Harburg
HR-Regional

Eltern wichtiger als Pädagogen

Die Städte und Gemeinden bekommen nach den Problem mit der Unterbringung von Flüchtlingen einen zweite schwere Aufgabe zugeschoben: Sie sollen jetzt auch die Betreuung von Kindern mitfinanzieren – über das Ende des Unterrichts an der Ganztagsschule hinaus. Hintergrund dafür sind die sich immer mehr verschiebenden Arbeitszeiten und die zunehmende Beruftätigkeit der Eltern. Die Diskussion über die geplante Ganztagsgrundschule in Winsen ist nur ein Beispiel für die Problematik.

Es gibt gleich mehrere Gründe, warum Betreuung immer stärker im Vordergrund steht. Da ist zum einen, dass ein Gehalt bei immer weniger Familien zum Leben ausreicht. Andere drängen auf Grund der hohen Mieten und der weiter steigenden Immobilienpreise vor die Tore Hamburgs. Auch dort sind dann zwei Gehälter nötig, um die Darlehen für den Kauf einer Immobilie schultern zu können. Zudem wollen immer weniger Arbeitnehmer auf eine Karriere verzichten oder sich mit einem Teilzeitjob zufrieden geben, der natürlich erst recht nicht zur Finanzierung der eigenen Familie ausreicht.

Persönliche Ansprüche auf die Gesellschaft zu übertragen, wird jedoch vor dem Hintergrund der Flüchtlingsproblematik zum Balanceakt. Es wird Zeit, Forderungen vor allem finanzieller Art anzupassen. Viel Geld ist jetzt für die Menschen notwendig, die ihre Heimat verloren haben. Nichts gegen die Betreuung von Kindern. Aber brauchen wir das von morgens bis abends betreute Kind? Was ist mit freien Stunden mit Freunden, mit Verabredungen, mit Musik oder mit Sport im Verein? Für sie bleibt immer weniger Zeit. Das Gleiche gilt für die Familie. Manchmal aber können Vater und Mutter wichtiger sein als jede pädagogische Fachkraft.

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