Harburg
Verkehrssicherheit

Fahrschüler auf Rauschbrillen-Fahrt

Karl Friedrich Sander mit Sabrina Höhne auf Rauschbrillen-Fahrt

Karl Friedrich Sander mit Sabrina Höhne auf Rauschbrillen-Fahrt

Foto: Christiane Tauer / HA

Polizei im Landkreis macht junge Leute auf Gefahren im Verkehr aufmerksam. Ziel: Bis 2020 sollen Unfallzahlen um 30 Prozent sinken.

Neu Wulmstorf. Etwa 40 Fahrschüler der Neu Wulmstorfer Fahrschule Sander haben am vergangenen Sonnabend am Fahrschulprojekt der Polizeiinspektion Harburg und der Verkehrswacht Harburg Land teilgenommen. Auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Neu Wulmstorf fuhren die Mädchen und Jungen zunächst mit einer Rauschbrille durch einen Parcours und parkten rückwärts ein, um im Anschluss daran – abgelenkt von einem Anruf auf ihrem Handy – vor einem plötzlich auf die Fahrbahn geworfenen Ball abzubremsen.

Es ist das dritte Jahr dieser Aktion, mit der das Land Niedersachsen das ehrgeizige Ziel erreichen will, bis zum Jahr 2020 die Zahl der schweren Verkehrsunfälle um 30 Prozent zu senken. Dass man dabei vor allem Fahranfänger im Blick haben sollte, verdeutlichte Dirk Poppinga, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg: „Die 16- bis 24-Jährigen machen zwar nur sieben Prozent der Bevölkerung im Landkreis Harburg aus, sind aber zu 35 Prozent an schweren Unfällen beteiligt.“ Klassische Ursachen seien Alkohol, Selbstüberschätzung und Ablenkung durch das Handy.

„Wir erläutern Ursachen und Folgen der Unfälle und nennen Vermeidungsstrategien“

Im Verhältnis 70 zu 30 steht dabei der Anteil von jungen Männern gegenüber jungen Frauen. Mit einem weiteren Projekt namens „Schutzengel“ wendet sich die Polizei deshalb vor allem an Mädchen, damit sie den Mut aufbringen, in heiklen Situationen beispielsweise nach Partys auf ihre Freunde und Schulkameraden positiv einzuwirken.

Um Fahranfängern von realen Unfällen aus dem Landkreis Harburg zu berichten, besuchen Polizeibeamte darüber hinaus regelmäßig den Theorieunterricht in Fahrschulen. „Wir erläutern Ursachen und Folgen der Unfälle und nennen Vermeidungsstrategien“, sagte Poppinga. Außerdem kommen Verursacher und Angehörige von Unfallopfern in Videointerviews zu Wort.

Fahrschülerin Sabrina Höhne, 17, aus Neu Wulmstorf war sich nach ihrer Parcours-Fahrt jedenfalls sicher, beim Autofahren zukünftig das Handy außer Reichweite zu legen . Als plötzlich der Ball vor ihren Wagen sprang und sie bremsen musste, war sie schon ziemlich überrascht. Rechtzeitig reagieren konnte sie aber trotzdem noch.