Harburg
Y-Trasse

Annahmeschluss bei Dialogforum

Acht Bürgerinitiativen protestierten kürzlich in Ramelsloh gegen die Y-Trasse

Acht Bürgerinitiativen protestierten kürzlich in Ramelsloh gegen die Y-Trasse

Foto: Corinna Panek / HA

Zu spät gegründet: Die neue Buchholzer Bürgerinitiative gegen die Y-Trasse dürfen nur als Zuschauer teilnehmen.

Buchholz. Die Halbzeit beim Dialogforum Schiene Nord ist überschritten, noch dreimal treten Vertreter von Kommunen, Bahn, Verbänden und Bürgerinitiativen zusammen, um über die Varianten zur Y-Trasse zu diskutieren.

Die Bürgerinitiative Y-Trasse Buchholz wird nicht dabei sein. Jedenfalls nicht als Forumsteilnehmer, höchstens als Zuschauer. Die Organisatoren des Forums haben der Buchholzer BI, die sich unter anderem gegen den Ausbau der Heidebahn als Güterverkehrsstrecke ausspricht, eine Absage erteilt.

Marcel Winter, Pressesprecher des Forums, hatte Uwe Schulze von der BI telefonisch mitgeteilt, dass die Anmeldung zu spät erfolgt sei. Schulze wollte sich damit nicht zufrieden geben und hakte nach: „Zu spät wären wir dann, wenn wir die Akkreditierung einen Tag vor oder nach der allerletzten Sitzung beantragt hätten.

Das haben wir nicht. Faktisch gesehen ist es so lange nicht zu spät, wie noch Sitzungen anstehen (...). Im Übrigen ist die Heidebahntrasse Ende April, also drei Monate nach Beginn des Forums, ins Spiel gekommen. Das bedeutet, dass eine andere Bürgerinitiative an der Heidebahntrasse auch hätte zu spät sein müssen. Diese haben Sie allerdings zugelassen“, schreibt Schulze.

Entweder die BI „Hydewahn“ aus Handeloh müsse auch als „zu spät“ fallen gelassen werden, oder die Repräsentanten der direkt betroffenen zugelassen werden. Schulze kündigt an, sich „an höchster Stelle des Landes“ zu beschweren und gegebenenfalls auch auf Bundesebene, denn „immerhin wird das Dialogforum aus Steuergeldern ermöglicht“.

Schaut man sich die Teilnehmerliste des Dialogforums an, summieren sich die Bürgerinitiativen auf knapp 30. In einigen Regionen ballen sie sich regelrecht, so entlang der möglichen Ausbauvariante „SGV-Y“, die parallel zur A7 verläuft.

Acht BIs aus dieser Region hatten im Juni eine gemeinsame Kundgebung organisiert. Auch rund um Dahlenburg und Hannover, im Landkreis Harburg zudem im Südosten, sind die Bürger mit mehreren BIs vertreten.

Forumssprecher Marcel Winter weist die Vorwürfe zurück. „Die Heidebahn-Anrainer sind mit einer BI und dem Buchholzer Bürgermeister vertreten“, teilt er Uwe Schulze mit. Gegenüber dem Abendblatt erläutert er : „Wir können nicht immer mehr Bürgerinitiativen beim Forum zulassen, nur weil sich immer noch neue gründen. Das würde den Rahmen des Forums sprengen.“

Auch widerspricht er Schulzes Vermutung, dass BIs aus bestimmten Trassenabschnitten nicht zugelassen werden. Die Gewichtung der einzelnen Regionen spiele keine Rolle, sagt Winter: „Es kommen nicht die Trassenanrainer mit ihren Anliegen zum Zuge, die am stärksten vertreten sind.“ Die Möglichkeit, die verschiedenen BIs abwechselnd teilnehmen zu lassen, scheidet laut Winter aus. „Die Teilnehmer treffen sich zwischen den Forumssitzungen in Arbeitsgruppen und können nicht einfach ausgetauscht werden.“

Uwe Schulze gibt indes zu bedenken, dass ein Bürgermeister ja nicht automatisch die gleichen Interessen wie eine Bürgerinitiative vertreten müsse. Zum Glück sei dies konkret nicht der Fall: „Der Buchholzer Bürgermeister unterstützt uns, wo er kann.“ Trotzdem mahnt Schulze Gerechtigkeit an, „denn es geht ja um Steuergelder“. Und betont: „Wir machen weiter.“ Die BI appelliert daher an die Bürger, Fragen ans Dialogforum zu richten, damit die Buchholzer Argumente auch ohne Beteiligung der BI gehört werden.

Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse bedauert die Absagen an die Buchholzer BI und die benachbarte Initiative aus Holm-Seppensen: „Es wäre besser für die Arbeit der Bürgerinitiativen, wenn sie Informationen aus erster Hand erhalten. Es ist unmöglich, Inhalte aus einer achtstündigen Sitzung vollständig zu übermitteln.“

Er selbst habe das Dialogforum auch schon angeschrieben und seine Erwartung zum Ausdruck gebracht, dass die Buchholzer BIs zugelassen werden. Zudem habe er einen Fragenkatalog eingereicht. „Eine Antwort habe ich noch nicht erhalten“, sagt Röhse.

Unter www.ytrasse-buchholz.de können Fragen an das Dialogforum eingereicht werden.