Harburg
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Alles Gute zum Buttertag!

Jakob Michal in seinem Musikvideo "Alles Gute zum Buttertag". Auch privat hört der Schüler aus Salzhausen oft deutschen Rap

Jakob Michal in seinem Musikvideo "Alles Gute zum Buttertag". Auch privat hört der Schüler aus Salzhausen oft deutschen Rap

Foto: Aus dem Youtubevideo von Jakob Michal / HA

Der 18-jährige Jakob Henri Michal aus Salzhausen hofft auf eine gute Platzierung im Wettbewerb „Heide-Wendland-Filmklappe“. Am heutigen Mittwoch ist die Siegerehrung.

Salzhausen.  Normalerweise ist Jakob Michal Abiturient am Gymnasium Salzhausen. Heute Morgen um 10 Uhr ist er in erster Linie ein Regisseur der auf den Sieg bei der dritten Heide-Wendland-Filmklappe hofft.

Der Kurzfilmwettbewerb ist Teil des Projekts Niedersachsen Filmklappe. „Im Vorfeld des großen Contests richten die vier Landkreise Harburg, Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg ihren eigenen Vorentscheid aus“, sagt Ekkehard Brüggemann, Leiter des Medienzentrums Harburg. Zweck des Projekts ist es, den Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln. „Außerdem gibt es ihnen die spannende Gelegenheit, sich untereinander zu vergleichen.“

Die knisternde Stimmung während der Verleihung und die stolzen Schüler begeistern Brüggemann besonders. Die Gewinner der fünf Kategorien werden zur Niedersachsen Filmklappe in Aurich eingeladen. Dort haben sie nochmals die Chance, sich zu behaupten. Zusätzlich nehmen sie an Workshops teil und lernen Experten aus der Filmindustrie kennen. Kost und Logis wird dabei übernommen.

Jakobs Beitrag „Alles Gute zum Buttertag“ beschreibt Brüggemann als technisch exzellent. „Das Video besticht durch viel Witz und Augenzwinkern“, sagt der medienpädagogische Berater.

„Butter - die einzig wahre Liebe. Denn sind wir mal ganz ehrlich, wer mag schon Margarine?!“ heißt es in dem selbst geschriebenen Song. Das Thema seines Raps – Butter – sorgt beim ersten Hinhören für Stirnrunzeln. Wie kommt Jakob Michal darauf, Butter zum Gegenstand seiner Geschichte zu machen und seiner Liebe zum beliebten Schmiermittel durch Sprechgesang Ausdruck zu verleihen?

Die schräge Idee hat einen realen Hintergrund. „Seit ich denken kann ist es bei uns Tradition in meiner Familie, dass wir spät zu Abend essen.“ Oft sei es vorgekommen, dass sich der Spott seiner Freunde über ihn ergoss. Und zwar immer dann wenn er mit ihnen durch Salzhausen schlenderte und er sich verabschiedeen musste. Der Grund war immer derselbe: „Jungs ich muss nach Hause, um die Butter rauszustellen.“

Als Antwort auf die Späße seiner Kumpel machte er sich ohne ihr Wissen an das Video mit dem klaren Statement: Butter gehört eine halbe Stunde vor der Brotzeit rausgestellt! Jakobs Lieblingsschnitte: Brot mit ordentlich weicher Butter, Käse und Pesto oben drauf. „Das ist was für Feinschmecker“, sagt der Experte. „Meine Freunde fanden das Video natürlich lustig, als ich sie damit überrascht habe“, sagt er.

Dass er bei seinem Wettbewerbsbeitrag nicht nur Regie führte, sondern auch vor der Kamera stand, begründet der Salzhausener so: „Ich habe einfach niemanden gefunden, der sich so zum Deppen machen wollte“, sagt der erst gestern 18 Jahre alt gewordene Jakob. „Aber ich finde, als Filmemacher sollte man darüber stehen. Eine Portion Selbstironie schadet nicht.“

Der Gymnasiast möchte nicht nur einen guten Platz ergattern: „Ein wichtiger Beweggrund für meine Teilnahme am Wettbewerb war, dass ich mir erhofft habe, andere junge Filmemacher und Filminteressierte kennenzulernen.“ Bei den mehrwöchigen Arbeiten an seinem Rapvideo habe er gemerkt, dass Filmemachen alleine mitunter ziemlich dröge sein kann.

„Im Team sind die Möglichkeiten einfach vielfältiger. Sei es ein Kameraschwenk, der alleine nicht zu realisieren ist – oder jemand der beim Schreiben hilft. „Das Texten war wirklich schwieriger als gedacht und hat mich viel Zeit gekostet“, sagt Jakob. Nach seinem Abitur möchte er ein Praktikum in einer Filmproduktionsfirma machen. „Ich trage auch erstmal Kabel, Die Hauptsache ist für mich, Einblicke in die Branche zu erhalten.“

Später möchte er Film studieren. Sein kühnster Traum: „Regisseur für Film oder Fernsehen werden und von meinem Traumjob leben können. Wenn das nicht klappt, dann werde ich Youtube-Star“, sagt er lachend. Auf seinem eigenen Kanal stellt er schon jetzt selbst generierten Content ins Netz. Den Butterrap haben sich bereits 899 User auf dem Streamingportal angeschaut.

„Ohne Youtube wäre ich, glaube ich, nicht so begeistert vom Filmemachen“, sagt Jakob. Für den Nachwuchsregisseur eröffnet Youtube ganz neue Möglichkeiten. Es senke die Hürden, kreativ zu werden. In Zukunft möchte er noch häufiger Inhalte posten. „Das Internet bietet jedem eine Plattform für Kunst. Auch die Interaktion mit den Nutzern gefällt mir.“

Jakob sieht darin einen echten Vorteil gegenüber dem konventionellen TV. Auf die Kommentar- und Feedbackfunktion möchte er nicht mehr verzichten.