Harburg
Hittfeld

Der Hittfelder Kreisel ist frei!

Landkreis und Gemeinde Seevetal feiern mit Bürgern die Fertigstellung der knapp fünf Millionen Euro teuren Westumfahrung

Hittfeld. Beim ersten Spatenstich war im vergangenen September noch Landrat Joachim Bordt dabei. Knapp ein Jahr später, genau um 16.52 Uhr am Donnerstag, haben nun Land, Kreis und Gemeinde den Verkehr auf der neuen Westumfahrung für Hittfeld freigegeben. Als erster passierte wenige Minuten später Frank Loesous aus Metzendorf die neue K 39, wurde von Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen angehalten und erhielt einen großen Blumenstrauß.

Nieselregen und der tiefe Boden am Festplatz konnten die Stimmung der rund 100 Gäste, neben den Offiziellen auch aus den umliegenden Ortschaften, nicht trüben. „Bereits seit 1980, also seit 35 Jahren sprechen wir im Flächennutzungsplan von einer Verlegung der Kleckener Straße K 39, quasi als Westumfahrung von Hittfeld“, sagte Oertzen. Im Oktober 2013 hatte das Land dann grünes Licht gegeben und eine Förderung des Baus zugesagt. Fazit der Bürgermeisterin: „Was lange währt, wird endlich gut.“

Mit der Hilfe des Landes konnte der Ausbau der rund 1,1 Kilometer langen Strecke finanziert werden. Das Land trägt 60 Prozent der gut 4,8 Millionen Euro Gesamtkosten. Die Gemeinde hat den Rest, einschließlich des größten Teils der Kosten für den Grunderwerb von elf Eigentümern geschultert. Einschließlich der Südspange, die bereits 2012 eröffnet wurde, ist die Umfahrung von Hittfeld somit nun komplett. Autofahrer können sich, um den Ort weiträumig zu passieren und zur Autobahn 1 zu kommen, an den Schildern „Alle Richtungen“ orientieren. Oertzen rechnete vor, dass die Gemeinde Seevetal insgesamt 3,4 Millionen Euro für die beiden Verkehrsprojekte ausgegeben hat.

Künftig ist der Landkreis für den Unterhalt der neuen Strecke zuständig. In Winsen lag zudem die Planung der Strecke. „Wir haben auf der Baustelle sowohl Siedlungen von vor 5000 Jahren als auch aus dem Zeitraum von vor 3000 bis 2000 Jahren gefunden“, sagte Kreisrat Björn Hoppenstedt. „Das zeigt, dass die Menschen diese Gegend auch schon früher als lebenswerte Umgebung angesehen haben.“

Dies soll auch so bleiben. So sollen entlang der Straße 1,4 Hektar Grünland und eine ebenso große Fläche mit Büschen entstehen. Zudem sollen wie an der Südspange mehrere tausend Bäume gepflanzt werden. „Wir erhalten hier eine Straße, die sich spätestens nach dem Abschluss der Pflanzarbeiten im kommenden Frühjahr ideal ins Landschaftsbild einpassen wird“, sagte Hoppenstedt. Für die Ausgleichsmaßnahmen sind rund 265.000 Euro vorgesehen. Insgesamt wurden für den neuen Straßenabschnitt 83.500 Kubikmeter Boden bewegt. Das entspricht 3100 dreiachsigen Lastwagen.

Aus Hannover war am Donnerstag Christoph Wilk aus dem Wirtschaftsministerium zur Straßenfreigabe angereist. „Die geplante Bauzeit wurde ebenso eingehalten wie die geplante Finanzierung. Zudem gab es auf der Baustelle keine Unfälle“, freute sich der Abteilungsleiter Verkehr des Ministeriums. Wilk verwies zudem darauf, dass Radfahrer auf dem Weg an der Straße durch Leitplanke geschützt würden.

Zusammen mit der Südspange und der im Juni freigegebenen privaten Kiesstraße der Firma Otto Dörner werden die Bürger von Hittfeld und Eddelsen nun vom Durchgangsverkehr entlastet. Der Landkreis geht dabei davon aus, dass künftig bis zu 30 Prozent weniger Lkw und 20 Prozent weniger Gesamtverkehr durch Hittfeld rollen.