Harburg
Harburg.

Wenn Papierblüten zum Leben erwachen

Bei der Gruppenausstellung "Da war doch noch was ..." im Schauraum an der Schwarzenbergstraße zeigt die Seevetaler Künstlerin Tan Bartnitzki die Installation "Do Re Mi Fa Sol La Si Table" einen Tisch mit Objekten und Zeichnungen

Bei der Gruppenausstellung "Da war doch noch was ..." im Schauraum an der Schwarzenbergstraße zeigt die Seevetaler Künstlerin Tan Bartnitzki die Installation "Do Re Mi Fa Sol La Si Table" einen Tisch mit Objekten und Zeichnungen

Foto: Tan Bartnitzki / HA

Die narrative Gruppenausstellung „Da war doch noch was...“ im Schauraum am Schwarzenberg vereint die Werke von sieben Künstlern.

Harburg. „Da war doch noch was …“ lautet das Motto der nächsten Ausstellung im Schauraum an der Schwarzenbergstraße 42, die mit einer Vernissage am Freitag, 18. September, um 19 Uhr beginnt. Die Besucher erwartet in der kleinen Harburger Off-Galerie diesmal eine narrative Werkschau von gleich sieben Künstlern.

„Das Spannende an dieser Konstellation dürfte sein, dass sich in allen Werken die Ansätze von Geschichten ganz oder andeutungsweise erkennen lassen, alle Arbeiten aber zudem auch noch mal Bezug zueinander und zum Ort selbst aufnehmen“, umschreibt Tan Bartnitzki, eine der ausstellenden Kunstschaffenden, die Intention.

Ziel sei es, einen erzählerischen Fluss hinzubekommen, damit der geneigte Betrachter „wie in einem offenen Buch lesen“ könne. Ein recht anspruchsvolles visuelles Experiment angesichts der Bandbreite an Exponaten, die überdies auch noch verschiedenen Gattungen der darstellenden Kunst entstammen.

Die 46 Jahre alte Seevetalerin Bartnitzki selbst ist mit einer Installation vertreten, die den Titel „Do Re Mi Fa Sol La Si Table“ trägt. Zu sehen ist ein Tisch, bestückt mit allerlei Objekten und Zeichnungen, der eine ganz eigene Geschichte „erzählt“.

Fotografin Sandra Morath ist mit einer Porträtserie vertreten, Markus Nortmann mit Linolschnitten auf Papier. Objektkünstler Uwe Ochsler zeigt unter dem Titel „Zirkeltraining“ Texttafeln in Kombination mit Motivtellern und Waldemar Sulewski diverse Köpfe aus Modelliermasse.

Mit Gigja Reynisdottir und Rogier Walrecht sind auch zwei Künstler aus den Niederlanden vertreten, die Tan Bartnitzki während ihres Kunststudiums an der renommierten Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam kennengelernt hat.

Die gebürtige Isländerin Reynesdottir, die heute in Bergen nördlich von Amsterdam lebt, bringt beeindruckende und absolut sehenswerte Papierobjekte mit nach Harburg. Die großen, weißen Blumen mit einem Durchmesser von bis zu 75 Zentimetern offenbaren bei näherer Betrachtung Blütenblätter mit menschlichen Umrissen, die den Betrachter förmlich in ihren Bann ziehen.

Rogier Walrecht aus Eindhoven präsentiert Zeichnungen mit Aquarellbuntstiften. In ihnen entwirft er märchenhafte Szenen wie „Zwei Wüstenfüchse vor den Pyramiden von Gizeh“ und „Frau mit Einhorn“, als krassen Kontrast dazu aber auch Motive vom urbanen Leben in der Großstadt. Sich als Besucher auf diese mediale Vielfalt einzulassen und sich seinen Reim aufs Einzelne wie aufs Ganze zu machen, ist mit Sicherheit ein recht reizvolles Unterfangen.

Zu sehen ist die Ausstellung „Da war doch noch was …“ an den kommenden beiden Wochenenden, 19./20. und 26./27. September, jeweils sonnabends und sonntags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.