Harburg
Zentrale Erstaufnahme

Duschköpfe werden nur vom Wachdienst herausgeben

Die Zentrale Erstaufnahme auf dem Schwarzenberg in Harburg

Die Zentrale Erstaufnahme auf dem Schwarzenberg in Harburg

Foto: André Zand-Vakili

„Fördern-und-Wohnen“-Sprecherin äußert sich zu Beschwerden von Bewohnern. Sie erklärt, warum Duschköpfe vom Wachdienst herausgegeben werden.

In der Wochenendausgabe berichteten wir über Beschwerden von Bewohnern der Zentralen Erstaufnahme (ZEA) auf dem Schwarzenberg und schrieben auch, dass der Landesbetrieb Fördern und Wohnen keine Antworten auf unsere Fragen geschickt hatte. Nach Drucklegung der Ausgabe ging allerdings noch eine E-Mail von Fördern-und-Wohnen-Sprecherin Susanne Schwendtke ein. Sie hatte sich die Zeit für eine gründliche Antwort genommen.

„Unsere Mitarbeiter sind täglich auf dem Gelände und in den Gemeinschaftsbereichen unterwegs und setzen sich nach Kräften dafür ein, dass eine funktionierende Infrastruktur zur Verfügung steht. Problemen und Missständen, von denen Bewohner uns berichten, gehen wir auf den Grund“, schreibt sie. „In den gemeinschaftlich genutzten Sanitärbereichen finden wir häufig Beschädigungen vor, deren Verursacher wir nicht ermitteln können. Zunächst haben wir die Anlagen stets nachgerüstet. Doch da die Schäden immer wieder aufgetreten sind – zum Beispiel waren immer wieder die Duschköpfe verschwunden – haben wir nach Regeln gesucht, die Schäden vorbeugen sollen. Eine davon ist, dass die Duschköpfe vom Wachdienst herausgegeben werden. So ist gewährleistet, dass Bewohner nicht durch defekte oder fehlende Ausstattung am Duschen gehindert werden. Gleichzeitig prüfen wir andere Lösungen, die den Bewohnern möglichst wenige Umstände bereiten, ebenso wie eine Erhöhung der Reinigungsintervalle in den Sanitärbereichen.“

An der von Bewohnern beklagten Insektenplage könne man allerdings nichts ändern: „Das städtische Hygieneinstitut hat die Verbreitung der Mücken in diesen Bereichen untersucht. Aufgrund der Gegebenheiten des Geländes und in den Containern und Leichtbauhallen sind Gegenmaßnahmen leider nicht möglich“, schreibt Schwendtke.

Die Vorwürfe, einige Sozialarbeiter würden die Anliegen der Flüchtlinge nur zögerlich bearbeiten, weist Susanne Schwendtke zurück: „Grundsätzlich sollen alle Bewohner die gleiche Beratungsqualität und -intensität erhalten. Für schwierige oder komplizierte Fälle nehmen sich die Kollegen die nötige Zeit, so dass bei einem großen Andrang unterschiedlich lange Wartezeiten entstehen. Unsere Mitarbeiter bemühen sich jedoch immer, die Menschen nicht zu lange warten zu lassen.“

Dass Sozialarbeiter gar herablassend oder ausfallend geworden sein sollen, mag Susanne Schwendtke nicht glauben: „Fördern und Wohnen schließt für seine Mitarbeiter aus, dass Äußerungen wie ,geh doch zurück’ gefallen sind, und würde solche Äußerungen in jedem Fall missbilligen“, schreibt sie.

„Fördern und Wohnen“ ist Träger der ZEA. Einige Aufgaben sind fremdvergeben, aber Sozialarbeit und technischer Dienst liegen beim Träger.