Harburg
Verkehr

Freie Fahrt auf Winsens Innenstadtring

Foto: Rolf Zamponi / HA

Erster Schritt für Sanierung in Winsen abgeschlossen. 2016 wird weiter gebaut. Gesamtkosten: Mehr als eine Million Euro

Winsen.  Bauamtsleiter Andreas Mayer kam mit dem Fahrrad. Noch näher hatten es Robert Bergmann und Johannes Uliczka, deren Büro am Vom-Somnitz-Ring mitten in Winsens Innenstadt liegt. Denn genau für diesen Straßenzug hatten die beiden Planer der Winsener Grontmij GmbH die Sanierung geplant.

Gemeinsam mit Mayer konnten die Ingenieure am Dienstag positive Nachrichten verkünden. „Wir sind mit dem ersten Abschnitt gut 14 Tage bis drei Wochen eher fertig geworden als zuvor geplant“, sagte Uliczka. Auch Mayer freute sich: „Wir hatten eine gut funktionierende Baustelle. Weil wir die Anwohner früh informiert haben, wussten alle Bescheid und es gab es nur wenige Beschwerden.“

Der erste Schritt für die aufpolierte City der Kreisstadt ist damit getan. Innerhalb von dreieinhalb Monaten wurden die gut 500 Meter von der Tönnhäuser Straße vorbei am Zentralen Omibusbahnhof (ZOB) bis hin zur Querung der Postweg instandgesetzt und modernisiert. Das gilt zum einen für die Bürgersteige und Fahrradwege. Aber auch die Straße, die mitten durch die Stadt führt, wurde wieder hergerichtet und die Ampeln zudem mit stromsparenden LED-Leuchten ausgestattet.

Die Kosten für die Maßnahmen betragen rund 650.000 Euro, die von der Stadt bereit gestellt wurden. Mit dem einsetzenden Winter kommt es jetzt zu einer Baupause. Im nächsten Jahr sollen die Arbeiten bis zur Wolperding-Kreuzung fortgesetzt werden.

Die Tiefbauarbeiten, die die Firma Willi Meyer aus Uelzen übernommen hat, sollen dafür voraussichtlich im Mai wieder beginnen. „Wir wollen wieder die Sommerferien für den Ausbau nutzen“, sagte Baumamtschef Mayer. Damit dürfte das zweite Stück Straße mitsamt den Bürgersteigen und Radwegen bis zum Herbst 2016 fertig sein.

„Wir wollen im Herbst den städtischen Haushalt für 2016 beschließen, so dass wir Anfang des Jahres mit den Ausschreibungen beginnen können“, sagte Mayer weiter. Die Kosten sollen rund eine halbe Million Euro betragen. Denn in diesem Straßenabschnitt fallen keine Arbeiten an Busbuchten an, die den Ausbau aufweniger machen.

Besonders gestaltet sind jetzt die Bereiche an der Bushaltestelle sowie an den Fußgängerübergängen. Hier wurde nicht nur mit abgesenkten Bordsteinen an Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren gedacht. „Schließlich sind auch Sehbehinderte und Blinde in der Stadt unterwegs“, sagte Planer Bergmann. Grundsätzlich sind die Fahrradwege rot gepflastert, an den Kanten zur Straße sind weiße Steine zwischen graue gesetzt, um eine Orientierung für Sehbehinderte einfacher zu machen. An der Bushaltestelle sind Pflastersteine mit Rillen eingelassen, die mit einem Stock ertastet werden können. Sie markieren genau den Punkt, an dem der Fahrgast in den Bus einsteigen soll. Die Planer von Grontmij sprechen hier von einem Aufstellfeld.

An dem Übergang an der Kreuzung mit der Eckermann Straße weisen die Steine runde Noppen auf. Die folgenden Rillen im Pflaster weisen hier genau die Richtung, in der ein sehbehinderter oder blinder Mensch gehen soll, um die Straße zu überqueren.

Dieser Ausbau wurde auf der Innenstadtbaustelle auch am Tönnhäuser Weg, an der Mittelinsel sowie an einer Fußgängerampel realisiert. Überall gilt dasselbe Prinzip. „Solche Steine werden jetzt überall landesweit für blinde und sehbehinderte Fußgänger eingesetzt, um ihnen den Weg durch Städte zu erleichtern“, sagte Bergmann. Auch in Winsen ist dieser Ausbau künftig überall vorgesehen, wo Fahrbahnen oder Radwege erneuert werden sollen.

Nach einer knappen halben Stunde war die Präsentation am Dienstag schon wieder vorbei. Die beiden Planer konnten zurück in ihr nahes Büro und Bauamtsleiter Mayer zog mit dem Fahrrad von dannen. Jetzt hoffen alle Beteiligten für die Bauarbeiten im Jahr 2016 auf einen ebenso schönen Sommer wie in diesem Jahr.