Harburg
Verwaltung

Harburgs Kreisrat Björn Hoppenstedt geht

Harburgs Kreisrat Björn Hoppenstedt

Harburgs Kreisrat Björn Hoppenstedt

Foto: Andreas Rabe / HA

Die Amtszeit des Juristen läuft Ende Februar ab. Da der Landrat keine Mehrheit für den CDU-Mann im Kreistag erwartet, schlägt er ihn nicht erneut vor

Winsen. Rolf Zamponi

Kreisrat Björn Hoppenstedt wird den Landkreis Harburg verlassen. Der promovierte Jurist bewirbt sich nach acht Jahren im Amt nicht erneut um seine zum 1. März 2016 ausgeschriebene Stelle. „Als dritter CDU-Mann an der Verwaltungsspitze sehe ich keine Chance für eine Mehrheit im Kreistag“, sagt der 41-Jährige am Dienstag dem Abendblatt. Darüber hinaus gebe es auch private Gründe, die für eine Veränderung sprechen.

Hintergrund ist, dass neben Hoppenstedt auch Landrat Rainer Rempe und der Erste Kreisrat Kai Uffelmann der CDU angehören. Da Rempe daran zweifelt, dass Hoppenstedt bei einer Wiederwahl eine Mehrheit bekommt, hat er den Verwaltungsfachmann nicht wieder für das Amt des Wahlbeamten vorgeschlagen. Im Kreistag fehlen der CDU und der Wählergemeinschaft, die zusammen agieren, mindestens fünf Stimmen. „Ich habe mit allen Fraktionsvorsitzenden gesprochen und es bestand der Wunsch nach einer Ausschreibung der Stelle“, sagt Rempe.

Hoppenstedt leitet seit 2008 den Fachbereich Bauen und Umwelt der Kreisverwaltung mit rund 220 Mitarbeitern. Auf diese Stelle mit Arbeitsbeginn zum 1. März können sich jetzt Interessenten bewerben, der Kreis hat bereits eine Anzeige ins Internet gestellt. Das Grundgehalt in der Besoldungsgruppe B4 beträgt knapp 8000 Euro im Monat. Laut Landrat gibt es allerdings bisher noch keinen Bewerber.

Wie der am besten aussehen soll, davon haben zumindest die Grünen schon eine genaue Vorstellung. Sie würden gerne eine Frau in der Führungsriege des Kreises sehen, sagt Fraktionsvorsitzende Ruth Alpers. Und ein CDU-Parteibuch sollte der Kandidat ebenfalls nicht haben. „Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse im Kreistag sehen wir nicht ein, dass derzeit alle drei Führungsposten von der CDU besetzt sind“, begründet sie ihre ablehnende Haltung gegen eine weitere Amtszeit von Björn Hoppenstedt. Was weitere Gründe angeht, hält sie sich bedeckt. Hoppenstedts fachliche Leistung als Kreisrat könne sie nur schwer beurteilen, er habe sich ja immer sehr zurückgenommen.

Ähnlich äußert sich Jens-Rainer Ahrens, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. „Wenn jemand nicht gelobt wird, ist das auch ein Signal“, sagt er. Da solche Personalien gewöhnlich vertraulich behandelt werden, hält er sich mit weiteren Äußerungen zurück. Nur so viel: „Wir haben uns dafür stark gemacht, dass die Stelle ausgeschrieben wird“, sagt er.

Und was ist mit der CDU-Mitgliedschaft Hoppenstedts, ist das für die SPD ebenfalls ein Problem? „Bei einer solchen Stelle sollte es darum gehen, den besten Kandidaten zu finden“, sagt er. Die Parteizugehörigkeit dürfte dabei eigentlich keine Rolle spielen. Zugleich verweist er darauf, dass die SPD, wie die Grünen, Hoppenstedt bei seiner Wahl vor acht Jahren nicht unterstützt hat.

Weiter Rückendeckung hat Hoppenstedt in seiner eigenen Partei. „Die CDU hätte keinen Wert auf eine Ausschreibung gelegt. Die Gruppe mit der Wählergemeinschaft steht hinter ihm“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Heinrich Aldag. „Wir sind mit seiner Arbeit zufrieden. Es tut mir menschlich und sachlich leid, dass wir nicht den einfachen Weg beschreiten können.“

Solche Worte dürften etwas Trost für Björn Hoppenstedt bedeuten. Er betont dennoch, dass er nicht von Enttäuschung sprechen wolle. „Die Dinge haben sich so entwickelt, und jetzt ist es so, wie es ist“, konstatiert er. Er sehe seine Zeit beim Landkreis auf jeden Fall positiv, sagt der gebürtige Burgwedeler, der vor rund anderthalb Jahren erfolglos um das Bürgermeisteramt in seiner Heimatstadt kandidiert hat.

Wohin er mit seiner Frau und den vier Kindern jetzt ziehen wird, ist noch offen. Beruflich komme eine Weiterentwicklung nur außerhalb des Landkreises in Frage, auch wenn er sich in seinem Wohnort Seevetal sehr wohl fühle, sagt Hoppenstedt. Die Region Hannover ist für ihn eine von mehreren Optionen.

Mit dem Landrat habe er aus seiner Sicht immer gut zusammengearbeitet, fügt er hinzu. Wenn es Kritik aus den Fraktionen gegeben hätte, hätte er immer ein offenes Ohr gehabt. In den knapp acht Jahren seiner Amtszeit habe sich aber niemand bei ihm gemeldet.