Harburg
Außenmühlenweg

Harburgs erste Lasertag-Anlage hat eröffnet

Foto: Lars Hansen / HA

In der alten Fabrikhalle am Außenmühlenweg hat Harburgs erste Lasertag-Anlage eröffnet. Die Besucher beschießen sich hier mit Licht.

Harburg. Zugegeben: Äußerlich ähnelt das Spielgerät einem Gewehr. Eigentlich ist es aber nur eine große Taschenlampe, die Infrarotlicht durch den Raum schickt. Wer damit angeleuchtet wird, verliert Punkte; wer es schafft, mit seinem Spielgerät andere Spieler anzuleuchten, bekommt Punkte dazu. Das Spielfeld misst ca. 25 mal 20 Meter. Diverse Hindernisse im Raum bieten Schutz vor gegnerischen Infrarotstrahlen und stellen für den Spieler gleichzeitig eine Herausforderung dar, denn auch er muss seine Gegenspieler suchen und Punkte machen. Schwarzlicht, Kunstnebel, Lichteffekte und Musik lassen den Adrenalinpegel noch einmal steigen. Das Spiel heißt Lasertag. „Tag“ ist das englische Wort für Markierung. Ab sofort gibt es Lasertag auch in Harburg. An der alten Fabrikhalle am Außenmühlenweg prangt unübersehbar die Werbung.

Entwickelt wurde das Spiel als Trainingsprogramm der US-Streitkräfte

Ganz ohne öffentliche Kritik ist der neue Freizeittrend nicht: Immerhin richtet man hier waffenähnliche Gegenstände auf andere Leute. So manchem Pädagogen alter Schule kommt da das kalte Grausen. Die Betreiber sehen das natürlich etwas entspannter: „Früher haben wir uns Pfeil und Bogen selbst gebastelt oder mit der Erbsenpistole Cowboy und Indianer gespielt“, sagt Oliver Günther von Lasertag.de, der Firma, die neben der Harburger Halle auch noch Laserspielstätten in Bramfeld und Lübeck betreibt. „Im Vergleich dazu ist Lasertag sogar harmloser, weil ja keine tatsächlichen Projektile im Spiel sind. Und im Vergleich zu Brutalo-Ballerspielen im Internet ist unser Spiel jederzeit vorzuziehen.“

Entwickelt wurde das Spiel allerdings tatsächlich mit kriegerischem Hintergrund, als Trainingsprogramm der US-Streitkräfte. Bekannt wurde es hierzulande allerdings eher durch die TV-Comedyserie „How I Met Your Mother“, und wer eine Lasertag-Halle betritt, merkt von militärischer Strenge gar nichts. Im Eingangsbereich bestimmen Sitzmöbel und ein Getränketresen das Bild. „Hier kommen die Gäste an und warten, bis ihre Gruppe dran ist“, sagt Günther. „Außerdem können die, deren Zeit gerade läuft, hier kurz entspannen, oder nach dem Spiel verschnaufen. Man kommt nämlich ganz schön aus der Puste.“

Stirnband macht 360-Grad-Radius möglich

Hinter dem Eingangsbereich wird es schon ernster. In diesem Hallenabschnitt werden die Spielgeräte ausgegeben und erklärt. Neben dem Infrarot-Zielgerät gehört auch eine Empfängereinheit dazu. In Harburg ist das ein Stirnband. „Es gibt unterschiedliche Systeme, zum einen mit Trefferwesten, zum anderen mit diesem Stirnband“, sagt Günther. „Wir haben uns für die Stirnbänder entschieden, weil die Westen geradezu dazu herausfordern, in Deckung zu bleiben. Wir wollen Bewegung im Spiel.“

An dem Stirnband befinden sich drei Empfänger, so dass ein 360-Grad-Radius um den Spieler abgedeckt ist. Am Zielgerät befindet sich ein Zähler, der eine vorher festgelegte Anzahl an Schüssen herunter zählt. Danach muss der Spieler das Gerät wieder aufladen. Je nach Spielmodus genügt dazu ein Knopfdruck, oder der Spieler muss zur Basis seines Teams zurück – quer über das Spielfeld und den Zielversuchen der Gegner ausgesetzt.

Lasertag darf in Hamburg erst ab 14 Jahren gespielt werden

Das Spielfeld selbst ist mit Schwarzlicht ausgeleuchtet und mit Kunstnebel durchwabert. Lichteffekte und Diskolaser sorgen für noch mehr Ablenkung. Die nächste Generation Zielgerät soll zusätzlich zum Infrarotlicht ebenfalls sichtbare Niedrigenergielaserstrahlen abgeben, damit die Spieler auch sehen, ob sie getroffen haben oder wurden. Bislang vermeldet das lediglich ein im Spielgerät eingebauter Lautsprecher und der Bildschirm außerhalb der Halle.

Vor dem versammeln sich in den Spielpausen alle Teilnehmer, um ihre Punktestände abzulesen. Treffer beim eigenen Team geben selbstverständlich Abzüge – außer im jeder-gegen-jeden-Modus. „Vor dem Schirm herrscht immer große Aufregung,“ sagt Günther, „auch Erwachsene werden hier ganz hibbelig.“

Lasertag darf in Hamburg erst ab 14 Jahren gespielt werden. Für jüngere Spieler hat Oliver Günther deshalb eine kleine eigene Halle separiert, in der mit Schaumstoffpfeilen geschossen wird. Diese Spielgeräte gibt es derzeit in fast jedem Kinderzimmer. Der Unterschied: Hier gehen keine Möbel zu Bruch und es gibt eimerweise Munition. Das lästige Pfeile-hinter-dem-Sofa-Suchen entfällt zu Gunsten des Spielflusses. Kostenlos ist der Spaß freilich nicht: Die erste Stunde Spiel kostet 14 Euro pro Teilnehmer, jede weitere halbe Stunde 3,50 Euro. Sonnabends und an Feiertagen werden Zuschläge fällig. Gebucht wird meistens von ganzen Gruppen. „Wer spontan einzeln vorbeikommt, hat zwar keine Garantie spielen zu können“, sagt Günther, „aber wegschicken mussten wir bislang auch niemanden.