Harburg
Ferienprogramm im Museum

Mit der Oma auf Zeitreise

Anja-Susan Windus führt eine Gruppe unter dem Motto "Großeltern und Enkel auf Zeitreise" durch die Ausstellung

Anja-Susan Windus führt eine Gruppe unter dem Motto "Großeltern und Enkel auf Zeitreise" durch die Ausstellung

Foto: Fabian Grimm / HA

In jedem Monat bietet das Archäologische Museum Harburg eine Führung für Großeltern und ihre Enkel an.

Harburg.  Archäologen schaffen es mit ihren Ausgrabungen, längst vergessene Epochen wieder aufleben zu lassen. Im Archäologischen Museum in Harburg, können Großeltern mit ihren Enkeln jeden ersten Mittwoch im Monat eine Zeitreise in genau diese Vergangenheit machen.

In einer speziellen Führung erfahren die Besucher, wie das Leben der Menschen vor 10.000 Jahren, in der Steinzeit, aussah. Anja-Susan Windus, Museumspädagogin und Leiterin der Führung, startet die Zeitreise mit einem Gang durch eine aus Eiswürfelbehältern aufwendig gebastelte Gletscherspalte. Die Spalte ragt bis an die Decke und bildet den imposanten Eingang in die Ausstellung.

Die Schau ist in mehrere Themenblöcke unterteilt. Großeltern und Enkel lernen beispielsweise, wie Menschen Tierfelle möglichst effizient mit großen Nadeln befestigten um die langen und harten Winter zu überstehen. Außerdem erfahren sie, wie Steinzeitmenschen ihren Hunger gestillt haben. Für besonderes Aufsehen sorgt dabei die Tatsache, dass unsere Vorfahren gelegentlich den Bauch einer Ziege aufschnitten, um das halb verdaute Gras als warme Mahlzeit zu verspeisen. „Das klingt vielleicht nicht besonders lecker, aber es gab damals nicht viele Wege für die Menschen, um an wichtige Vitamine zu kommen“, erklärt Anja-Susan Windus den Kindern, die beim Zuhören große Augen machen.
Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist die Grabstätte eines Bauern. Die dünnen Knochen sind in den Tausenden Jahren unter der Erde zwar beschädigt worden, die Schlafhaltung des Bauern lässt sich anhand des Knochengerüsts jedoch immer noch gut erkennen. Das macht auch bei den Kindern Eindruck. „Bei der Führung hat mir am besten das ausgegrabene Skelett gefallen“, sagt Johanna aus Hamburg. Die neun Jahre alte Schülerin ist heute mit ihrem kleinen Bruder Julian und ihrer Oma Christa Palma, 67, in die Ausstellung gekommen. Auch die Großmutter findet den Erhalt des Bauernskeletts sehr erstaunlich. Außerdem fügt sie hinzu, wie vorteilhaft eine kleine Führungsgruppe sei. „So können wir alle unsere vielen Fragen stellen“, sagt sie.

Als großes Finale erfahren die Besucher dann, wie schwierig es früher war, nur mit Feuersteinen ein Feuer zu entfachen. Ohne Katzengold, ein glänzendes Mineral aus Eisen und Schwefel, und ausreichend Sägespäne geht das nämlich nicht. In einer Höhle im Keller des Museums entzündet Anja-Susan Windus mit Unterstützung der Kinder nach einigen Anläufen eine kleine Flamme. Nun riecht es in der ganzen Höhle nach Rauch. Zum Abschluss wird für einen kurzen Moment das Licht ausgemacht, um die Höhlenmalereien nur im Kerzenschein betrachten zu können. Eben ganz so, wie in der Steinzeit.