Harburg
Autobahn 1

Süderelbebrücke wird fünf Wochen früher fertig

Stefan Eschweiler, Instandsetzungs-Projektleiter an einer Meßstelle. Der alte Stahträger erhält mit hydraulischen Pressen seine alte Vorspannung zurück

Stefan Eschweiler, Instandsetzungs-Projektleiter an einer Meßstelle. Der alte Stahträger erhält mit hydraulischen Pressen seine alte Vorspannung zurück

Foto: Jochen Gipp / HA

Stahlarbeiten auf der A 1 abgeschlossen. Reparaturarbeiten voraussichtlich Anfang August beendet. Staus dürften dann ein Ende haben.

Harburg.  Gute Nachrichten von der Baustelle der A1-Süderelbebrücke : Die seit dem 11. Dezember vergangenen Jahres nach einer Beschädigung durch ein Binnenschiff nur noch unter erheblichen Einschränkungen nutzbare Brücke, auf der es weiter täglich in beiden Fahrtrichtungen der Autobahn zu erheblichen Verkehrsstaus kommt, ist früher wieder voll befahrbar. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich bereits Anfang August und damit gut fünf Wochen früher als ursprünglich angenommen, beendet sein. Nach der Verkehrsfreigabe dürften die täglichen Staus in Hamburgs Süden ein Ende haben.

Während einer Vollsperrung in Richtung Süden von Sonnabendabend bis heute früh sind die letzten Stahlarbeiten unter der Brücke erledigt worden. Instandsetzungs-Projektleiter Stefan Eschweiler vom Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sprach von einem „finalen Akt“. Der demolierte und nicht mehr belastbare 4,50 Meter hohe Hauptträger ist während der Sperrzeit am Wochenende über ein Gestänge mit hydraulischen Pressen wieder in die notwendige Spannung versetzt worden, hat währenddessen eine neue, acht Zentimeter starke Stahlplatte untergeschraubt bekommen, und kann jetzt wieder wie früher belastet werden. Somit hat die Brücke – trotz der Beule im Träger – seit dem Wochenende ihre alte Tragfähigkeit zurück. Statiker haben alles detailliert berechnet. Zudem ist die Stahlkonstruktion mit Sensoren gepflastert, die alle Kräfte aufzeichnen, an Rechner weiterleiten und kontrollieren, dass alles so läuft wie geplant.

16 Vollsperrungen für die Bauarbeiten an der Brücke

In den Monaten zuvor – seit Anfang März - waren an dem Hauptträger insgesamt 14 angeknackste Stahlrippen sowie ein verformter Querträger, die zur Versteifung der Brückenkonstruktion beitragen, durch Neuteile ersetzt worden. Für die Schweißarbeiten an Rippen und Querträger gab es 15 nächtliche Vollsperrungen. Die 16. Sperrung war dieses Wochenende. Der Autobahnverkehr wurde wie zuvor über die Wilhelmsburger Reichsstraße umgeleitet. Die Umleitung sorgte für erhebliche Staus. Mit dem Abschluss der Stahlarbeiten ist die Gesamtreparatur an der Brücke noch nicht beendet.

Stefan Eschweiler: „Die vorhandenen Baustellenabsperrungen und Verschwenkungen der Fahrbahnen werden genutzt, um auch die Übergänge zwischen Fahrbahn und Brücke zu erneuern. Zudem wird noch der rechte Hauptfahrstreifen neu asphaltiert. Während der Vollsperrung am Wochenende ist auch ein 600 Meter langer Fahrbahnabschnitt in Höhe der Autobahn-Raststätte Stillhorn, Fahrtrichtung Süden, neu asphaltiert worden.“

Mitarbeiter haben auch an Feiertagen gearbeitet, nun wird die Fahrbahn vermutlich früher wieder fregegeben

Unter der Brücke muss der Stahl während der kommenden Tage mit Korrosionsschutz versehen werden. Die zwölf Meter breite Arbeitsplattform unter der Brücke, die von der Firma Taucher Knoth bereitgestellt worden ist, wurde für die Arbeiten am Stahlträger insgesamt fünf mal umgesetzt. Zweimal mussten auf der Plattform stehende Gerüste abgebaut werden, weil befürchtet wurde, die Plattform könne bei Elbe-Hochwasser aufschwimmen und weiteren Schaden an der Brücke verursachen.

Diese zusätzlichen Arbeiten hatten für Verzögerungen der eigentlichen Brückenreparatur gesorgt. Projektleiter Stefan Eschweiler ist voll des Lobes, weil die Mitarbeiter unter Leitung des Harburger Unternehmens Aug. Prien auch an Feiertagen gearbeitet haben. „Auch Ostern, 1. Mai, Himmelfahrt, Pfingsten ist gearbeitet worden. Nun werden wir voraussichtlich zum Sonnabend, 8. August, gut fünf Wochen früher als ursprünglich geplant, die Fahrtrichtung Süden für den Verkehr wieder uneingeschränkt frei haben“, freut er sich.

Bis dahin gibt es noch einmal einen zweispurigen Fahrstreifenwechsel

Bis dahin gibt es noch einmal ab 26. Juli in Fahrtrichtung Süden einen zweispurigen Fahrstreifenwechsel von der linken zur rechten Brückenseite, damit auch auf der linken Brückenseite die Übergänge zwischen Fahrbahn-Landseite und Brücke erneuert werden können. Und in der Nacht vom 21. zum 22. Juli wird der Verkehr voraussichtlich noch einmal eingeschränkt, weil ein Telekran auf der Brücke für den Abbau des Arbeitspontons unter der Brücke benötigt wird.

Unter der Brücke werden auch noch Lager auf den Uferseiten und auf zwei Pfeilern im Elbstrom erneuert. Nach der Freigabe der Süd-Fahrtrichtung am 8. August soll mit dem Rückbau der Fahrbahnverschwenkungen auf der Nord-Fahrtrichtung begonnen werden. Etwa zwei bis drei Tage werden dafür benötigt.