Harburg
Neuländer Quarrée

Das Projekt Neuländer Quarrée kommt in Gang

Projektentwickler Thorsten Wiehe, Inhaber der beim Projekt Neuländer Quarrée als Bauherr auftretenden „Goldwert Gruppe“ mit einem Projektmodell auf dem künftigen Baugelände

Projektentwickler Thorsten Wiehe, Inhaber der beim Projekt Neuländer Quarrée als Bauherr auftretenden „Goldwert Gruppe“ mit einem Projektmodell auf dem künftigen Baugelände

Foto: Jochen Gipp / HA

Die Hürden für das Bauvorhaben sind aus dem Weg geräumt. Entwickler Thorsten Wiehe rechnet mit Baubeginn im Herbst.

Harburg. Jochen Gipp

In gut zwei Jahren soll an der Ecke Hannoversche Straße/Neuländer Straße ein Hotelbau stehen, in dem die Marriott International Inc. ein klassisches „Residence Inn by Marriott“ mit 99 Zimmern sowie ein modern gestyltes Design-Budget-Hotel namens „Moxy“ mit 98 Zimmern eröffnen will. Der Hotelbau soll den ersten Bauabschnitt des bereits seit drei Jahren geplanten Projekts Neuländer Quarrée markieren.

Insgesamt ist auf dem gut 45.000 Quadratmeter großen ehemaligen Bahngelände zwischen Hannoverscher Straße, Östlichem Bahnhofskanal, Neuländer Straße und dem an der Hannoverschen Straße 40 angesiedelten Chemie-Unternehmen Brenntag eine in fünf Abschnitte unterteilte Neubebauung mit Wohn- und Gewerbenutzung vorgesehen.

Mehr als 200 Millionen Euro sind für das Gesamtvorhaben kalkuliert. Der Grundstückskauf sowie die bisherige Planung und Bauvorbereitung sollen bereits gut zehn Millionen Euro verschlungen haben.

Aber, dass das gesamte Projekt seit seiner ersten Vorstellung im März 2012 im Harburger Rathaus und zwischenzeitlich mehrfachen Ankündigungen des geschätzten Baubeginns bereits erkennbar in Gang gekommen ist, lässt sich nicht behaupten. Das Baugelände sieht mit seinem weiter wuchernden Buschwerk noch immer aus wie eh und je.

Aber neue Ankündigungen von Thorsten Wiehe, dem Inhaber der als Bauherr auftretenden Hamburger „Goldwert Gruppe“ lassen nun hoffen, dass der steinige Weg der Vorbereitungen verlassen und mit dem Bau begonnen werden kann. Einer der größten Stolpersteine auf dem Weg der Entwicklung sei der Wegfall eines durch Krankheit ausgeschiedenen Investors aus der zu Goldwert gehörenden P&S-Gruppe gewesen, sagt Wiehe.

Mit einem neuen Investor aus internationalen Kapitalgebern sei kürzlich ein Vertrag unterzeichnet worden. Bei einem Treffen auf dem künftigen Baugelände ging Wiehe davon aus, dass im September neben dem Bauantrag für den Hotelbau auch der Bauantrag für den gesondert aufgestellten Grünplan beim Bezirksamt eingereicht werden kann.

Wiehe: „Mit dem Grünplan ist unter anderem die Gestaltung der denkmalgeschützten Kaianlage am Östlichen Bahnhofskanal verbunden und die Zusage, dass die Dächer sämtlicher Gebäude im Quartier begrünt werden.“

In Sachen „Grün“ hatte es zu Beginn des Frühjahrs eine peinliche Panne gegeben. Einer der Mitinvestoren sorgte mit einem Auftrag an einen Fachbetrieb dafür, dass ein Teil des kleineren Baumbestands entlang der Neuländer Straße abgeholzt wurde. Das Bezirksamt hatte die Arbeiten stoppen lassen. Seitdem liegt das Gehölz auf dem abgesperrten Baugelände. Der Investor sollte wegen des Verstoßes eine Strafe an die Staatskasse zahlen.

Mit Fällgenehmigung soll das Baugelände nun im Herbst gerodet werden. Wiehe: „Auf dem früher von der Bahn und Industriebetrieben genutzten Gelände ist vor dem Baubeginn noch eine umfangreiche Bodensanierung notwendig. Wir werden im Herbst mit der Bodensanierung im Abschnitt des künftigen Hotels beginnen, damit dort anschließend mit dem Bau angefangen werden kann.“

Unter den Hotelbau kommt eine Tiefgarage. Das „Residence Inn by Marriott“ soll neben einem Restaurant und einem Bistro auch Konferenzräume und einen kleinen Wellnessbereich bieten. Das Design-Budget-Hotel „Moxy“, an dem auch das schwedische Möbelhaus Ikea beteiligt ist, soll nicht mit Möbeln aus dem Ikea-Programm ausgestattet sein.

Die Planung des Hotelbereich lag in Händen der WGK Planungsgesellschaft. Die Fassadengestaltung stammt aus der Feder der LH Architekten. Ihr Entwurf wurde im Herbst vergangenen Jahres bei einem Wettbewerb von einer Jury ausgewählt.

Wiehe sagt, dass mit einem städtebaulichen Vertrag, der der Bezirksverwaltung in Kürze in einem Entwurf zur Abstimmung vorgelegt werden soll, die vorgeschriebene Reihenfolge Gewerbebau vor Wohnungsbau festgelegt wird.

Gewerbebau soll künftige Wohnbebauung an Neuländer Straße und Östlichem Bahnhofskanal vor Lärm schützen, der überwiegend von der Bahnstrecke an der Hannoverschen Straße kommt. Laufende Verhandlungen zu künftiger Gewerbeansiedlung sieht Wiehe insgesamt positiv.