Harburg
HR-Regional

Niemand darf sich verweigern

Flüchtlingen eine Wohnung zu geben und sie in diese Gesellschaft zu integrieren, ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Das sagt und schreibt sich sehr leicht. Und es klingt sehr nach Juristen- und Bürokratendeutsch. Politsprech eben.

Vielleicht sollte es besser heißen: Das geht uns alle an. Niemand kann sich verweigern. Südlich des Mittelmeers spielt sich in vielen Ländern eine humanitäre Katastrophe ab, die unsere Vorstellungskraft weit übersteigt. Wenn Menschen ihr eigenes Leben riskieren, weil sie sich irgendwo in der Welt eine neue Heimat suchen wollen, dann muss es wohl schlimm sein dort, wo sie jetzt sind. Ihnen dafür die Möglichkeit zu schaffen, ist eine Aufgabe, der wir uns alle stellen müssen. Auch im Landkreis Harburg. Gerade dort. Denn so schlecht geht es uns nicht zwischen Hollenstedt und Marschacht.

Was nicht sein darf ist, dass fast 160 anerkannte Flüchtlinge, die bleiben dürfen, keine Wohnung finden. Was nicht sein darf ist, dass immer noch Menschen befürchten, der Wert ihrer Immobilie sinke, wenn in 250 Meter Entfernung Container aufgestellt werden. Was nicht sein darf ist, dass Gemeinden sich mit der Flächenausweisung zurückhalten.

Allein die deutsche Fregatte „Schleswig-Holstein“ hat in den vergangenen vier Wochen 5600 Menschen aus dem Mittelmeer aufgefischt. Das ist weit weg? Keinesfalls. Etliche dieser Menschen und derjenigen, die noch folgen, stehen bald in Winsen und Hittfeld und bitten um Hilfe.