Harburg
Tourismus

Darum lohnt sich Buchholz doch

Foto: Stadt Buchholz / HA

Reaktion auf Abendblatt-Test:Tourismusvertreter preisen die Ausflugsziele – die aber meist Bus- oder Radfahren fordern.

Buchholz.  Gibt es in Buchholz wirklich nichts sehenswertes für Tagestouristen? Die Antwort, die Abendblatt-Mitarbeiter Martin Wittler als Test-Tourist erhalten hatte, ließen darauf schließen. „Fahren Sie am besten gleich weiter“, hatte er in der Touristinformation als Auskunft erhalten. Testziel war es, Vorschläge für einen dreistündigen Aufenthalt zu bekommen.

Der Bericht hat nun ein politisches Nachspiel: Die FDP-Fraktion hatte bei der Buchholzer Verwaltung angefragt, ob sie „auch der Auffassung ist, dass es für Besucher der Stadt selbst bei einer kurzen Stippvisite empfehlenswert ist, am besten gleich weiterzufahren“.

Die Auffassung teilt sie nicht und nennt gleich eine Reihe von Möglichkeiten für Besucher mit wenig Zeit: „Das Museumsdorf in Seppensen, der Rastplatz der Rentierjäger, die Ausstellung des Kunstvereins, die Holmer Mühle, das Schwimmbad, das Sportzentrum mit Kletteranlage, die Spielgolfanlage Holm-Seppensen oder die Dibberser Mühle“ – allerdings mit Einschränkungen: Sei es, dass die Öffnungszeiten begrenzt sind, eine Anmeldung erforderlich ist oder Sportzeug dabei sein muss.

Einen hauptamtlichen Tourismusmanager gibt es in der Stadtverwaltung nicht, geht aus der Antwort hervor. Das Themenfeld ist der Wirtschaftsförderung angegliedert. Der Fachbereichsleiter ist Mitglied im Vorstand des Vereins Regionalpark Rosengarten – der auch die Touristinformation in der Kirchenstraße betreibt.

Der Regionalpark ist Nachfolger des Vereins Ferienregion Nordheide, der aufgelöst wurde. „Die Ferienregion hat sich in der Vergangenheit als Zimmervermittlung verstanden und wandelt sich erst jetzt zum Ansprechpartner für (Tages-)Touristen.“

Das Regionalparkmanagement bedauert: „Ihr Kollege hat einfach einen ungünstigen Tag erwischt“, erklärt Regionalparkmanagerin Sissel Theuerjahr. „Es kann sein, dass an diesem Tag jemand von außerhalb Dienst hatte. Die festen Mitarbeiterinnen wissen aber gut Bescheid über Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten.

Sie holen sich regelmäßig Informationen von der Stadt.“ Eine neue Mitarbeiterin zur Verstärkung werde gerade eingearbeitet. Zur Überbrückung seien einmal wöchentlich die Wanderfreunde Nordheide (Sonnabendvormittag) vor Ort. „Wir würden gern auch größere Marketing-Aktionen starten, aber das Budget reicht nicht. Als Verein leben wir von den Mitgliedsbeiträgen. Es wäre gut, wenn da von Buchholz auch etwas ausginge.“

„Die Zusammenarbeit mit dem Regionalpark ist gut und eng“, bestätigt Stadt-Sprecher Heinrich Helms. Tagestourismus gebe es in Buchholz in eher geringem Umfang. Mehr Kapazitäten in der Touristinformation seien vom Geld abhängig, „da sind wir im Dialog.“

Dörte Cohrs, die seit kurzem in Personalunion Vorsitzende des Regionalparkvereins und in der Buchholzer Touristinformation ist, betont, die Kommunikation mit der Stadt funktioniere gut. Empfehlungen für Touristen habe es auch zu Ferienregion-Zeiten gegeben. Aber Städtetourismus gebe es nicht in Buchholz, sagt Dörte Cohrs. „Buchholz ist schick und hat sich gut entwickelt – aber es ist eben nicht Lüneburg oder Celle. Trotzdem gibt es genug Möglichkeiten – schöne Wanderungen zum Beispiel.“

Auch der junge Verein Buchholz Marketing beschäftigt sich mit dem Tourismus. „Das ist ein Baustein eines Gesamtkonzeptes, der aber vor allem dem Regionalpark überlassen bleibt“, sagt der Vorsitzende Freddy Brühler. Eine engere Zusammenarbeit mit dem Regionalpark sei geplant, ein „Kick-off“ habe schon stattgefunden. Ein erstes Projekt soll die Einrichtung eines Reisemobilplatzes sein. Allerdings habe Buchholz Marketing zunächst andere Dinge abzuarbeiten.

Bis dahin geben die Wanderfreunde Nordheide Tipps für Ausflüge. „Ich kann Ihnen eine ganze Reihe von Zielen aus dem Stegreif nennen“, sagt der Zweite Vorsitzende Peter Sieffert. Die meisten seien mit dem Buchholz Bus zu erreichen: das Museumsdorf Seppensen und der Schmetterlingspark, die Holmer Mühle, die Seppenser Mühle und der Mühlenteich.

Die Busfahrt dauert je Richtung maximal 15 Minuten. Von der Innenstadt aus seien Stadtwald und Steinbachtal gut erreichbar, und wenn man sich ein Fahrrad ausleihe, böten sich Touren durch den Stuvenwald an. Der genannte Rastplatz der Rentierjäger nahe der Ortschaft Buensen sei wenig spektakulär: „Er liegt versteckt im Gebüsch.

Wenn Sie den Hinweis auf dem Feldstein gelesen haben, wissen Sie eigentlich schon alles“, sagt Sieffert. Aber: „Wenn es um Naturerlebnisse geht, ist man in Buchholz immer richtig.“