Harburg
Ein Dorf macht Party

Hittfeld feiert froh wie eh und je

Frank Salmon und Matthias Graf organisieren das Dorffest Hittfeld

Frank Salmon und Matthias Graf organisieren das Dorffest Hittfeld

Foto: Martina Berliner / HA

Dorffest soll wie gewohnt am dritten September-Wochenende steigen. Die Organisatoren setzen auf ihr bewährtes Konzept.

Hittfeld. Never change a running system. Verändere niemals eine gut funktionierende Sache. Der Hittfelder Gewerbeverein agiert nach diesem Wahlspruch. Das 36. Hittfelder Dorffest wird nach bewährtem Muster ablaufen. Wieder einmal wird am dritten September-Wochenende gefeiert, von Freitag, 18. bis Sonntag, 20. September. Und wieder einmal soll das Dorffest eine Fete von Hittfeldern für Hittfelder sein.

Mit Laternenumzug zum Auftakt und Liedern zum Mitsingen am Schluss. Mit Flohmarkt ausschließlich für private Anbieter. Mit plattdeutschem Gottesdienst, Seniorenkaffee und Aufführung der Hittfelder Speeldeel. Mit einem Bühnenprogramm, das wesentlich von heimischen Bands, Vereinen und Institutionen gestaltet wird. Mit kulinarischen Ständen, die von den örtlichen Gastronomen betrieben werden. Auch immer mehr Gewerbetreibende nutzen die Gelegenheit, sich vorzustellen. „Erstmals wird es auf unserer Gewerbemeile an der ehemaligen Post eng werden“, berichtet der Zweite Gewerbevereins-Vorsitzende. Das sei es dann aber auch schon mit der Expansion. „Wir wollen keine Superlative. Kein schneller, höher, weiter. Deshalb gibt es bis auf zwei Karussells keine Fahrgeschäfte. Das Dorffest soll Platz, Zeit und Ruhe zum Klönschnack für alle Generationen bieten“, sagt Matthias Graf. Er ist mit dem Dorffest aufgewachsen. Sein Vater Walter gehörte einst zu den Begründern. Matthias beteiligte sich schon mit 16 als Verkäufer am Würstchenstand und avancierte in den Folgejahren vom Gläser-Spüler und Bierzapfer zum Feten-Manager. Heute nennt der 46-Jährige das Dorffest sein „Baby“ und pflegt es mit der routinierten Fürsorge eines professionellen Event-Organisators. Die beste Werbung für das Dorffest sei die Veranstaltung selbst, meint er. „Die Zahl der Regelverstöße, Rangeleien und Übergriffe nimmt ab.“ Diesmal wird am Freitag bis Mitternacht, am Sonnabend bis 1 Uhr früh und am Sonntag bis 21 Uhr gefeiert. Wer danach weiter Party machen möchte, kann in die Knightbar, in die Hittfelder Mühle oder ins Barrica gehen. Das Fest rechnet sich für viele Betriebe und Geschäfte. Aber auch für die Organisatoren bleibt nach Abzug der Kosten etwas übrig, zumeist zwischen 500 und 5000 Euro. Der Überschuss wird einer örtlichen Institution gestiftet.

Gewerbeverein ist entschieden gegen Einbahnstraßenregelung

Der Gewerbeverein zeigt alljährlich Flagge für Hittfeld. Diesmal wird die Werbegemeinschaft aber möglicherweise buchstäblich Farbe bekennen. Und zwar im Hinblick auf die geplante Einbahnstraßenregelung in der Kirchstraße. „Wir sprechen uns entschieden dagegen aus“, sagt Matthias Graf. Einverstanden sei die Werbegemeinschaft mit einer Herabsetzung der Geschwindigkeit, um Fußgängern die Querung zu erleichtern. Sie schlägt vor, „bunte Zebrastreifen in straßenmalerisch kreativem Design“ zu gestalten und sei gern bereit, die erforderliche Farbe zu spenden. „Die Kirchstraße ist eine der letzten florierenden Einkaufsstraßen Seevetals, nahezu ohne Leerstand. Ein signifikanter Eingriff in die Verkehrsführung wie eine Einbahnstraßenregelung gefährdet den Fortbestand dieses Zustands.“ Und das könne nicht hingenommen werden. Never change a running system.