Harburg
HR-Regional

Die Idee kommt gerade recht

Viele der Autos, die tagtäglich in Richtung Hamburg rollen, geben ein verrücktes Bild ab: In großen Karossen, in denen eigentlich bis zu fünf Personen Platz hätten, sitzt meistens nur ein einziger Mensch: der Fahrer. Stoßstange an Stoßstange kriechen die fast leeren Autos in die Stadt, die vor dem Verkehrsinfarkt steht. Vieles wurde bislang unternommen, um Autofahrer von der Straße zu holen: Angefangen bei Pendlerportalen bis zu besonderen Bahnangeboten. Doch den Durchbruch hat es nicht gebracht.

Für Berufspendler fängt der Tag nach wie vor meistens mit einem Stillstand auf der Straße an und hört auf dem Weg nach Hause genauso wieder auf. Und der Individualverkehr wird nach Meinung von Experten weiter rasant ansteigen. Da kommt die Idee der Metropolregion Hamburg, den Bau von Radschnellwegen Richtung Hamburg zu prüfen, gerade recht. Zumal das Fahrrad immer beliebter wird und das Potenzial hat, das Auto als Statussymbol abzulösen. Die Rad-Autobahnen versprechen den Fahrradfahrern all das, was sie auf den herkömmlichen Radwegen nicht haben: Vorfahrt gegenüber Autofahrern und viel Platz, um in hoher Geschwindigkeit vorwärtszukommen. Noch dazu tut derjenige, der vom Auto aufs Rad umsteigt, etwas für die Umwelt.

Schade wäre, wenn die Radschnellwege tatsächlich nur im Norden Hamburgs verwirklicht werden sollten. Das würde viele Bürger in Harburg und Umgebung einmal mehr in ihrer Auffassung bestärken, dass der Süden vernachlässigt wird.