Harburg
Marionettentheater

Augsburger Puppenkiste spielt im Göhlbachtal

Kita-Kinder, Puppenspieler und Papilio-Verantwortliche - und mittendrin die vier Kistenkobolde

Kita-Kinder, Puppenspieler und Papilio-Verantwortliche - und mittendrin die vier Kistenkobolde

Foto: Papilio / HA

500 Kindergartenkinder und Erzieher aus der Region besuchten Vorstellungen von „Papilio“ und der „Augsburger Puppenkiste“.

Harburg. Das war ein sehr leerreiches Vergnügen für mehr als 500 Kindergartenkinder. In der Staatlichen Schule für Sozialpädagogik im Göhlbachtal bekamen sie von den Puppenspielern der Augsburger Puppenkiste die Marionetten-Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“ vorgeführt.

Puppen tragen zur Steigerung der sozial-emotionale Kompetenz bei Kindern bei

Die Kistenkobolde Freudibold, Heulibold, Zornibold und Bibberbold - jeder der vier Kobolde steht für ein Basisgefühl - tragen nach Angaben des Augsburger Vereins „Papilio“ nachweislich dazu bei, die sozial-emotionale Kompetenz bei Kindern zu steigern, um gegen Sucht- und Gewaltentwicklung im Jugendalter vorzubeugen. Die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. koordiniert das Projekt. Schon jetzt arbeiten über 280 pädagogische Fachkräfte in Hamburg mit dem Präventionsprogramm. Bundesweit sind bereits rund 6000 Erzieherinnen und Erzieher in über 1200 Kindergärten über das Programm fortgebildet worden. Die Veranstaltung in Harburg und in weiteren Hamburger Stadtteilen wird von Lotto Hamburg und der Barmer GEK unterstützt.

Mit Papilio erlernen die Kinder Basiskompetenzen

Als einer der Bausteine von Papilio wurden die Kistenkobolde zusammen mit der Augsburger Puppenkiste sowie Fachkräften aus Wissenschaft und Praxis entwickelt. Die Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“ - so heißt es - hilft Kindern, mit ihren eigenen Gefühlen und den Gefühlen von anderen umgehen zu können. Weitere Papilio-Bausteine unterstützen nach Mitteilung des Vereins das Einhalten sozialer Regeln und das soziale Miteinander. Frühzeitige Förderung schützt vor Risiken, heißt es. Soziale und emotionale Kompetenzen sind die Grundlage für das Erlernen aller anderen Fertigkeiten. Sie helfen bei der Sprachentwicklung ebenso wie beim Aufbau von Freundschaften. Mit Papilio erlernen die Kinder diese Basiskompetenzen spielerisch im frühen Kindesalter. Sie gelten auch als Schutzfaktoren vor problematischen Entwicklungen.

Heidrun Mayer, geschäftsführende erste Vorsitzende Papilio e.V., sagt: „Aus der Entwicklungspsychologie wissen wir, dass Kinder sozial-emotionale Kompetenzen im frühen Kindesalter lernen müssen, damit sie eine eigene Identität und Selbstwertgefühl aufbauen können. Das wirkt sich positiv auf ihre gesamte weitere Entwicklung und auf ihre psychosoziale Gesundheit aus. Was in dieser frühen Zeit versäumt oder falsch gelernt wird, ist später nur schwer nachzuholen oder zu korrigieren.“

„Nicht nur die Kinder profitieren von dem Programm.“

Seit 2007 wurden in Hamburg 281 pädagogische Fachkräfte aus 58 Kitas in Papilio fortgebildet. Irene Ehmke, Papilio-Koordinatorin bei der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., erklärt: „Die Erzieherinnen zeigen ein großes Engagement. Aber nicht nur die Kinder profitieren von dem Programm. Auch die Kolleginnen selber berichten, wie sie durch mehr Kooperation und gegenseitige Wertschätzung mehr Professionalität und Arbeitszufriedenheit entwickeln.“