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Gastrostraße kommt erst im kommenden Jahr

Die nördliche Veringstraße ist die Gastronomiemeile auf der Elbinsel Wilhelmsburg. Das Foto zeigt das Restaurant Flutlicht aus der Perspektive des Stübenplatzes

Die nördliche Veringstraße ist die Gastronomiemeile auf der Elbinsel Wilhelmsburg. Das Foto zeigt das Restaurant Flutlicht aus der Perspektive des Stübenplatzes

Foto: Thomas Sulzyc

Der geplante Umbau der Veringstraße verzögert sich. Baustart erst Anfang 2016. Empfehlung der Geschäftsleute sieht Wanderbaustelle vor.

Wilhelmsburg.  Die nördliche Veringstraße ist zwar nicht das Zentrum Wilhelmsburgs. Aber nirgendwo auf der Elbinsel ist das Leben quirliger als in der Gastronomie- und Geschäftsmeile. Hier, wo Falafel, Döner oder portugiesische Pastéis de Nata über den Tresen gehen, sollte eigentlich in diesem Sommer ein Bauvorhaben laufen, von dem der Fahrradverkehr und die Gastronomie gleichermaßen profitieren sollen. Doch der geplante Umbau der nördlichen Veringstraße auf etwa 450 Metern zu einer verkehrsberuhigten Geschäftsstraße verzögert sich bis in das nächste Jahr. Grund sei die ernsthafte Erkrankung eines für das Projekt wichtigen Planers.

Baumaßnahmen dieser Größenordnung könnten immer „störanfällig“ sein, heißt es beim Bezirksamt Hamburg-Mitte. Der Baustart sei zwar nie endgültig terminiert worden. Der geplante Umbau der nördlichen Veringstraße hätte aber ursprünglich Ende 2015 beendet sein sollen. „Es ist von einem Baustart im Frühjahr 2016 auszugehen“, teilt das Bezirksamt jetzt mit.

Mehr Platz für Fahrräder und Gastwirte

Die nördliche Veringstraße wird entlang des Abschnitts vom Stübenplatz bis zur Mannesallee umgebaut, um den Fahrradverkehr zu stärken. Sie ist Teil der insgesamt 16,4 Kilometer langen Veloroute 11 vom Hamburger Rathaus bis nach Harburg.

Mit dem geplanten Umbau zu einer verkehrsberuhigten Geschäftsstraße gehen aber auch neue Chancen für die Gastronomiebetriebe einher. Breitere Fußwege sind vorgesehen, so dass die Gastwirte mehr Tische und Stühle vor ihren Lokalen aufstellen können. Bisher beschränken sich ihre Möglichkeiten auf einen tischbreiten Streifen vor den Fernstern.

Mehrheit im Reiherstiegviertel begrüßt die Verkehrsberuhigung

Nach dem Umbau wird in der nördlichen Veringstraße das Höchsttempo 25 gelten. Der Kraftfahrzeugverkehr würde ausgebremst. Es entstünde ein Platzcharakter ähnlich wie in der Mönckebergstraße. Eine Bordkante von nur drei Zentimetern Höhe trennte den Fußweg von der Fahrbahn. Nach Angaben des Bezirksamtes Hamburg-Mitte nimmt die Fahrbahn auf Höhe des Stübenplatzes eine Breite von 6,50 Metern ein. Der Gehweg wäre mit 6,80 Metern breiter.

Grundsätzlich hat sich bei Anwohnerbeteiligungen und bei Treffen der Planer mit den in der Interessengeinschaft Reiherstiegviertel zusammengeschlossen Geschäftsleuten das Bild gezeigt, dass die Mehrheit im Reiherstiegviertel die Idee begrüßt, den Verkehr vor den Geschäften und Restaurants in der Veringstraße zu beruhigen und mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Bauverzögerung gibt Zeit über die Empfehlung der Geschäftsleuite nachzudenken

Zur Überraschung der Planer hatten im März 2014 bei einem Treffen mit Grundeigentümern und Gewerbetreibenden zahlreiche Geschäftsleute gegen den dort vorgestellten Abbau von Parkplätzen in der Veringstraße protestiert. Die Anzahl der Autostellplätze auf dem 450 Meter langen Abschnitt zwischen Stübenplatz und Mannesallee soll von derzeit 36 auf nur noch 21 reduziert werden.

Mit der Bauverzögerung in das Frühjahr 2016 haben die Planer die Gelegenheit, über eine Empfehlung der Geschäftsleute nachzudenken: Die Interessengemeinschaft Reiherstieg schlägt vor, während der Bauzeit in der Veringstraße eine Wanderbaustelle einzurichten. Die Baustelle sollte sich nicht über hunderte Meter vor den Läden erstrecken, sondern der Umbau sich Stück für Stück entwickeln. Der Sanierunsgbeirat Südliches Reiherstiegviertel hat vor Kurzem die Empfehlung der Geschäftsleute unterstützt.

Das Bezirksamt äußert sich bisher nur vage zu der Idee einer Wanderbaustelle in der nördlichen Veringstraße. Zu den Bauabschnitten könne zum jetzigen Planungsstand noch keine abschließende Information gegeben werden, teilt die Behörde dem Abendblatt mit. Und weiter: „Es kommt bei allen Baumaßnahmen immer zu Beeinträchtigungen für die Anlieger, und es ist grundsätzlich im Interesse der Stadt, diese so gering wie möglich zu halten.“

Unabhängig von dem geplanten Umbau entwickelt sich die Gastroszene weiter: Ein lokaler Burgerbräter kündigt an, in dem früheren Crêpes-Lokal „Plattenladen“ eröffnen zu wollen. In der leer stehenden früheren Boutique gegenüber, heißt es, wolle ein Lokal mit Kartoffelspezialitäten eröffnen.