Harburg
Netzausbau

Netzbetreiber bringt schnelles Internet nach Totsetdt

Gemeindebürgermeister Gerhard Netzel (von links), EWE-Kommunalbetreuer Björn Muth, Samtgemeindebürgermeister Peter Dörsam und EWE-Bezirksmeister Carsten Kröger am neuen Verteilerkasten für das EWE-Glasfaserkabel

Gemeindebürgermeister Gerhard Netzel (von links), EWE-Kommunalbetreuer Björn Muth, Samtgemeindebürgermeister Peter Dörsam und EWE-Bezirksmeister Carsten Kröger am neuen Verteilerkasten für das EWE-Glasfaserkabel

Foto: Corinna Panek / HA

Versorgungsunternehmen EWE schließt 3200 Haushalte an Glasfasernetz an, das Geschwindigkeiten bis zu 50 Megabit/Sekunde ermöglicht.

TOstedt. Rund 3200 Haushalte in Tostedt haben ab sofort die Chance, ihre Aktivitäten im Internet zu beschleunigen. Das Versorgungsunternehmen EWE Tel hat jetzt begonnen, mithilfe von Glasfaserkabeln seinen Kunden höhere Bandbreiten zur Verfügung zu stellen. 27 neue Verteilerkästen werden dazu aufgestellt. Einer davon steht am Lohwellsbrook an der Ecke zur Weller Straße.

„Hier geht’s sozusagen direkt ins Internet“, sagt Carsten Kröger, Bezirksmeister der EWE Netz, und zeigt auf ein dünnes gelbes Kabel, das aus einem flachen grauen Schaltkasten ragt. Das ist das umhüllte Glasfaserkabel, das die Verbindung vom weltweiten Netz zu den Hausanschlüssen herstellt. Allerdings geht der Weg dorthin weiter über die Telekom: Die sogenannte Letzte Meile, der Leitungsabschnitt vom Verteiler ins Haus, besteht weiterhin aus Kupferkabel. Neben dem Telekom-Verteiler steht jetzt der EWE-Verteiler. Wird ein Kunde bei EWE angeschlossen, muss sein Hausleitungsdraht der Telekom einfach im EWE-Verteiler angeklemmt werden. „Voraussetzung ist natürlich, dass es sich um unseren Kunden handelt“, sagt Björn Muth, Kommunalbetreuer in der Geschäftsregion Bremervörde/Seevetal.

Netzbetreiber investiert eine halbe Millionen Euro

Bisher waren die Datensignale über den Telekom-Betrieb an der Poststraße in Tostedt aufgelaufen und von dort verteilt worden. Durch die längeren Wege zum Kunden kam es zu Geschwindigkeitsverlusten bei der Datenübertragung. Jetzt wird die Strecke vom Datennetz zum Kunden durch die EWE-Verteilerkästen verkürzt. „Im näheren Umfeld sind Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde möglich, ab Herbst bis zu 100 MBit“, sagt Björn Muth. Dies betreffe Entfernungen vom Verteiler bis zu einem Kilometer. Darüber hinaus seien es noch 30 MBit.

Die EWE investiert in Tostedt 500.000 Euro. Davon profitieren vor allem Haushalte im Zentrum der Gemeinde, aber insbesondere auch entlegenere Siedlungen wie Quellen oder Tiefenbruch. Die Mitgliedsgemeinden Otter, Dohren und Wistedt sind bereits versorgt worden. „So viele Anschlüsse auf einmal zu bekommen, ist etwas herausragendes“, betonte Samtgemeinde Peter Dörsam bei einer Besichtigung der neuen Verteileranlage. „Hohe Bandbreiten sind ein wichtiger Standortfaktor für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen“, ergänzte Gemeindebürgermeister Gerhard Netzel.

Glasfaser kann auch direkt ans Haus gelegt werden

Zwar gibt es innerhalb der Samtgemeinde auch Siedlungen, die von anderen Anbietern erschlossen wurden, aber „nicht jeder Anbieter will auch nach Tiefenbruch gehen“, sagte Björn Muth. „Wir machen das aber.“

Carsten Kröger wies darauf hin, dass es grundsätzlich auch möglich sei, Glasfaser direkt ans Haus zu legen. Da das Teuerste daran die Tiefbaukosten sind, hängt so ein Angebot auch davon ab, ob etwa die Samtgemeinde ohnehin Tiefbauarbeiten plant.

Die EWE-Vertreter empfehlen ihren Kunden, sich in jedem Fall persönlich beraten zu lassen und zu klären, ob und in welchem Umfang schnelles Internet verfügbar ist. „Dass wir hier ein EWE-Kundenzentrum haben, ist für Tostedt natürlich ein Vorteil“, so Bürgermeister Dörsam. Die Ausbauarbeiten sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Informationen erhalten die Kunden unter 0 41 82/295 21 48 oder direkt im Kundenzentrum, Zinnhütte 5 in Tostedt.