Harburg
Stadtteilentwicklung

Weniger Ausländer am Reiherstieg

Gesellschaft für Stadtentwicklung nennt überraschende Entwicklungen im Reiherstiegviertel

Wilhelmsburg. Im Wilhelmsburger Reiherstiegviertel leben weniger Ausländer als noch vor zehn Jahren – ihr Anteil an der gesamten Einwohnerschaft liegt bei 37,9 Prozent. Die Anzahl der sozialversicherungsbeschäftigten Arbeitnehmer in dem größten Wilhelmsburger Ortsteil ist gestiegen. Gleichzeitig leben mehr Menschen indem Viertel, die von Sozialhilfe abhängig sind. Im Sanierungsgebiet Südliches Reiherstiegviertel entstamme nur jede zehnte Wohnung dem sozialen Wohnungsbau. Diese teilweise überraschenden Entwicklungen nannte Arno Siebert von der Gesellschaft für Stadtentwicklung am Donnerstagabend im Sanierungsbeirat Südliches Reiherstiegviertel.

Der Status des Sanierungsgebietes läuft für das Südliche Reiherstiegviertel Ende des Jahres 2016 aus. Es ist 61 Hektar groß und erstreckt sich vom Vogelhüttendeich im Norden bis zur Neuhöfer Straße im Süden, von der Georg-Wilhelm-Straße im Osten bis zur Industriestraße im Westen.

Der Sanierungsbeirat hat jetzt beurteilt, ob die im Jahr 2005 aufgestellten Ziele erreicht worden sein. „Überwiegend bis teilweise ja“, lautet das Fazit. Das Bürgerbeteiligungsgremium war im Oktober 2006 zum ersten Mal zusammengekommen. Die größten Erfolge sehen die Beiratsmitglieder im Wohnungsbau. Insgesamt 1150 Wohnungen seien bis heute saniert worden.

Dagegen sei das Ziel, Arbeitsplätze für nicht oder nur gering qualifierte Menschen zu schaffen, kaum erreicht worden. „Es ist uns nicht gelungen, ein Projekt für Langzeitarbeitslose zu initiieren“, räumt Arno Siebert ein. Als gelungenes Projekt gilt lediglich die Textilwerkstatt Stoffdeck, die auch Start-ups in der Modebranche hervorbringt.

Großartige Fortschritte seien bei der Zusammenarbeit mit den muslimischen Gemeinden erzielt worden, sagt Volker Schenk. Vorbildlich sei auch die Integration von Flüchtlingen im Reiherstiegviertel. „Wir haben hier nicht das Problem wie andere Städte oder Bundesländer“, so das Beiratsmitglied.

Zu insgesamt 88 Sitzungen ist der Beirat bisher zusammengekommen. Von Anfang an dabei war Wilfried Pattschull. Er nennt die größten Herausforderungen, die bis Ende des Sanierungsgebietes noch angepackt werden sollen: Die bessere Integration älterer Menschen mit Migrationshintergrund, die Integration der zusätzlichen rund 130 Flüchtlinge, die zurzeit in die neue Unterkunft Sanitasstraße einziehen. Ein Konzept zur Pflege der Parkanlagen müsse noch her. Und der Vermüllung des Stadtteils solle wirksam entgegengetreten werden.