerätehaus, das auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei am Brettbach, am Ortsausgang Jesteburgs, entstehen soll.

Nach zweistündiger intensiver Diskussion stimmte der Samtgemeinderat mit sechs Gegenstimmen aus dem Lager Bündnis 90/ Die Grünen, für das Projekt. Dass die Samtgemeinde ein neues Gebäude für die Fahrzeuge und die freiwilligen Feuerwehrleutebraucht, ist allen klar. Schon vor drei Jahren begann deshalb die konkrete Planung für ein neues Gebäudes. Im engen Kontakt mit Samtgemeindebrandmeister Michael Matthies und seinen Kollegen aus den Ortswehren in Bendestorf, Jesteburg, Lüllau und Harmstorf wurde erarbeitet, wie das neue Gebäude genau beschaffen sein muss. Im Sommer vergangenen Jahres verabschiedete dann der Samtgemeinderat einen Investitionsbeschluss.

Damals ging man von Gesamtkosten von knapp über drei Millionen Euro aus. Dafür sollte der Bau sieben Fahrzeughallen umfassen, weiterhin Lager- und Aufenthaltsräume, eine Werkstatt und ein Waschplatz. Nachdem das Projekt vom Samtgemeindeausschuss und Finanzausschuss Anfang Oktober diesen Jahres abgenickt worden war, sollte nun der Samtgemeinderat seine Zustimmung zu dem Bau geben. Doch wer erwartet hatte, dass dieser Tagesordnungspunkt schnell abgehandelt werden würde, irrte. Denn zahlreiche Vertreter aller Fraktionen hatte große Bauchschmerzen mit der Entwicklung der Kosten, die sich innerhalb eines Jahres kräftig nach oben geschraubt hatten.

War man 2014 von einem Gesamtvolumen von 3,2 Millionen Euro ausgegangen, riefen jetzt die Vertreter des Planungsbüros MRO aus Oldenburg eine Endsumme von 3,85 Millionen Euro auf. Sie begründeten den gestiegenen Preis, immerhin ein Betrag von mehr als 600.000 Euro, zum einen mit einer Kostensteigerung für den Bau, der bei vier Prozent liegt. Zum anderen sei die technische Ausstattung mit einer Brandmelde- und einer Alarmanlage teurer geworden als gedacht. Den größten Batzen verschlingt allerdings die Vorbereitung des Baugrunds. So musste der Standort des Gebäudes aus Naturschutzgründen 20 Meter weg vom Brettbach hin zur Straße verschoben werden. Außerdem schlummert Bauschutt im Untergrund des Geländes, der abgetragen und entsorgt werden muss. Weiterhin wird durch die Verlagerung des Gebäudes ein Staukanal nötig, der die Oberflächenentwässerung übernehmen wird.

Eigentlich wäre der Bau noch teurer. Samtgemeindebrandmeister Matthies erläuterte in der Ratssitzung, wie und wo die Kameraden die Kosten durch Eigenleistung und Spenden senken. Alles im Allem versprach er einen Eigenanteil von 160.000 Euro. Weil die Kassen leer sind, muss die Samtgemeinde das Projekt finanzieren, pro Jahr werden dann 109.000 Euro für Zinsen und Tilgung fällig. Letztendlich entschied sich der Rat für den Neubau, mit dem Vorbehalt, dass es keine weitere Kostensteigerung geben darf.