Harburg

Fotoclub: Alles eine Frage der Perspektive

Diese Paviane fotografierte Willi Heinsohn in Hagenbecks Tierpark

Diese Paviane fotografierte Willi Heinsohn in Hagenbecks Tierpark

Foto: Picasa / HA

Willi Heinsohn hat einen Fotoclub des NABU ins Leben gerufen. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat in Neuwiedenthal

Neue Perspektiven entwickeln. Schönheit im Detail entdecken. Den eigenen Standpunkt überprüfen. Einen persönlichen Stil finden. Im Leben und im Hobby. Darauf kommt es Willi Heinsohn an. Der 70-Jährige begeistert sich seit Kindesbeinen für Fotografie. Als Pensionär pflegt der Mathematik- und Physiklehrer seine alte Leidenschaft intensiver und hat gleichzeitig eine neu Liebe entdeckt: Die Natur.

Da ist es naheliegend, beides zu verbinden. Unter dem Dach des NABU Hamburg hat Willi Heinsohn gemeinsam mit seinem Nachbarn Michael Wohl-Iffland vor einem halben Jahr einen Fotoclub gegründet. Zehn Männer und Frauen überwiegend reiferen Alters gehören zurzeit zur Gruppe, die sich einmal monatlich im Striepensaal in Neuwiedenthal trifft. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen.

„Auch wer noch nicht dem Naturschutzbund angehört, darf gern ein- oder zweimal bei uns reinschnuppern, bevor er sich entscheidet, ob er dabei bleiben möchte“, sagt der Marmstorfer. Spezielle Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, wohl aber ein gewisser Ehrgeiz, sich in Sachen Fotografie weiter zu bilden. Geplant sind clubinterne Foto-Wettbewerbe, selbst organisierte Workshops zu speziellen Foto-Themen und gemeinsame Fotoexkursionen.

Obwohl der Club eine Fachgruppe des NABU ist, beschränken sich die Motive keineswegs auf Tiere und Pflanzen und die Fototouren führen nicht zwingend in die Natur. Der erste gemeinsame Ausflug ging in den Harburger Hafen – bei Dunkelheit. „Durch die Nachtfotografie haben wir die eigene Kamera einmal anders kennen gelernt. Themen waren Langzeitbelichtung und der Umgang mit dem Stativ“, erläutert Willi Heinsohn.

Was, wie und wo gemacht wird, entscheiden die Mitglieder gemeinsam. „Michael und ich übernehmen zwar weitgehend die Organisation, aber man darf sich das nicht wie einen Volkshochschulkursus vorstellen. Jeder sollte seine besonderen Kompetenzen und Kenntnisse bei den Treffen einbringen und allein oder in der Klein-Gruppe Beiträge zu einzelnen Themen vorbereiten“, sagt der Pädagoge.

Für wichtig hält er auch die Bereitschaft, konstruktive Kritik am eigenen Werk zu ertragen. In der Offenheit für Anregungen zu den Bildern liege ja gerade der Sinn eines Fotoclubs. „Man lernt doch voneinander.“ Der Wunsch, sich selbst fototechnisch weiter zu entwickeln, veranlasste ihn, sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun: „Ich hatte das Gefühl, allein trete ich fotografisch auf der Stelle.“

Als Zehnjähriger bekam er seine erste Kamera geschenkt. „Eine Agfa-Box. Da hatte man die Wahl zwischen zwei Einstellungen: Gutes Wetter und schlechtes Wetter.“ Heute besitzt er eine hochwertige Spiegelreflexkamera und etliche Objektive. Die schier unendlich erscheinenden Möglichkeiten der Digitaltechnik faszinieren ihn. Dennoch hat er für sich beschlossen, auf aufwändige Bearbeitung am Computer weitgehend zu verzichten. Er möchte die Realität abbilden, wie er sie sieht.

„Wichtiger noch als die Ausrüstung ist das fotografische Auge. Für ein gutes Bild braucht man Fantasie bei der Wahl der Perspektive und des richtigen Ausschnitts“, sagt Heinsohn. Auch die Strukturen eines Objekts, Licht und Schatten oder das Spiel mit der Tiefenschärfe könnten beeindruckende Effekte hervorrufen. Dafür möchte Willi Heinsohn durch gemeinsame Bildbesprechungen den Blick aller Clubmitglieder schärfen – auch den eigenen.

Das Spektrum der fotografischen Kompetenz ist im Club breit gefächert. Heinsohn, der in den vergangenen Jahren an diversen Workshops teilgenommen hat, sieht darin kein größeres Problem. „Ich glaube, dass wir sogar Fotoanfänger integrieren können, die ihre Kamera erst kennenlernen möchten. Wir sind sehr teilnehmerorientiert.“

Der Fotoclub NABU Hamburg trifft sich jeden vierten Montag im Monat um 19.30 Uhr im Striepensaal in Neuwiedenthal, Striepenweg 40. Infos bei Willi Heinsohn Tel.: 040/4800705, Michael Wohl-Iffland Tel.: 040/7605935.