Harburg
Jahrmarkt

Finkenwerder Karkmess hat zwei neue Organisatoren

Thorben Gust (l,) und Lars Brandt freuen sich auf die Karkmess

Thorben Gust (l,) und Lars Brandt freuen sich auf die Karkmess

Foto: Karkmess

Am Donnerstag startet die Finkenwerder Karkmess. Der Insel-Jahrmarkt blickt auf eine lange Tradition zurück. Dabei: zwei neue Macher.

Finkenwerder. Karkmess war für Thorben Gust schon das Größte, als er noch als kleiner Butscher mit dem Lutscher seine Runden über den Festplatz drehte. „Das war damals noch ein richtiger Umlauf und nicht eine kurze Budengasse, so wie in den letzten Jahren“, erinnert er sich.

Jetzt liegt es in seiner Hand, den Finkenwerder Jahrmarkt wieder zu alter Größe zu führen. Gust, mittlerweile Lehrer, und der Gastwirt Lars Brandt haben die Organisation der Karkmess übernommen. Was sie wollen, klingt beim ersten Hören widersprüchlich: Sie möchten das Fest verjüngen und gleichzeitig das alte Karkmess-Gefühl wieder aufleben lassen. „Hauptsächlich wollen wir aber, dass die Karkmess ein Fest von Finkenwerdern für Finkenwerder wird“, sagt Gust.

155-jährige Tradition

Die Karkmess kann auf eine 155-jährige Tradition zurückblicken. Ihre Terminierung auf das erste Juniwochenende hängt mit der Fischerei zusammen: Mit dem Mai endete die Schollenzeit. Ab Mitte Juni gingen die Fischer auf Seezunge. Dazwischen verschnauften sie ein paar Tage, erledigten Landgeschäfte, stürzten die Kasse, rüsteten die Schiffe um und feierten.

Auch für den zweiten traditionellen Wirtschaftszweig der Elbinsel, den Obstbau, ist der Frühsommer eine Zeit, in der man die Bäume ruhig mal ein paar Tage allein lassen kann. Deshalb ist die Kirche, sie liegt auf der Landscheide zwischen der maritimen Hamburger und der bäuerlichen Lüneburger Seite Finkenwerders, auch der ideale Ort, um den Jahrmarkt zu veranstalten.

Gust und Brandt lösen Bezirk Mitte als Organisator ab

Zuletzt war der Bezirk Mitte offizieller Veranstalter des Inseljahrmarkts und der aus Gewerbetreibenden und Kulturkreis gebildete Arbeitskreis Karkmess der Organisator. Nachdem der Bezirk sich zurückzog, nahm auch der Arbeitskreis Abschied vom Fest. Jetzt schlug die Stunde von Gust und Brandt: „Ich habe in den 90er-Jahren schon große Veranstaltungen auf Finkenwerder organisiert“, sagt Thorben Gust, der seinerzeit Organisator mehrerer „Tidenhub“-Festivals war. „Als ich nach einiger Zeit am anderen Elbufer wieder nach Finkenwerder zurückkam, wollte ich hier auch wieder kulturell etwas bewegen. Eigentlich hatte ich mich nur beim Arbeitskreis engagieren wollen, aber dann sah es so aus, als gäbe es keine Karkmess mehr, wenn sie nicht jemand komplett übernimmt. “

Lars Brandt kannte er schon länger. Wie man sich eben kennt, wenn man in einem übersichtlichen Inselstadtteil ungefähr gleichaltrig aufwächst. Brandt betreibt das Lokal „Brandts Anfang“ im alten Finkenwerder Wasserturm. Er hat schon in den vergangenen beiden Jahren die Karkmess mitbewirtet und – Tradition trifft Moderne – Schollen gebraten und Cocktails gemixt.

Fest beginnt bereits am Donnerstag

Neu am Fest ist, dass es bereits am Donnerstag beginnt: „In Anlehnung an den alten Gewerbeball nennen wir den Donnerstag ,After Work Club’ und weil an diesem Tag Elvis Geburtstag hätte, kommt die Rock ‘n’ Roll-Band King Altona´“, sagt Gust.

Ebenfalls am Donnerstag spricht Bezirksamtsleiter Andy Grote das Grußwort. Außerdem wird der Schollenfangwettbewerb erklärt und eröffnet, mit dem erstmalig der „Karkmesskönig“ bestimmt wird.

Große Zeltparty am Freitag, Oldtimer-Ausstellung am Sonntag

Am Freitag wird die große Zeltparty mit Discjockey gefeiert. Am Sonnabend flankiert der Peter-Külper-Pokal des TuS Finkenwerder für untere Herrenmannschaften die Karkmess fußballerisch. Außerdem sorgt der Danzkring Lüneborger Siet für das folkloristische Element und abends rocken die „Coverpiraten“ das Festzelt.

Der Sonntag beginnt mit einer Oldtimer-Ausstellung und einem ökumenischen Gottesdienst – selbstverständlich mit anschließendem Frühschoppen. Ab 13 Uhr gibt es besondere Kinderangebote und um 16 Uhr beendet der Auftritt der Finkwarder Speeldeel die vier Feiertage.

Gust und Brandt sind überzeugt, mit diesem Mix auf dem richtigen Weg zu sein. „Das ganze Dorf ist schon in positiver Aufregung“, sagt Gust. „Das ist überall zu spüren.“