Harburg
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Studentenwohnhaus soll Baulücke schließen

In der Baulücke neben der Dialysepraxis an der Schwarzenbergstraße 29 beginnen die Arbeiten für einen fünfgeschossigen Neubau

In der Baulücke neben der Dialysepraxis an der Schwarzenbergstraße 29 beginnen die Arbeiten für einen fünfgeschossigen Neubau

Foto: Jochen Gipp / HA

An Schorchtstraße und Schwarzenbergstraße haben die Arbeiten für ein umstrittenes Projekt begonnen – Anwohner protestieren weiter.

Harburg.  Bauzäune sind bereits aufgestellt, und Bagger haben den Parkplatz abgetragen, der sich bislang in der Baulücke neben der Dialysepraxis an der Schwarzenbergstraße 29 befand. In den kommenden eineinhalb Jahren soll in der Baulücke ein fünfgeschossiges Haus mit Tiefgarage und knapp 50 Wohnungen für Studierende hochgezogen werden. Bauherr ist der Geschäftsführer des Dialysezentrums Süderelbe, Dr. Wolfgang Wahls, die Pläne lieferte Architekt Egbert Oest.

Bewohner der Schorchtstraße protestierten

Insgesamt 13 Ausnahmegenehmigungen vom geltenden Bebauungsplan, darunter fünf- statt viergeschossige Bauhöhe, hatten Bezirkspolitiker zugestimmt. Gegen die Befreiungen war von Bewohnern der Schorchtstraße protestiert worden. Eine Klage von Anwohnerin Barbara Thies wurde vom Gericht abgewiesen. Somit stand dem Bau, dessen Planung Mitte 2012 erstmals vorgestellt worden war, nichts mehr im Weg. Planänderungen gab es in der Zwischenzeit. So ist nur noch von einer Tiefgarage unter dem Haus die Rede, mit Zufahrt von der Schorchtstraße, und nicht mehr von einem Zweietagen-Parkdeck unterm Haus, das auch eine Zufahrt von der Schwarzenbergstraße bekommen hätte.

Patienten und Mitarbeiter haben Parkplatzprobleme

Mit dem Beginn der Bauarbeiten und dem Wegfall des bisherigen Parkplatzes sind nun nach Angaben von Anwohnern täglich Patienten der Dialysepraxis an der Schorchtstraße und der Schwarzenbergstraße auf Parkplatzsuche. Dazu ist aus der Praxis zu hören, dass Ärzte und Mitarbeiter ihre Fahrzeuge seit Baubeginn in Parkhäusern abstellen und für Fahrzeuge von Patienten Parkplätze neben der Praxis ausgewiesen sind.

Barbara Thies, Bewohnerin eines der kleinen, denkmalgeschützten, fast 200 Jahre alten Häuser an der Schorchtstraße, sagt, es kämen derzeit viele Mitstreiter von damals zu ihr. „Wir bedauern alle, dass der Neubau so groß wird und uns künftig verschattet. Unsere Häuser und auch die Kopfsteinpflasterung unserer Straße sind historisch wertvoll. Alles verschwindet nun in den Hintergrund und ich schätze auch, dass sich der Wert unserer Immobilien verringern wird. Unserer Meinung nach hätte ein viergeschossiges Gebäude ausgereicht.“

Anwohner haben Angst um Kopfsteinpflaster

In den Untergrund des Bauplatzes sollen Gründungspfähle für die Standsicherheit des Neubaus gebohrt werden. Ursprüngliche Befürchtungen der Anwohner, es könnten auch Gründungspfähle gerammt werden, hatte Harburgs Baudezernent Jörg Heinrich Penner ausgeräumt, da nach seinen Worten in Wohngebieten grundsätzlich nicht mit Rammen gearbeitet werde. Nun befürchten die Anwohner, dass das Kopfsteinpflaster der Schorchtstraße durch schwere Baufahrzeuge Schaden nehmen könnte. Dazu hatte Penner erklärt, dass es sich bei der Schorchtstraße um eine öffentliche Straße handele, die von Baufahrzeugen befahren werden darf.