Harburg
Verkehr

Eissendorfer Sprunginsel kommt nicht vor 2017

Anwohner des Quartiers Jahnhöhe fordern Querungshilfe über den Ehestorfer Weg

Anwohner des Quartiers Jahnhöhe fordern Querungshilfe über den Ehestorfer Weg

Foto: Lutz Kastendieck / HA

Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen auf dem Ehestorfer Weg. 2010 war eine 13-Jährige lebensgefährlich verletzt worden

Eissendorf.  Die

haben viele Bewohner des Quartiers auf der Jahnhöhe zwar begrüßt. Das hat ihre Sicht auf die Notwendigkeit einer Querungshilfe auf Höhe ihrer Siedlung , die von weit mehr als 200 Menschen bewohnt wird, aber in keiner Weise geändert.

„In dem neuen Wohnquartier auf der Jahnhöhe leben bekanntlich vor allem junge Familien mit Kindern. Viele von Ihnen müssen auf dem Weg zur Schule die Straße überqueren, um zum Beispiel zur Bushaltestelle auf der anderen Seite des Ehestorfer Wegs zu gelangen. In der Hauptverkehrszeit ist das aber jeden Tag aufs Neue ein riskantes Unterfangen , selbst für berufstätige Eltern“, sagt Dirk Schubert, der hier täglich den Bus zur Arbeit nimmt.

Mehr als 6000 Fahrzeugepassieren täglich die Jahnhöhe

So oder ähnlich beurteilen viele Bewohner der Siedlung die Verkehrslage vor ihrer Haustür. Mehr als 6000 Fahrzeuge benutzen im Schnitt täglich die wichtige Straßenverbindung zwischen der Harburger City und dem Landkreis. Bei den nicht seltenen Staus auf den Autobahnen 7 und 261 sind es noch deutlich mehr.

„Was soll das erst werden, wenn wegen der bevorstehenden A7-Deckelung viele Pendler aus dem Umland den Elbtunnel meiden und dann durch Hamburgs Süden in die Hamburger Innenstadt fahren? Dadurch dürfte mit einem noch deutlich höheren Verkehrsaufkommen auf dem Ehestorfer Weg zu rechnen sein, als wir ihn aktuell ohnehin schon haben“, so Manuela Schottmayer, Mutter von zwei Kindern.

Die Bewohner haben unterdessen nicht nur sich selbst und ihre Kinder im Blick. „Wir denken auch an die Behindertenwerkstatt gegenüber unserer Siedlung. Viele der dort Arbeitenden kommen morgens mit dem Bus aus der Harburger Innenstadt und haben immer wieder große Probleme, den Ehestorfer Weg sicher zu überqueren“, weiß Ronald Henning, Vater von drei Kindern.

Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen auf dem Ehestorfer Weg. Bei einem Unfall Ende November 2010 war ein 13 Jahre altes Mädchen von einem Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt worden. Die Schülerin war hinter einem Bus auf die Fahrbahn gelaufen und wurde durch die Wucht des Aufpralls gegen ein parkendes Auto geschleudert. Dabei erlitt sie schwerste Verletzungen am Kopf und an inneren Organen und musste noch am Unfallort wiederbelebt werden.

Die FDP fordert bereits seit2009 einen sicheren Übergang

„Die Frage, die sich hier viele Nachbarn stellen: Was muss denn eigentlich noch passieren, damit die Querungshilfe endlich kommt?“, sagt Daniela Henn-Nicklisch, Mutter von drei Kindern. Die Notwendigkeit eines sicheren Übergangs hatte die Harburger FDP-Fraktion schon 2009 erkannt. Und seinerzeit einen Zebrastreifen gefordert.

Den hatte das zuständige Polizeikommissariat 46 Ende Dezember 2012 noch mit dem Hinweis darauf abgelehnt, sowohl die zu geringe Zahl an Fußgängerquerungen, als auch die „absolut unauffällige“ Unfalllage in dem Bereich würden solch eine Maßnahme nicht rechtfertigen.

Damit wollten sich die Bewohner der Siedlung aber nicht abfinden. In einer Eingabe konfrontierten sie die Entscheider mit eigenen Zählungen und einem Video aus der Hauptverkehrszeit (7 bis 9 Uhr). Dabei seien knapp 800 Fahrzeuge gezählt worden, die ein Überqueren des Ehestorfer Weges vor allem für Kinder zu einem nicht vertretbaren Risiko werden ließen.

Für den Landesbetrieb hatdie Querung keine Priorität

Davon ließ sich die Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation überzeugen und votierte für den Kompromiss Querungshilfe. Die Einrichtung der Sprunginsel hat die Harburger Bezirksversammlung im Mai 2013 beschlossen. Während das Bezirksamt mitteilte, auch die Finanzierung sei gesichert, weshalb zeitnah ein Ingenieurbüro mit den notwendigen Planungen beauftragt werde.

Für die Ausführung ist indes nicht der Bezirk, sondern der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) zuständig. Und der ließ bereits 2014 wissen, dass die Maßnahme frühestens 2017 umgesetzt werden könne. „Dieses Zeitfenster ist völlig inakzeptabel, es besteht dringender Handlungsbedarf“, insistierte daraufhin die FDP-Abgeordnete Viktoria Pawlowski.

So beurteilte das nach eigenem Bekunden auch das Bezirksamt. Und kündigte Gespräche mit dem LSBG auf „höchster Leitungsebene“ an. Dabei habe der LSBG nachvollziehbar dargelegt, dass er zahlreiche Maßnahmen mit höherer Dringlichkeit zu bearbeiten hätte. An dieser Sichtweise hat sich bis zur Stunde nichts geändert.