Harburg
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NYH-Bauten: Ein Abriss rückt näher

Die Gesundheitsbehörde duldet wegen der durch Gummiproduktion im Mauerwerk steckenden Nitrosamine so gut wie  keine Nutzung des alten NYH-Gebäudes mehr

Die Gesundheitsbehörde duldet wegen der durch Gummiproduktion im Mauerwerk steckenden Nitrosamine so gut wie keine Nutzung des alten NYH-Gebäudes mehr

Foto: Andre Zand-Vakili / AndrŽ Zand-Vakili

Harburgs Stadtplanungsausschuss befasst sich mit Kompensationslösungen: Investor soll Hochhaus bauen dürfen.

Harburg.  Ob die denkmalgeschützten Gebäude der früheren New-York Hamburger Gummi Waaren Compagnie (NYH) an der Ecke Nartenstraße, Neuländer Straße, Hannoversche Straße dem Bezirk Harburg für die Zukunft erhalten bleiben oder wegen ihrer krebserregenden Nitrosaminbelastung abgerissen werden, wird sich voraussichtlich in näherer Zukunft entscheiden.

In der Sitzung des Harburger Stadtplanungsausschusses berichtete Baudezernent Jörg Heinrich Penner von einem vergangene Woche zustande gekommenen Spitzengespräch, an dem Vertreter von Kulturbehörde/Denkmalschutzamt und Gesundheitsbehörde sowie der Architekt des EcoCity-Bauinvestors und Dezernenten der Harburger Bezirksverwaltung beteiligt waren.

Penner machte deutlich, dass der Bezirk Harburg ebenso wie das Denkmalschutzamt aber auch die Gesundheitsbehörde ein Interesse am Erhalt der mehr als 100 Jahre alten Gebäude haben, denn sie erinnern an Harburgs Industriegeschichte und prägen das Bild des Binnenhafengebiets.

Die Gesundheitsbehörde duldet andererseits wegen der durch Gummiproduktion im Mauerwerk steckenden Nitrosamine inzwischen so gut wie keine Nutzung der alten Gebäude mehr. Wegen der bereits zu Beginn der EcoCity-Planungen vor sechs Jahren erkennbaren Einschränkungen war dem Investor zum Ausgleich der Bau eines Hochhauses mit Hotelnutzung im Bereich Nartenstraße in Aussicht gestellt worden.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass fast keine Nutzung der Altbauten mehr tolerierbar sein wird. Der Investor will zum Test einen Raum gegen Nitrosaminausdünstungen abdichten. Sofern dann im Raum keine krebserregenden Substanzen mehr nachweisbar sind, wäre eine Gebäudenutzung für Lagerzwecke eventuell denkbar.

Penner: „Wir können uns auch eine Nutzung als Parkhaus vorstellen.“ Falls beim Test weiterhin Nitrosamine festgestellt werden, tritt das Denkmalschutzamt von der Forderung zum Erhalt der Gebäude zurück. Ihr Abriss wäre dann möglich. Der Investor hatte für den Fall des Abrisses angeboten, neue Häuser im alten Stil bauen zu lassen.

Wegen der nochmals gestiegenen Nutzungseinschränkungen soll dem Investor zur Kompensation nun noch der Bau eines zweiten zwölfgeschossigen Hochhauses sowie zweier etwas kleinerer Gewerbebauten im Bereich Hannoversche Straße ermöglicht werden. Penner erwartet für die geänderte Planentwicklung im November die Zustimmung des Stadtplanungsausschusses.

Die CDU drängt bereits darauf, dass die Hochhäuser ins Stadtbild passen müssen. Kay Wolkau, Neue Liberale, spricht sich für den Abriss der belasteten Altbauten aus und für Neubauten im alten Stil.