Harburg
Winsen

Zehn Millionen Euro für die Ganztagsschule

Die größte Mensa entsteht mit 168 Plätzen am Ilmer Barg, wohin mit fünf Millionen Euro auch die größte Investitionssumme fließt.

Die größte Mensa entsteht mit 168 Plätzen am Ilmer Barg, wohin mit fünf Millionen Euro auch die größte Investitionssumme fließt.

Foto: Jens Büttner / dpa

Auffassungen über Zusammenarbeit mit Horten ist umstritten. Neues Konzept bis Jahresende. Zusätzliche Sitzung mit den Schulleitern?

Winsen. Der Zeitplan für den Umbau von vier Grundschulen für den Ganztagsunterricht in der Kreisstadt steht. Die Bauarbeiten beginnen Ende Juli und sollen innerhalb von einem Jahr, spätestens aber gegen Ende des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Investiert werden insgesamt mehr als zehn Millionen Euro. Diesen Planungsstand erläuterte Rainer Runge, der Sachgebietsleiter Kindertagesstätten, Schulen und Ordnungswesen, am Donnerstagabend dem Schulausschuss der Kreisstadt.

Betroffen von den Arbeiten sind die Hanseschule, die Schule Bosteler Grund, die Schule Ilmer Barg und die Grundschule Luhdorf. An den einzelnen Standorten werden neue Klassenräume entstehen und die Mensen deutlich ausgeweitet. Die größte Mensa entsteht mit 168 Plätzen am Ilmer Barg, wohin mit fünf Millionen Euro auch die größte Investitionssumme fließt. Auch in Pattensen wird die Kapazität für ein Jahr durch einen Mietcontainer ausgeweitet, der noch im Juli aufgestellt werden soll.

Die Ganztagsschule soll in jedem Fall zu Beginn des Schuljahres 2016/17 starten

Die Diskussion über das Konzept, in das auch die Angebote von freien Trägern im Hortbereich eingehen soll, verhedderte sich dann aber vollständig. An der gut 100minütigen Austausch waren dabei nicht nur die Politiker und die zum Ausschuss zählenden Experten, sondern auch Schulleiter und Bürger beteiligt. Im Kern geht es dabei um die Betreuung der Kinder am Freitagnachmittag, wochentags nach 15.30 oder 16 Uhr, wenn die Verantwortung der Schulen endet sowie während der Ferien. Nach immer wieder aufkommenden Kritik an der Ganztagsschule, war Bürgermeister André Wiese dann soweit, dass er anbot, die Bauarbeiten sofort zu stoppen. Natürlich wollten das weder die Politiker, die sich in einer monatelangen Diskussion für den Ausbau der Ganztagsschulen ausgesprochen hatten, noch die Schulleiter. Die Ganztagsschule soll in jedem Fall wie besprochen zu Beginn des Schuljahres 2016/17 starten.

Grundsätzlich soll bis Ende November ein pädagogisches Konzept vorliegen, dass die Betreuung mit weiteren Angeboten bis 17 Uhr sichert und Angebote in den Ferien einschließt. Die Ganztagsschule gehört dabei in die Verantwortung der Landes.

„Wir müssen eine Lösung finden, die den Bedarf der Eltern in den Mittelpunkt stellt. Da haben wir noch einen weiten Weg vor uns.“

Die Stadt gibt dennoch 10.000 Euro pro Jahr und Schule, um Betreuung und Kurse einzukaufen oder auch Hausmeister- und Sekretärinnen zu bezahlen. Dazu gibt es nach einem Beschluss von Ende 2012 auch zusätzliche Mittel für Unterrichtsmaterial.

Erschwert wird die Entscheidung jedoch durch das vom Land geplante Kindertagesstätten-Gesetz, das die Arbeit in Krippen, Kindergärten und Horten regeln soll. Es wird aber voraussichtlich nicht vor 2016 vorliegen. „Wir sehen das Problem bei den Ganztagsgrundschulen nicht beim Bauprogramm, sondern darin, was dort stattfinden soll“, sagte Erhard Schäfer (Grüne). Wichtig sei auch, mit dem Landkreis zu sprechen. „Er ist in diesem Bereich für die Jugendhilfe zuständig. Wir müssen eine Lösung finden, die den Bedarf der Eltern in den Mittelpunkt stellt. Da haben wir noch einen weiten Weg vor uns.“ „Wir wollen die Betreuung der Schulen sinnvoll ergänzen“, sagte auch die Ausschuss-Vorsitzende Brigitte Netz.

Sie will nun auf das Angebot vonseiten der Schulleiter eingehen, die ihrerseits anboten, ihre Vorstellungen zu erläutern. Dafür will sie in den kommenden vier bis sechs Wochen ein Arbeitstreffen organisieren. Denn die Politiker des städtischen Schul-Ausschuss werden sich nach der bisherigen Planung erst am 21. September wieder zusammen setzen.