Harburg
Gleisbau

Zwei Wochen Vollsperrung für Fahrgäste der S3

Eine  S-Bahn der Linie S31 bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof. Demnächst gerät der Fahrplan aus dem Takt

Eine S-Bahn der Linie S31 bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof. Demnächst gerät der Fahrplan aus dem Takt

Foto: dpa Picture-Alliance / Angelika Warmuth / picture alliance / dpa

Mehr als 320.000 Fahrgästen verkehren täglich auf der S3/S31-Linie. Die mehr als 30 Jahre alte Gleisstrecke sorgt nun für Probleme.

Harburg/Hammerbrook.  Diesmal sind es nicht die Lokführer der GDL, die wegen eines Streiks den Zugverkehr aus der Bahn werfen. Diesmal sind es zur Abwechslung wieder Gleisbauarbeiten, die den Zugverkehr der Harburger S-Bahnlinie S3/S31 unterbrechen. Die Deutsche Bahn AG in Hamburg kündigt für die Zeit von Donnerstag, 6. August ab 4 Uhr, bis voraussichtlich Mittwoch, 19. August zum Betriebsschluss eine Vollsperrung des S3/S31-Streckenabschnitts zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Wilhelmsburg an. Der Grund sind Arbeiten im Bereich der S-Bahnstation Hammerbrook. 800 Meter Gleisstrecke sowie vier Weichen werden erneuert. Etwa 1,8 Millionen Euro kostet der Spaß.

DB-Sprecherin Christine Forstmann: „Die Linie S31 pendelt während der Vollsperrung nur zwischen Altona und Hauptbahnhof. Die Züge der S-Bahnlinie S3 fahren in diesem Zeitraum zwischen Pinneberg und Berliner Tor sowie zwischen Wilhelmsburg über Harburg bis Neugraben oder weiter bis Buxtehude und Stade. Zwischen Berliner Tor und Wilhelmsburg wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.“ Ob die Metronom-Bahngesellschaft, die mit ihren Nahverkehrszügen die Strecken Hamburg-Hauptbahnhof in Richtung Bremen, Cuxhaven und Uelzen befährt, zusätzliche oder längere Züge einsetzt, um umsteigende Pendler zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Harburg mitzunehmen werde noch geprüft, heißt es von Seiten eines Metronom-Sprechers. Die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass das Umsteigen im Hauptbahnhof oder im Bahnhof Harburg auf Metronom-Züge ebenfalls mit längeren Fahrzeiten verbunden ist.

Ersatzverkehr mit Bussen im Zehnminuten-Takt

Für den Ersatzverkehr mit Bussen ist zwischen Wilhelmsburg und Berliner Tor eine Linie eingerichtet, die an den S-Bahnstationen Veddel und Hammerbrook hält. Eine ebenfalls vorhandene Express-Buslinie pendelt ohne den Zwischenstopp direkt zwischen den Stationen Wilhelmsburge und Berliner Tor hin und her. In den Hauptverkehrszeiten, morgens und abends , fahren die Busse im Zehnminuten-Takt, ansonsten im 20-Minuten-Takt. Insgesamt wird sich die Fahrzeit der S3/S31-Fahrgäste wegen der Streckenvollsperrung um etwa 20 Minuten verlängern. Deshalb weist die Deutsche Bahn AG darauf hin, dass Fahrgäste, die üblicherweise montags bis freitags um 23.35 Uhr die S-Bahn ab Stade nutzen, an der Station Eidelstedt keinen Anschluss an die Züge der AKN haben.

Gleise und Weichen der S3/S31 sind zwischen Stade und Pinneberg während der vergangenen Jahren bereits in zahlreichen weiteren Abschnitten bereits erneuert oder repariert worden. Vergangenes Jahr hatten Arbeiten im Bereich des Hamburger Hauptbahnhofs für mehrfache Unterbrechungen des Betriebs gesorgt.

Harburger Fahrgäste beschweren sich häufiger über Betriebsstörungen

Die S3/S31-Linie gilt als der Superstar des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV). Die für den Betrieb zuständige Deutsche Bahn AG nennt etwa 320.000 Fahrgäste, die täglich mit Zügen der S3/S31 fahren. Wegen der starken Pendlerströme aus der Süderelberegion war die S-Bahn 2007 ab Neugraben sogar bis nach Stade verlängert worden, was für ein zusätzliches Wachstum der Fahrgastzahlen sorgte. Am 25. September 2013 war das 30-jährige Bestehen des ersten Streckenabschnitts von Hamburg-Hauptbahnhof bis Harburg-Rathaus gefeiert worden. Zu dem Zeitpunkt hatte die Bahn AG angegeben, rund 700 Millionen Fahrgästen auf der Strecke befördert zu haben. In der Zwischenzeit dürfte die Zahl deutlich angestiegen sein.

Am 5. August 2014 wurde das 30-jährige Bestehen des Streckenabschnitts Heimfeld-Neugraben gefeiert Der Eröffnungszug der Gleichstrom-Stadtbahn, der am 5. August 1984 erstmals die Strecke Harburg-Neugraben befuhr, war im Bahnhof Neugraben feierlich auf den Namen „Süderelbe“ getauft worden. Seitdem hat sich die S3/S31-Linie zu der von Fahrgästen am meisten genutzten S-Bahnlinie innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) entwickelt.

Allerdings kommt es zunehmend vor, dass sich Harburger Fahrgäste über häufige Betriebsstörungen beklagen. Die Deutsche Bahn AG sieht dafür keinen Grund. Hamburgs Bahn AG-Sprecher Egbert Meyer-Lovis sagte dazu in einen früheren Bericht: „Die S-Bahn hat eine Pünktlichkeitsquote von 95 Prozent“ Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation sah in einer Stellungnahme Engpässe bei der Fahrzeugverfügbarkeit, dem Einsatz von kürzeren Fahrzeugen beziehungsweise durch Verspätungen oder durch den Ausfall von Fahrten.